1. #1
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    Beitrag Er

    Hier ein kleiner Text von mir Würde mich über Kommentare freuen

    Er

    Stille… Das war es was ich so sehr an ihm liebte. Er hörte mir zu, wenn ich ihm erzählte, was mich bewegte. Wenn ich Nähe brauchte, gab er sie mir, ging ich auf Abstand, ließ er mich in Ruhe. Doch ich liebte nicht nur was er tat, auch seine inneren Werte wusste ich zu schätzen. Zusammen schauten wir uns oft den Sonnenuntergang an. Erlebten fantastische Momente, aber auch harte Zeiten. Er war immer bei mir, bei Wind und Wetter. Später, wenn mir alles zu viel wurde, schlief ich hin und wieder an seiner Seite. Abends blickten wir zusammen in die Sterne und glitten dann gemeinsam hinab in das Reich der Träume, um am nächsten Morgen von den zwitschernden Vögeln geweckt zu werden. Harte Schale, weicher Kern so war er - mein sanfter Riese…

    Schon als Kind stieg ich gerne auf Bäume. Die Riesen, die so nah vor mir standen und doch so fern schienen, haben mich schon immer fasziniert. Es gab so viel, das sie in sich verbargen und zu erzählen hatten und doch standen sie nur stumm und still da, viele lange Jahre. Manchmal auch Jahrzehnte. Alles lassen sie über sich ergehen, stehen einfach da und schweigen. Ihr werdet jetzt sagen: „Natürlich schweigen sie, sie können auch nicht sprechen.“ Doch daran glaube ich nicht. Als ich damals durch den Wald ging, meinte ich die Stimmen der Bäume zu hören, ihre tiefsten Wünsche und Hoffnungen wahrzunehmen. Es war, als ob sie mich vor der gefährlichen Welt da draußen warnen wollten.

    Mit knapp 10 Jahren hatte ich mir öfter einmal gewünscht wie er zu sein. Wie erleichternd wäre das Leben doch? Einfach dazustehen und doch zu wissen, wie sehr man gebraucht wird. Er hatte es gut…

    War ich beim Klettern oben angekommen, platzierte ich mich auf einem seiner starken Arme und schaute auf die Stadt vor mir hinunter, die Stadt, in der ich aufgewachsen war, die Stadt in der so viel und doch nichts geschehen war. Was wusste ich schon vom Leben? Was wirklich wichtig war? Was später einmal zählen würde?

    „Er wusste es. Er wusste was später wirklich wichtig sein würde“, flüstere ich für mich und schaue sehnsüchtig in die Ferne.

    Viele Jahre waren vergangen. Es wurde Winter, Frühling, Sommer, Herbst und wieder Winter. Viele Male. Jetzt sitze ich hier. Mein Leben zieht an mir vorbei. Meine Kinder und mittlerweile auch meine Enkelkinder begleiten mich. Und auch er ist immer noch bei mir. Ich stehe auf und bewege mich auf ihn zu, flüstere ein leises „Hallo“. Niemand bemerkt, was ich tue, außer meiner 5-Jährigen Enkelin Marie. Sie ist schon immer ein aufmerksames Kind gewesen. „Oma, mit wem sprichst du?“ „So war es schon immer“, sage ich. „Wir verstanden uns auch ohne Worte.“ „Aber Oma, du erzählst so oft von ihm, doch niemals erwähnst du seinen Namen, nennst ihn deinen sanften Riesen und doch haben wir noch nie ein Foto von ihm gesehen. Wo ist er denn, dein sanfter Riese?“ Ich beabsichtige nicht ihr eine Antwort darauf zu geben, ich nehme sie einfach auf den Arm, schaue dem Sonnenuntergang entgegen und flüstere: „Wenn du ihn brauchst, wirst du ihn finden.“

  2. #2
    König
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    AW: Er

    Hach, ich lasse mich selten so sehr gehen, bei einer Kurzgeschichte.
    Am Deutsch gibt's von meiner Seite nichts zu meckern, du meisterst die Sprache, hast deinen Stil und Fehler habe ich soweit keine gefunden, ob das nun war, weil du keine gemacht hast, oder ich zu gepackt war ist eine andere Sache.
    Du hast sicher schon einen Buchschreibversuch unternommen, oder?

    Die Idee finde ich ebenfalls genial. Der Zeitsprung passt, Melancholie schwingt gleichsam mit innerem Frieden in der Protagonistin mit.

    Ein gelungenes Werk, wie ich finde. Gerne mehr.


  3. Diese Benutzer bedanken sich bei BlackLight für diesen Beitrag:

    EntireSunset (29.12.2012)

  4. #3
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    Lächeln AW: Er

    Wow vielen Dank

    Ja du hast Recht ich habe schonmal einen Buchschreibversuch unternommen, ist aber kläglich gescheitert, ich bin wohl eher der Kurzgeschichtentyp...

    Bedeuten mir echt viel deine Worte Ich habe noch andere Texte, aber ich weiß nicht, ob die genauso sind....aber ich kann ihn ja mal hier reinstellen, wenn du magst?

    Liebe Grüße ,

    EntireSunset

  5. #4
    König
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    AW: Er

    Zitat Zitat von EntireSunset Beitrag anzeigen
    Ich habe noch andere Texte, aber ich weiß nicht, ob die genauso sind....aber ich kann ihn ja mal hier reinstellen, wenn du magst?
    Ich habe nichts gegen weitere Texte einzuwenden.


  6. #5
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    Beitrag AW: Er

    Dieser hat keine wirkliche Überschrift und ist auch ein bisschen anders , eher ein Essay



    Es gibt Wege, die sich kreuzen, und Wege, die sich trennen. Wege , die kein Ende zu nehmen scheinen, und Wege , die erst gar nicht beginnen. Doch welcher ist der Richtige? Der, auf dem nicht ein einziger Stein liegt und die schönsten Blumen wachsen, oder doch der Ungerade mit etlichen Kurven, auf dem man vor Gestrüpp kaum etwas sehen kann? Soll man schnell oder doch eher langsam gehen? Sich auch mal umschauen oder seinen Blick fest aufs Ziel richten?
    JedMancher (?) erzählt einem: „Du bist vom rechten Weg abgekommen.“ Doch woher sollen wir wissen, welcher Weg der Richtige ist? Welcher uns zum Ziel bringt? Welcher uns unendliches Glück beschert? Wir können nicht wissen, was noch niemand uns zu vor herausgefunden hat, können nicht erahnen, was wissenschaftlich nicht belegbar ist. Dazu sind wir Menschen einfach nicht imstande. Wir können nur vermuten.
    Doch damit kann und will ich mich nicht zufrieden geben. Es muss doch noch mehr geben, als das. Mehr als die reine Wissenschaft, das emotionslose Austauschen von Fakten, oder etwa nicht?
    Du willst jetzt sicherlich eine Antwort, erwartest eine Lösung, doch die kann auch ich dir nicht geben. Denn aAuch ich kann nur Vermutungen anstellen, dir Tipps geben. , lLetzten Endes muss jeder seinen Weg alleine gehen und selber eine Entscheidung treffen.
    Ich habe meine Entscheidung getroffen und keine Ahnung, wohin mein Weg führen wird, ich laufe einfach los, egal was kommt, und schaue nicht zurück, denn ich weiß: irgendwann wird auch mein Weg einen anderen kreuzen, ihn durchbrechen und mich somit in eine völlig neue Welt bringen. Ich werde viel erleben, aufregende Dinge sehen, knifflige Aufgaben lösen, neue Menschen treffen. Alles was ich sicher weiß, ist, dass ich ich sein werde und mein Weg voller neuer Entdeckungen ist, ich muss nur einfach nur los lassen und gehen.
    Und auch du hast diese Chance. Nutze sie. Hör nicht immer auf die anderen, folge deiner eigenen Linie, geh deinen eigenen Weg und ich verspreche dir: du wirst zum Ziel kommen. Denn nur der, der auch auf sein Herz hört, weiß, was richtig und was falsch ist. Also lass los, geh und staune, was dein Weg für dich bereithält.

  7. #6
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    AW: Er

    Hmm. Der Text beginnt mit einer Art innerem Monolog, mutiert zum äusseren Dialog und entpuppt sich als äusserer Monolog. Das Problem an dem Ganzen ist, dass du dich am Anfang des textes an einen Stand setzt, der soz. "outdated" ist.

    Wir können nicht wissen, was noch niemand uns zu vor herausgefunden hat, können nicht erahnen, was wissenschaftlich nicht belegbar ist. Dazu sind wir Menschen einfach nicht imstande. Wir können nur vermuten.
    Wirklich? Hälst du dich dein Leben lang an wissenschaftlichen Fakten fest und weichst niemals von diesem Weg? Nein? War es denn jemals so? Nein? So geht es auch anderen. Der Mensch weiss instinktiv, dass Wissenschaft in der eigenen gedankenwelt nicht alles ist. So entwickelst du also eine Idee am ende des textes, die schon in den Köpfen freier Menschen existiert. Das macht den Text atemlos. Wer soll schon etwas lernen, was er schon weiss? Wer soll auch nur vermuten, wenn er instinktiv gedrängt wird, zu glauben?


  8. #7
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    AW: Er

    Hmmm...okay... ich verstehe was du meinst. Ist das jetzt negativ zu deuten? Heißt das der Text ist eher zwecklos, weil er einem nur das vor die Augen hält, was man eigentlich schon weiß?

  9. #8
    König
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    AW: Er

    Zitat Zitat von EntireSunset Beitrag anzeigen
    Hmmm...okay... ich verstehe was du meinst. Ist das jetzt negativ zu deuten? Heißt das der Text ist eher zwecklos, weil er einem nur das vor die Augen hält, was man eigentlich schon weiß?
    Ungefähr das wollte ich aussagen, ja. Im Allgemeinen sind solche "Essays" ziemlich interessant, nur muss man darauf achten, dass auch innovative Argumente verwendet werden und eben der Ausgangspunkt ein aktueller ist.


  10. #9
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    Beitrag AW: Er

    Okay ich verstehe....


    Habe einen "Text" für meinen Opa geschrieben, der fast nur aus Worten und keinen Sätzen besteht... Kannst du mir was dazu sagen? Hier ist er:

    Regen. Prasselnder Regen. Und Schnee. Kalter Schnee. Eisiger Schnee. Gefährlicher Schnee. Liebe. Innige Liebe. Tiefe Liebe. Liebe zu Menschen. Liebe zu Tieren. Und Schönheit. Innere Schönheit. Äußere Schönheit. Wahre Schönheit. Unmessbar lange Zeit. Ewigkeit. Andauernde Momente. Bleibende Erinnerungen. An dich. An mich. An uns. An das Geschehene. An erste Treffen. Erstes Vertrauen. Erste Enttäuschung. Erste Verzweiflung.
    Wovon ich spreche? Kälte. Fehlende Wärme. Zuneigung. Verpflichtung. Versprechen. Gebrochene Versprechen. Vergessene Dinge. Wiederkehrende Wärme. Sonne. Strahlende Sonne. Sommer. Ich. Du. Wir. Hier. Für immer. Für ewig. Eine niemals endende Geschichte.

  11. #10
    König
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    AW: Er

    An sich eine passable Idee, nur sehe ich ein Problem in der Wortwahl, dann und wann. Du wiederholst verschiedene Worte ziemlich oft. Diese Worte aber sind meist störende 0815-Worte, die im Grunde eher umschrieben gehören, als wiederholt. Du hast beispielsweise die Sonne. Dass sie strahlt ist bekannt, ebenso wie ihre Symbolik zum Sommer. Es sind gewollte Wiederholungen, die aber eher das Wiederholte wiederholen, als gewollte Nuancen zu setzen, finde ich.


  12. #11
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    AW: Er

    Okay...aber danke für deine Hilfe Bist du ein Experte in dem Bereich? Kommt mir irgendwie so vor

  13. #12
    König
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    AW: Er

    Zitat Zitat von EntireSunset Beitrag anzeigen
    Okay...aber danke für deine Hilfe Bist du ein Experte in dem Bereich? Kommt mir irgendwie so vor
    Kein Problem. Experte *lach*, danke auch für dieses Kompliment. Nein, Experten sind für mich fachidioten, die sich auf dem Fakt behaupten zu wissen, wo es andere gar nicht interessiert. Ich mag einfach nur das Schrieben von Kritiken, bzw. Rezensionen.

    Freut mich, dass ich scheinbar helfen konnte.


  14. #13
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    AW: Er

    Kein Problem

    Schreibst du auch selber ? Würde mich ja mal interessieren, was du so schreibst

  15. #14
    Nachwuchsspammer
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    AW: Er

    Wirklich ein sehr guter Text, ich finde ihn sehr gefühlvoll und deshalb hält er die Menschen in seinem Bann fest

  16. Diese Benutzer bedanken sich bei JoBeJusBe für diesen Beitrag:

    EntireSunset (30.12.2012)

  17. #15
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    AW: Er

    Dankeschön bedeutet mir viel

 

 
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