1. #1
    Trippel-As
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    Beitrag Vermeintliches Glück

    Hey Leute,
    ich dachte ich geb euch mal ne Kurzgeschichte von mir zu lesen. Ich will mal wissen, wie ihr die findet. (Die Geschichte stammt in keinster Weise aus meinem eigenen Leben o.ä.)
    Also los geht's:

    Vermeintliches Glück

    Viele reden immer vom Sommer ihres Lebens, vom besten Tag ihres Lebens, von der besten Zeit ihres Lebens. Aber was soll man davon halten, wenn man alles relativ gefühlskalt sieht? Was soll man machen, wenn man davon einfach nichts hält? Ein Tag ist einfach nur ein Zeitraum von vorgegebener Länger. Genauso auch wie der Sommer. Viele wünschen sich einen bestimmten Tag nie enden zu lassen. Warum machen sie das dann nicht einfach? Das System lässt es nicht zu. Aber ohne System entsteht Chaos und das ist eigentlich nur noch schlimmer.
    Bei mir zumindest war der schönste Tag meines Lebens auch gleichzeitig der Schlimmste. Dale hatte mich gefragt, ob wir am Wochenende was unternehmen können. Soweit nicht Schlimmes, nichts Ungewöhnliches. Ich war mit Dale gut befreundet, aber ich stellte mir immer vor, wie es wäre, seine Freundin zu sein. Eigentlich wollte ich das gar nicht sein, geschweige denn werden. Es kam für mich gar nicht in Frage und seit meinem letzten Freund wollte ich estmal eine Weil, vielleicht auch ein paar Jahre oder vielleicht auch für immer, single bleiben. Ich fand es unnötig, solch großen Wind um die Liebe zu machen. Liebe ist ja nur für den Moment und nichts standhaftes. Ich sagte Dale also zu.
    Samstag morgen stand ich dann vor meinem Kleiderschrank. Ich hatte die Wahl zwischen grauen oder schwarzen Tops, Hemden und ein paar Band-Shirts. Ich holte einfach irgendwas raus und machte mich schnell fertig. Ich fuhr mit der U-Bahn in die Stadt und wartete dort auf Dale. Eigentlich war er noch nie zu spät gekommen, aber an jenem Tag war ja eh alles anders.
    Aber dann kam er irgendwann doch noch. Aber er sah auch anders aus. Er trug ein Hemd. Zugegen, ich mochte Hemden, aber Dale trug sonst immer nur T-Shirts. Ich wollte das Offensichtliche aber nicht wahr haben, obwohl ich die altbekannten 'Schmetterlinge im Bauch' hatte.
    Dale umarmte mich wie immer, wenigstens etwas, das sich nicht verändert hatte. Nachdem wir wie immer ein wenig Smalltalk geführt hatten, sprach ich ihn auf die Veränderungen an. Er gestand mir seine Liebe. Ich wusste nicht, was ich denken sollte, aber ich willigte ein, eine Beziehung mit ihm zu beginnen. Daraufhin küsste er mich natürlich. Ich hatte ein ungewohntes Gefühl, vermeintlich war es Glück, aber es fühlte sich nicht gut an. Ich wollte kein Glück. Ich wollte keine Veränderung. Ich wollte keine Beziehung. Mochte ja sein, dass ich Dale liebte, aber... es fühlte sich falsch an. Total falsch. Dale fragte mich an dem Tag öfters, was los war, aber ich meinte immer nur, dass ich es onch gar nicht wirklich realisieren konnte. Ich hätte wahrscheinlich über mich selbst gelacht, aber ich lachte nie. Genausowenig weinte ich. Ich wusste nicht, wann ich damit aufhört hatte oder ob ich das überhaupt mal gemacht hatte, aber ich fühlte mich auch ohne Lachen wohl. Ob das Dale schon mal aufgefallen war, dass ich nicht lachte? Und wenn schon, ich war alleine eh besser dran, denn niemand konnte meinen Gefühlsgang verstehen.
    Die Wochen vergingen und Dale versuchte alles Mögliche, um mich glücklich zu machen, obwohl ich ja schon glücklich war. Aber ich mochte das Glück nicht, es quälte mich eher. Aber Dale verstand das natürlich nich, wenn ich es ihm sagte. In meinem Leben hatte sich alles verändert. Meine Eltern, meine Schwester und meine freunde erwarteten Fröhlichkeit von mir. Sie verstanden mich auch nicht. Sie wussten nicht, warum ich eher depressiv war und sie machten sich Sorgen, dass ich irgendetwas zu verheimlichen hätte. Was ein Quatsch. Ich konnte auch nicht mehr für mich sein, denn wenn ich gerade nichts mit Freunden oder meiner Familie machte, wollte Dale mit mir telefonieren, simsen, skypen oder mich treffen. Meine Privatsphäre war gestorben. Natürlich hätte ich auch Schluss machen können, aber ich liebte Dale ja, auch wenn ich die Liebe hasste. Ich spielte immer mehr mit dem Gedanken, mich umzubringen, denn was hatte ich schon davon, weiterzuleben? Alle Gefühle, die anderen gut taten, taten mir lediglich weh. Ich verstand ja selbst nicht, was bei mir schief gelaufen war, aber so konnte es nicht weitergehen.
    Am folgenden Tag verabredete ich mich mit Dale. Das war das erste Mal, dass ich ihn fragte und nicht er mich. Bevor ich mich mit ihm traf, spielte ich mein Lieblingslied auf dem Klavier. Nur wenn ich dieses Lied spielte, empfand ich keine Schmerzen. Es beruhigte mich. Danach machte ich mich auf den Weg in die Stadt. Dale kam wieder zu spät und als er endlich kam, hatte er kein Hemd an, sondern nur ein T-Shirt. Die haare hatte er auch wieder anders. Wir küssten uns wie gewohnt zur Begrüßung und führten danach ein bisschen Smalltalk. Dann fragte ich ihn nach den Veränderungen und er machte Schluss mit mir. Ich empfand dabei nichts und wir trennten uns in Frieden.
    Aber nach ungefähr einer Woche, bedrängte mich Dale und er wollte wieder mit mir zusammen sein. Ich willigte ein und alles ging wieder von vorne los. Ich bat ihn irgendwann nach einem Treffen an den Bahngleisen, wo wir schon öfter verabredet waren. Ich hatte meinen iPod dabei und hörte mein Lieblingslied in Dauerschleife. Als er auch ankam, stellte ich mich auf die Bahngleise. Er schrie mich an, was zur Hölle ich machen würde und fragte mich, warum. Er wollte mich herunterzerren, doch ich hielt stand.
    Bevor der Zug kam, sagte ich zu Dale: "Du wirst das sicher nicht verstehen. Aber ich liebe dich und das ist mein Verhängnis. Du quälst mich, Dale. Ich empfinde nur noch Schmerzen. Das ist falsch. Ich bin glücklich, das musst du mir glauben, aber das Glück ist ein schreckliches Gefühl. Es tut weh, aber nu ist es vorbei."
    Mit meinem vermeintlich ersten Lächeln im Gesicht starb ich.

    Ende. :P

  2. #2
    Grünschnabel
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    AW: Vermeintliches Glück

    Außer wenigen Rechtschreibfehlern war es eine interessante Kurzgeschichte. =) Weiter so !

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    AnitaEmergency (30.07.2012)

  4. #3
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    AW: Vermeintliches Glück

    Ich verstehe es nicht. Tut mir leid, aber ich verstehe es einfach nicht. Genau wie ich "Unglaublich nah und extrem laut" von Jonathan Safran Foer nicht verstanden habe. Ok, Oskar verstand ich, aber seinen dämlichen Großvater nicht. Ich verstehe es einfach nicht, wieso kann man nicht zu seinen Gefühlen stehen?
    Kann mir das mal jemand erklären? Es geht einfach nicht in meinen Kopf.
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  5. #4
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    AW: Vermeintliches Glück

    Zitat Zitat von SweetVictory Beitrag anzeigen
    Ich verstehe es nicht. Tut mir leid, aber ich verstehe es einfach nicht. Genau wie ich "Unglaublich nah und extrem laut" von Jonathan Safran Foer nicht verstanden habe. Ok, Oskar verstand ich, aber seinen dämlichen Großvater nicht. Ich verstehe es einfach nicht, wieso kann man nicht zu seinen Gefühlen stehen?
    Kann mir das mal jemand erklären? Es geht einfach nicht in meinen Kopf.
    meinst du das jetzt auf das Mädchen bezogen? Sie steht zu ihren Gefühlen, sie sagt doch, dass sie Dale liebt. Nur ist es in der Geschichte so, dass dem Mädchen gute Gefühle 'weh tun'.

  6. #5
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    AW: Vermeintliches Glück

    und warum tun sie ihr weh? D:
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  7. #6
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    AW: Vermeintliches Glück

    Weil ich das so erfunden habe.
    Das kannst du vielleicht mit ner endogenen Depression vergleichen. Bei so einer Depression kann man keine Ursache erkennen. Bei der Geschichte kann man keine Ursache erkennen, warum Glück und solche Gefühle nicht gut für sie sind.

  8. #7
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    AW: Vermeintliches Glück

    ehm....wow?! Ich bin zwar leicht überrumpelt, aber ich glaube ich kriege noch das ein oder andere vernünftige hier hin

    Die Kurzgeschichte gefällt mir sehr! "Schöne" Handlung und auch sehr interessant geschrieben. Mich hat die Geschichte sogar an eine sehr gute Freundin erinnert die sich auch so verhalten hat (wenn man das ende außer betracht lässt). Leider war deine Geschichte zu schnell vorbei ich hätte gerne mehr gelesen, weiter so! Chapeau!
    ​So live your life that the fear of death can never enter your heart.

    #hauptsachewarmisses

  9. #8
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    AW: Vermeintliches Glück

    Zitat Zitat von Ace of Spades Beitrag anzeigen
    ehm....wow?! Ich bin zwar leicht überrumpelt, aber ich glaube ich kriege noch das ein oder andere vernünftige hier hin

    Die Kurzgeschichte gefällt mir sehr! "Schöne" Handlung und auch sehr interessant geschrieben. Mich hat die Geschichte sogar an eine sehr gute Freundin erinnert die sich auch so verhalten hat (wenn man das ende außer betracht lässt). Leider war deine Geschichte zu schnell vorbei ich hätte gerne mehr gelesen, weiter so! Chapeau!
    Wow, danke! Das hat mich jetzt echt überrascht, dass dich das an eine Freundin erinnert.. Aber freut mich, dass es dir gefällt!

  10. #9
    Spezi
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    AW: Vermeintliches Glück

    Zitat Zitat von AnitaEmergency Beitrag anzeigen
    Wow, danke! Das hat mich jetzt echt überrascht, dass dich das an eine Freundin erinnert.. Aber freut mich, dass es dir gefällt!
    Ja..sachen gibts soll aber auch mal vorkommen...
    ​So live your life that the fear of death can never enter your heart.

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  11. #10
    König
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    AW: Vermeintliches Glück

    Zitat Zitat von AnitaEmergency Beitrag anzeigen
    Weil ich das so erfunden habe.
    Das kannst du vielleicht mit ner endogenen Depression vergleichen. Bei so einer Depression kann man keine Ursache erkennen. Bei der Geschichte kann man keine Ursache erkennen, warum Glück und solche Gefühle nicht gut für sie sind.
    Schade, dass du das so siehst, ich finde, diese Geschichte schreit geradezu nach einer Charakterisierung und ich hatte das Gefühl, du würdest auf einen bestimmten Charakterzug hinauswollen, aber da habe ich mich wohl geirrt.

    Also, wie ich die Protagonistin sehe hatte sie ziemlich wahrscheinlich ein einschneidendes Erlebnis in ihrer Kindheit, dies kann etwas Kleines sein, es muss nur in ihrem Gedächtnis haften geblieben sein, dass Emotionslosigkeit die Lösung zu Abwendung von Trauer ist.
    So wächst sie auf in einem durchaus normalen Haushalt mit dem Defekt, dass sie nicht selbst entscheidet, ob sie Gefühle nach außen lässt. Gemäß des normalen Geistes des Menschen möchte sie fröhlich sein, bekommt aber von ihrem Körper signalisiert, dass dieses starke Gefühl eine potenzielle Gefahr darstellt, so wird das Glück abgewendet und das Mädchen stürzt sich in immer tiefere Trauer, die schließlich evtl. sogar in physischem Schmerz ausartet. Eine Art Teufelskreis der Emotionen, positiv gleich negativ und negativ gleich normal, weil ja negativ gleich Standardsituation. So hab' ich das gesehen, schade, dass da nichts als "erfunden" dahintersteckte. ;P

    Unterhaltende Geschichte, ich empfinde irgendwie eine Sympathie für die nüchterne Denk- und Betrachtungsweise der Protagonistin, die im Grunde ein normaler Mensch ist, sich nur nicht einordnen kann, weil ihr die Denkkraft des Systems, wie Kindergeburtstag vorkommt.

    Respekt!


  12. #11
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    AW: Vermeintliches Glück

    Wow, danke.

    Wie du das interpretiert hast, finde ich sehr gut. Vor dem Schreiben kam mir eigentlich auch so eine Idee, aber ich dachte, ich führe es lieber nicht zu weit aus, damit sich jeder sein Eigenes Bild machen kann, weil ich die Geschichte recht offen halten wollte, was Gründe und Erklärungen angeht. Aber deine Interpretation verdient auch wirklich respekt!

  13. #12
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    AW: Vermeintliches Glück

    Ich finde du hast ein sehr interessantes Thema für deine Kurzgeschichte gewählt die du auch sehr nahliegend wiedergegeben. Leider kann ich dir jetzt nicht so ein genaues Feedback geben wie BlackLight aber alles in allem fand ich deine Geschichte gut
    Super powers always fighting, but Mona Lisa just keeps on smiling. - Queen

  14. Diese Benutzer bedanken sich bei aletheia für diesen Beitrag:

    AnitaEmergency (18.09.2012)

  15. #13
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    AW: Vermeintliches Glück

    Ich freu mich über jedes Feedback.

  16. #14
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    AW: Vermeintliches Glück

    sehr schön muss man sagen da geht man einmal in den forenteil mit den gedichten und kurzgeschichten und wird doch sehr angenehm überrascht
    Ritalin - So much easier than parenting!


  17. Diese Benutzer bedanken sich bei Hannah Devil für diesen Beitrag:

    AnitaEmergency (21.09.2012)

 

 

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