1. #1
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    Hey, die andre story, die ich vor ner Zeit mal gepostet hab muss warten, ich hatte so ne geile idee, die musst ich einfach zuerst machen:


    1. Steine
    Steine. Sie können einen verletzen. Sie können einen schützen. Sie können die Mauern bilden in denen man sich wohlfühlt. Und dennoch bleiben sie neutral. Es gibt nichts neutraleres als Steine. Genauso neutral waren auch die Steine die jetzt verteilt um Joesephine Warden lagen. Ein weiterer Kieselregen prasselte auf sie nieder. Einer traf sie über dem linken Auge und sie spürte wie das Blut sich seinen Weg ihre Schläfe hinunter bahnte. Sie hockte an einer Hauswand ,die Hände schützend über den Kopf gelegt. Es war ihr 9. Geburtstag. Sie hörte Stimmen über sich, die nach ihr riefen.
    „Heul doch! Mommy kann dir nicht helfen und es hört dich auch sonst niemand! “
    Jetzt eine andere Stimme:
    „Na los Außenseiter! Steh doch auf!“
    Sie rührte sich nicht, hoffte ,dass die Menge aus gaffenden Grundschülern sich auflöste. Jemand packte sie am Mantelkragen und riss sie auf die Füße.
    „Aufstehen hab ich gesagt“
    Sie öffnete die Augen und blinzelte; Durch die Tränen die ihr in den Augen standen, verschwamm das Bild zu bunten Klecksen. Joesephine zwang sich zur Ruhe und blinzelte ein zweites Mal. Sie wusste, dass ihre Stimme ängstlich klingen würde aber es war ihr egal.
    „Bitte…lasst mich in Ruhe“, brachte sie kaum hörbar hervor. Das höhnische Grinsen des Jungen verzog sich zu einer Hasserfüllten Miene.
    „Willst du mir jetzt auch noch vorschreiben was ich zu tun hab, oder wie?!“fauchte er sie an. Die Adern an seinem Hals traten hervor und sie wehrte sich nicht als er ausholte und die Faust in ihren Magen donnerte. Sie krümmte sich und sank an der Mauer herunter. Keuchend versuchte sie ihre Atmung wieder zu kontrollieren. Etwas stieg in ihr auf. Kein Gefühl, keine Emotion. Sie konnte es nicht zuordnen, sie musste nur noch eins: WEG! Sie kniete sich hin, sah hinauf zu der grinsenden Visage, aus der gerade ein weiterer schlechter Witz über sie, der keiner war, kam und beschrieb mit ihrem rechten Bein ruckartig einen Halbkreis, der die Beine des schlechten Comedians wegkickte. Er krachte zu Boden und sein Kopf schlug hart auf dem dreckigen Asphalt auf. Sein Gefolge starrte sie an. Sie starrte zurück. Ihr Blick wanderte hinter sie zu der belebten Straße mit den sauberen Gehwegen, sauberen Vorgärten und sauberen Vorstadthäusern. Der Junge der auf dem Boden neben ihr lag, stöhnte und hielt sich den blutenden Hinterkopf. Als er sich aufrichtete und sein Gesicht unbewusst ganz nah an ihrem war, entglitten ihm seine Gesichtszüge. Er wollte sich auf sie stürzen, doch sie wich aus, rappelte sich auf und preschte los, vorbei an den verdutzten Gaffern. Sie wusste, dass sie sie verfolgen würden und dass sie-was auch immer es war, das in ihr hochstieg-nicht mehr lange zurückhalten konnte. Der Novemberwind wehte ihr das dunkle Haar in die kristallblauen Augen. Hastig strich sie sie hinter die Ohren und konnte gerade noch verhindern, dass sie über eine umgestoßene Mülltonne fiel. Die Muskeln in ihren Beinen schmerzten und ihr war übel, als sie auf eine Gasse zu hechtete um wieder zu Atem zu kommen. Keuchend stützte sie sich gegen die Backsteinmauer. Sie kannte die Gegend. Am Ende der Gasse auf der rechten Seite der kreuzenden Straße erblickte sie ihr Haus. Sie musste es nur bis dorthin schaffen. Joesephine stieß sich von der Wand ab und sprintete los. Im Inneren ihrer Handflächen breitete sich ein helles Glühen aus und sie steckte die Hände in die Manteltaschen um sie vor neugierigen Blicken zu schützen. Es sah aus als würde Licht in ihren Adern fließen, das sich jetzt weiter zu ihren Oberarmen ausbreitete. Sie lief über die Straße und kramte nach ihrem Schlüssel, als sie die Treppe hinauf sprang. Sie fand den richtigen, stieß die Tür auf und trat nach hinten aus, damit sie wieder zuflog. Ihren Mantel warf sie nur über die Garderobe, in der Hoffnung, er würde hängen bleiben-er fiel schlaff zu Boden. Fast ihr ganzer Körper war nun umgeben von Schwaden gleißenden, weißen Lichts. Sie zitterte während sie sich die Treppe hinauf schleppte. Sie sah aus wie ein Klumpen aus Licht und die Schwanden aus weißem Nebel glitzerten in den Sonnenflecken, die auf dem Boden ihres Zimmers tanzten in das sie jetzt keuchend eher fiel als lief. Joesephine kauerte sich auf den Boden und rollte sich zu einer Kugel. Das Atmen fiel ihr schwer und der Schmerz pochte in der Wunde über ihrem Auge. Sie befand sich in einer Kugel aus Licht-aus purer Energie die sich jetzt schlagartig entlud. Eine Druckwelle breitete sich in ihrem Zimmer aus und die Möbel wurden an die Wand geschleudert und es schien als würden sie durch das Licht schmelzen. Holz schmolz, und tropfte zu Boden. Ein einst lebendiger Baum kehrte wieder zu seinem Ursprung zurück, als Wasser.
    Ein durchdringendes Rauschen war zu hören und Joesephine wehrte sich nicht mehr gegen das Licht. Es umhüllte sie und füllte sie aus. Sie war nicht mehr umgeben davon-sie war das Licht. Sie gab sich ihm hin und ließ sich von ihm tragen. Die Kugel bewegte sich nach oben und hob sie vom Boden. Sie versuchte daran zu denken wie das Licht schwächer wird, wie es kaum noch sichtbar ist, wie es verschwindet. Es ließ sie los und sie fiel auf das verformte Parkett. Die Kraft , die eben noch ein Zimmer verwüstet hatte, wich aus ihren Beinen und sie fiel auf die Knie, als ihr schwarz vor Augen wurde. Der letzte Rest Licht hatte sich verflüchtigt. Sie versuchte sich noch an der Wand abzustützen, doch ihre Hand glitt an ihr herunter und sie fiel vollends auf den Boden und blieb dort liegen. Die Wärme wich aus ihrem Körper und sie zog die Beine zu sich heran und schlang die Arme darum. Unten hörte sie eine Tür zuschlagen dann gehetzte Schritte auf der Treppe. Die hysterische Stimme ihrer Mutter, gedämpft, wie ein Echo in weiter Ferne:
    „Joe!“kreischte ihre Mutter während sie die halb geschmolzene Tür ihres Zimmers aufstieß und ihre Tochter reglos am Boden liegen sah “JOESEPHINE!“

    2. Paranoia in der Menschenmenge
    Der Kugelschreiber glitt mir einem leisen Kratzen über das Papier und die Linien verbanden sich jetzt zu einem Muffin , der mehr Ähnlichkeit mit einer Kartoffel hatte. Joe verzog das Gesicht und strich den Kartoffelmuffin wieder durch. Sie hatte Hunger.
    Die lallende Stimme von Mr Grouse-Geschichts- und Geografielehrer- ertönte laut vernehmlich hinter ihr und ließ sie zusammenfahren. Er hatte die Angewohnheit unerwartet direkt hinter einem aufzutauchen.
    „Miss Warden, würden sie wohl die Güte hab‘n, den Block Block sein zu lass‘n und sich wieder auf ihr Buch zu konz‘ntrier‘n?“Sein vorwurfsvoller Blick sagte alles. „Danke“ fügte er anschließend gedehnt hinzu und lies seinen Blick über die Klasse schweifen, nach einem neuen Opfer Ausschau haltend. Sie starrte auf die Uhr und zwang die Zeiger sich schneller zu bewegen, ohne Erfolg. Sie widmete sich wieder dem Klassizismus im Geschichtsbuch und gab vor einen dazu gehörigen Text zu lesen. In Wirklichkeit studierte sie die abgedruckten Bilder und wunderte sich, wie wenig Wert die Künstler früher stellenweise auf Realitätsnähe gelegt hatten. Die Zeiger bewegten sich zäh und sie schaute aus dem Fenster hinunter zum Pier von Harwich. Eine Menschenmenge hatte sich dort versammelt und Joe brauchte einen Moment um darauf zu kommen , dass es wegen des Pierfestes war. Sie tippte sich ungeduldig mit dem Stift an die Unterlippe als ein schrilles Klingeln endlich die Erlösung von Grouse ankündigte. Er sagte noch irgendetwas von Hausaufgaben, doch sie gab vor ihn nicht gehört zu haben und ging mit schnellen Schritten aus der Klasse, während ihre Mitschülerinnen sich von ihren Freundinnen verabschiedeten. Sie hatte nicht sonderlich viele Freunde, eigentlich hatte sie überhaupt keine-abgesehen von ihrer Katze, aber die konnte sie nicht wirklich als beste Freundin zählen, das hörte sich irgendwie schon wieder gruselig an. Sie eilte vorbei an den Luxuskarossen der Schüler mit reichen Eltern und schritt auf die Gruppe zu. Die Menge johlte und sie schob sich an schaulustigen Einheimischen wie auch Touristen vorbei. Ein Mann mit Marine-tatoo und eine junge Frau im Nadelstreifenanzug saßen einander gegenüber und versuchten den Arm des anderen auf den Tisch zu drücken-Armdrücken. Ihm standen die Schweißperlen auf der Stirn, doch sie schien gelangweilt, stieß einen Seufzer aus und schlug mit einer eleganten Bewegung aus dem Handgelenk den Arm ihres Gegners auf den Tisch. Dieser war sichtlich überrascht, er war es anscheinend nicht gewohnt zu verlieren und stand nun ruckartig auf, wobei er den Tisch umstieß. Eine Frau kreischte hysterisch. Joe suchte in der Menge nach der Frau im Nadelstreifenanzug doch sie sah nur noch wie sie um die nächste Straßenecke bog. Hastig schob sie sich an Leuten vorbei, rempelte den ein oder anderen an und stand schließlich wieder auf der weiten Promenade, die am felsigen Strand von Harwich entlang lief. Sie versicherte sich, dass sie beim Versuch, die Straße zu überqueren nicht vom nächstbesten überfahren wurde und lief auf die Straße zu, in die die Frau abgebogen war. Sie bog um die Ecke und hielt einen Moment inne um sich zu orientieren. Sie konnte die Frau nirgendwo entdecken. Sie hatte sie aus den Augen verloren.

    Okay, ein bisschen lang zum Lesen vielleicht, aber...Wenn man sich die Zeit nimmt oder nix besseres zu tun hat...
    Geändert von BellaDracula (01.04.2012 um 18:29 Uhr) Grund: Doppelpost

  2. #2
    Freysinn
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    AW: Sofflchen is back, my other story

    eigentlich hat ich ja keine Lust, aber aufdringliches rumgedepoppel- und dreifachposte überzeugt mich ja immer...

    .
    .
    .
    .
    nicht...

  3. #3
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    AW: Sofflchen is back, my other story

    Ich hab mal die erste Geschichte gelesen... Irgendwie sehe ich da keine Nachricht drinnen. Der Anfang war ganz interessant bis zu dem komischen Lichtdingens, was ich nicht ganz in die Handlung einordnen kann. 'n Neunjährige wird geschlagen, haut ihren Widersacher um, fängt an zu strahlen und legt die Wohnung in Schutt und Asche, bis sie halb sterbend am Boden liegt. Wtf?

  4. #4
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    AW: Sofflchen is back, my other story

    Also, ich hatte diesen gigantischen und vor Logik nur so strotzenden Text eben schon geschrieben, aber dann ist mein Pc abgestürzt. Das finde ich jetzt gerade mal gar nicht sozial...Egal, auf jeden Fall:

    Joe's Dad ist/war ein Cop und er hat ihr ziemlich früh gezeigt wie man sich verteidigt. Was es mit dem Licht auf sich hat, weiß Joe selber nicht so genau. Es kommt immer wenn sie Panik hat oder extrem wütend ist-weshalb sie versucht sich so gut es geht von gefährlichen Leuten/Orten/Dingen fern zu halten.
    Die Frau im Nadelstreifenanzug spielt später och eine wichtige Rolle. Sie klärt Joe über alles auf und wird quasi ihr Mentor.
    Was das Haus betrifft:Joe hat keinerlei Erinnerung an die Sache wo sie ihr Zimmer verwüstet und die Sachen davor Ihre Eltern lassen sie in dem Glauben, dass es damals einen Kabelbrand gab und das Haus ganz einfach abgebrannt ist. Joe soll dabei vom Rauch bewusstlos geworden sein und als sie wieder aufwachte hatte sie ihr Gedächtnis verloren.


    Das war jetzt mal eine wirklich langeErklärung, und sie macht sogar noch Sinn. Ich bin richtig stolz auf mich.

  5. #5
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    AW: Sofflchen is back, my other story

    ich würde schon etwas dazu sagen, wie du vorher schon darum gebeten hast.

    aber so wie du den text formatiert hast, ist er nicht forums-kompatibel und
    es ist daher mühsam zu lesen.

    aber so beim überfliegen ... die plot der story, soweit ich den erfassen konnte,
    könnte schon etwas hergeben, aber das ist mit den meisten ideen so. von daher
    ist das nichts, was dich weiter bringt.

    auffallend war aber, dass du im typischen stil eines teenagers schreibst, falls typisch überhaupt eine kategorie sein kann. es erweckt einfach den eindruck, dass dem inhalt eine gewisse authentizität abgeht, und der text eher bemüht wirkt, als einfach von der
    feder geflossen.

    aber der eindruck fundet, wie gesagt, nur auf einer flüchtigen, eher oberflächlichen wahrnehmung des bruchstückhaft gelesenen.

    einfach von der textverarbeitung in den thread zu kopieren, ist, der htmlen
    beschränkungen nie ein gute idee. selbst der inhaltlich genialste text büsst da schnell mal drei viertel an genialität ein.

    wenn du mehr absätze durch leerzeilen trennen würdest, könnte man mehr, vor allem aber das gelesene leichter wahrnehmen.

    so bleibt es einfach nur beim ratlosen blick auf das gewimmel emsig, beflissen hin und her huschender ameisen, deren wimmliges getue schwer erkennen lassen, welchen aufgaben sie im einzelnen gruppiert nachgehen.
    Geändert von Lang Zu (30.03.2012 um 23:59 Uhr) Grund: r
    ....

    任何人谁读这是愚蠢的。 嗨,伙计。

  6. #6
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    Ah, und ich hatte mich eigentlich bemüht nicht so Teenie-mäßig zu schreiben, also naja, ich hab zumindest mal keine American-Highschool-Teenager-Gefühlschaos-schmalz-lovestory geschrieben.

    Falls du das mit der Hauptfigur meinst, dass sie ein 16-jähriges Mädchen ist, verteidige ich mich mit der Tatsache, dass zB Derek Landy auch ein Mädchen in diesem Alter als Hauptfigur hat.

    Zitat Zitat von Freysinn Beitrag anzeigen
    eigentlich hat ich ja keine Lust, aber aufdringliches rumgedepoppel- und dreifachposte überzeugt mich ja immer...

    nicht...
    Ich frage mich gerade nach dem Sinn dieses Beitrags...Endlich habe ich eine Beschäftigung...

    - Bitte hör auf doppelzuposten! Es gibt einen "Editieren"-Button, falls du etwas an deinen 1. Post anfügen möchtest!
    Geändert von BellaDracula (01.04.2012 um 18:31 Uhr)

  7. #7
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    AW: Sofflchen is back, my other story

    ach, formatier erst mal deinen text neu ... mein post brauchst du erst mal inhaltlich nicht unbedingt zu verstehen, aber optisch sollte er dich eher inspirieren.
    ....

    任何人谁读这是愚蠢的。 嗨,伙计。

  8. Diese Benutzer bedanken sich bei Lang Zu für diesen Beitrag:

    BellaDracula (01.04.2012)

  9. #8
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    AW: Sofflchen is back, my other story

    Ich bin nich so der Formatierer...ich konzentrier mich drauf dass man meine Texte verschlingt, wie mein Bruder die Pizza eben
    (Ich schreib irgendwo aus Sizilien)

  10. #9
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    AW: Sofflchen is back, my other story

    Ich poste den rest jetzt nur damit er irgendwo gespeichert ist, also keine Sau muss ihn lesen und er ist nicht formatiert, er ist einfach nur da.

    Sie bog um die Ecke und hielt einen Moment inne um sich zu orientieren. Sie konnte die Frau nirgendwo entdecken, obwohl sie sich sicher war, dass sie ja nicht allzu viel Vorsprung gehabt hatte. Joe drehte sich einmal um die eigene Achse und blickte hinüber zum Pier. Ein Mann in weiß beobachtete sie durch seine Sonnenbrille-die ziemlich unnötig war, da weder die Sonne schien noch eine sonderlich helle Lampe irgendwo in seiner Nähe stand. Er fixierte sie und sie starrte zurück. Verunsichert versuchte sie es mit einem Winken-das nicht erwidert wurde. Er starrte sie nur stur weiter an und sie wollte gerade auf ihn zugehen um ihn zu fragen ob sie ihn kenne als hinter ihr ein Fenster zerbarst. Sie fuhr herum und beobachtete wie eine Gestalt aus dem ersten Stock flog. Sie starrte auf den Mann der lautlos neben ihr landete, ein Messer zuklappte und es in die Tasche seines Jacketts steckte. Er bemerkte ihre Anwesenheit und drehte sich um und sie sah das Blut auf seinem -früher mal- weißen Hemd. Ein Lächeln kam ihm über die Lippen und bevor sie reagieren konnte war er auch schon bei ihr. Er stand hinter ihr , das Messer an ihrer Kehle. Sie spürte wie fremdes Blut ihren Hals hinunter lief. „Hey Süße“, hauchte er ihr in den Nacken „Du hast mich nicht gesehen, okay?“
    Sie brachte ein kaum erkennbares Nicken zustande, immer in der Angst, dass er ihr bei der nächsten Bewegung die Kehle aufschlitzte.
    „Hab ich mir fast gedacht“, flüsterte er und klopfte mit der Klinge auf ihren Hals. Joe wagte es kaum zu atmen. „Dann verstehen wir uns ja“, fuhr er fort und stieß sie von sich. Sie stürzte und fing sich mit den Händen ab um nicht komplett auf dem schmutzigen Asphalt zu landen. Joe keuchte und ihre Handflächen waren aufgeschürft und brannten. Sie versuchte gerade wieder zu Atem zu kommen als ein Paar blutbefleckte Lederschuhe wieder vor ihrem Kopf auftauchten. „Weißt du, ich habe es mir anders überlegt“, kam die Stimme des Mannes in der Belustigung mitschwang. „Du wirst heute mein Dessert“, beschloss er und zog sie unsanft auf die Füße. Er beugte sich mit dem Messer in der Hand zu ihr vor und sie wich zurück, bis sie die Wand an ihrem Rücken spürte. Ein Schatten legte sich über sie als etwas vom Himmel fiel und den Mann auf den Boden riss.
    Die Frau im Nadelstreifenanzug.
    Joe beobachtete wie sie dem Mann das Knie in den Bauch rammte sodass er sich krümmte. Sie verdrehte ihm das Handgelenk und entwand ihm so das Messer. Sie nahm die Klinge zwischen Daumen und Zeigefinger und warf es auf eine kaputte Holzpalette die an der Backsteinmauer lehnte. Es drehte sich in der Luft und blieb schließlich mit der Klinge im Holz stecken. Der Angreifer stürzte sich auf die Frau, doch die trat nur lässig einen Schritt zur Seite und der Mann krachte mit dem Kopf zuerst in die Wand und sank daran herunter. Er stand nicht mehr auf.

    3 .

    Joe’s Retterin blies sich eine Strähne ihres kupferfarbenen Haars aus dem Gesicht und drehte sich um, als Joe ihr wieder einfiel.
    Einen Moment lang hatte Joe das Gefühl von oben bis unten gemustert zu werden. Dann trat die Frau näher heran und schaute auf Joe’s aufgeschürfte Handflächen. „Hände“, sagte sie unvermittelt.
    „Bitte, was?“Joe zog eine Augenbraue hoch.
    Die Frau griff nach ihren Händen und begutachtete sie. Die Panik hatte die ganze Zeit das Gefühl, das in ihr aufstieg verdeckt, aber jetzt konnte sie es nicht mehr verstecken und sah wie sich Licht von ihren Handflächen zu ihren Handgelenken ausbreitete.
    „Kannst du es kontrollieren?“, fragte die Frau mit einem besorgten Blick darauf.
    „Ich…Nein, ich weiß nicht was es ist. Ich habe es noch nie an mir gesehen. Aber woher wissen sie-?“
    „Gabby und du“, stellte sich die Frau knapp vor „Und mit wem habe ich das Vergnügen?“
    „Joesephine, aber eigentlich sagt jeder Joe“
    Gabby blickte einen Moment ins Leere, so als hätte sie gerade etwas Schwerwiegendes gehört, dann schüttelte sie den Kopf und wandte sich dann wieder an sie.
    „Also Joe“, begann sie „Du kannst es kontrollieren indem du mit ihm sprichst“
    „Bitte, was?“Joe kam sich ziemlich dumm vor.
    „Sag ihm was es tun soll, hier oben“ Sie tippte sich an den Kopf und fuhr dann fort: „ Wenn du dir vorstellst wie es stärker wird, wird es stärker und umgekehrt genauso“
    Joe runzelte die Stirn, sagte aber nichts und tat wie ihr geheißen. Sie schloss die Augen und konzentrierte sich. Vor ihrem geistigen Auge sah sie wie das Licht ein klein wenig schwächer wurde. Sie zog die Augenbrauen zusammen und stellte sich vor, wie das Licht noch schwächer wurde, bis es schließlich verschwand. Joe öffnete die Augen und betrachtete ihre Hände. Das einzig Auffällige daran waren jetzt nur noch die blutigen Schürfwunden.

    „Gut gemacht“, lobte Gabby „Die meisten Neulinge bekommen so etwas nicht beim ersten Mal hin. Du scheinst ein Naturtalent zu sein“
    „Wie? Es gibt noch mehr von meiner Sorte?“
    „Natürlich. Es gibt sie auf der ganzen Welt. Euer Müllmann könnte einer sein. Mich wundert es nur, dass deine Eltern dich nicht schon längst aufgeklärt haben. Bei den meisten passiert das mit acht oder neun“
    „Meine Eltern“, sagte Joe „sind an meinem neunten Geburtstag bei einem Kabelbrand gestorben und ich habe mein Gedächtnis verloren. Selbst wenn sie es mir schon gesagt hätten, wüsste ich es jetzt nicht mehr.“
    „Oh“, erwiderte Gabby nur „Das mit deinen Eltern tut mir leid“
    „Schon okay“, beruhigte Joe sie und lächelte dünn.
    „Kabelbrand, sagst du?“
    „Ja, warum? Stimmt etwas nicht?“
    „Nein, alles okay“ Gabby richtete den Blick auf Joe’s Hals. „Hey du hast da etwas.“, stellte sie gelassen fest. Joe fasste an den Blutrest an ihrer Kehle und erstarrte. Während sie die ganze Zeit Smalltalk mit einer Wildfremden gehalten hatte, war die Person, der ihr Angreifer einen Besuch abgestattet hatte wahrscheinlich tot. Sie blickte hinauf zu dem demolierten Fenster.
    „Wir können nichts mehr für sie tun“, sagte Gabby ruhig, als hätte sie Joe’s Gedanken gelesen. „Sie war direkt tot“. Joe schluckte, dann nickte sie knapp.
    „Woher wusstest du das? Dass sie schon…“ Joe zögerte „…tot ist“
    „Hast du kalt?“
    „Ja, ziemlich“
    „Wir können es spüren“, erklärte Gabby „Alle mit unserer Gabe. Ich erkläre dir später alles noch mal genau, aber vielleicht sollten wir woanders hingehen, bevor jemand uns mit dem Kerl in der Ecke sieht. Das könnte man falsch deuten.“ Sie wandte sich zum gehen und bedeutete Joe ihr zu folgen.
    Joe zögerte. Sollte sie wirklich mit ihr mit gehen? Sie kannte sie doch überhaupt nicht.
    „Stimmt was nicht?“, fragte Gabby als Joe sich nicht bewegte.
    „Ich…Ich weiß nicht, ob ich dir trauen kann. Also, ich kenne dich ja überhaupt nicht.“
    „Ich habe dir gerade das Leben gerettet“
    „Hm…ja, wahrscheinlich schon.“
    „Und ich habe dir Dinge über dich erzählt, von denen du selbst nichts wusstest.“
    „Ja, aber…“
    „Aber?“, fragte Gabby und zog eine Augenbraue hoch.
    „Gut. Okay, du hast mich überzeugt.“
    Gabby lächelte mit sich zufrieden und sie gingen zu einem weißen Sportwagen mit beigefarbenen Ledersitzen und Armaturen. Der Wagen strahlte Klasse aus und Eleganz. Gabby erklärte ihr, dass es ein Porsche sei und Joe gab sich damit zufrieden -die Details interessierten sie nicht wirklich. Als sie auf den Sitz glitt, war das Leder angenehm warm und der Motor erwachte mit einem leisen Schnurren, dass jedoch zu einem Röhren wurde als Gabby das Gaspedal durchdrückte und sie losschossen. Joe schnallte sich hektisch an und krallte die Finger in den Sitz. Gabby sah sie an und lachte als sie den panischen Gesichtsausdruck sah. Sie schaltete einen Gang runter und der Motor brummte anerkennend. Der Wagen fuhr jetzt langsamer und Joe entspannte sich.
    Gabby kicherte immer noch und Joe warf ihr einen finsteren Blick zu.
    „Hat der Typ im weißen Anzug auch zu dir gehört?“
    Gabby‘s Lächeln erlosch sofort. „Welcher Typ ?“
    „Bevor der Kerl mich angegriffen hat, hat am Pier so ein Mann im weißen Anzug gestanden. Sah ziemlich bleich aus und er hatte eine Sonnenbrille auf- die war allerdings schwarz.“
    Gabby antwortete nichts darauf und sondern nickte nur stumm.
    „Wohin fahren wir eigentlich?“, fragte Joe
    Bis jetzt war ihr noch nicht aufgefallen wie schön Gabby war. Das kinnlange Haar umrahmte in leichten Wellen ihr makelloses Gesicht. Ihre Haut ähnelte Porzellan und dichte Wimpern begrenzten die moosgrünen Augen.
    „In eine Art Schule für Leute von unserem Schlag“
    „Was es nicht alles gibt…“, murmelte Joe als sie die Stadt verließen.


    4.

    Die asphaltierte Straße wich einem geschlängelten Plattenweg, die den kahlen Laubwald durchschnitt. Goldbraune Blätter wirbelten durch die Luft, als der Wagen darüber hinweg schoss.
    Mittlerweile hatte Joe sich einigermaßen an Gabby’s Fahrstil gewöhnt und sie krallte die Fingernägel nur noch in jeder zweiten Kurve in den Sitz. Erstaunlicherweise trugen die empfindlichen Ledersitze keinen Schaden davon. Sie hörte das leise Poltern der lockeren Betonplatten.
    „Wir sind zurück bevor irgendjemand etwas merkt“, sagte Gabby unvermittelt.
    Wieder diese Gedankenleser-Nummer.
    „Sag mal, kannst du eigentlich Gedanken lesen?“
    „Natürlich nicht.“, erwiderte Gabby in gespielter Entrüstung.
    „Aber…“, hakte Joe nach. Jetzt hatte Gabby sie an der Angel.
    „So etwas ähnliches“
    „Ähm…“
    „Sind wir heute wieder übermäßig wortgewandt?“Joe warf ihr einen finsteren Blick zu. „Ja gut, okay. Es sind Bildfetzen-einfach gesagt. Wenn du zum Beispiel Lust auf Spaghetti hast sehe ich für den Bruchteil einer Sekunde einen Teller mit Spaghetti. Und Gefühle, Stimmungen oder Wünsche spüren wir auch. Wir spüren zum Beispiel die Trauer anderer Menschen-zwar gedämpft, aber wir können ja nicht jedes Mal wenn wir an einem Krankenhaus vorbeifahren einen Nervenzusammenbruch bekommen.“
    „Ja, macht Sinn“
    Im Wald wurde es immer nebliger. Joe bezweifelte, dass Gabby überhaupt noch etwas sah. Doch sie schaltete weder die Scheinwerfer an, noch fuhr sie langsamer.
    Ein gleißend helles Licht tauchte vor ihnen auf und Joe musste die Augen zusammenkneifen. Das Licht stellte sich als Beleuchtung eines Torbogens heraus. Sie hielten davor und Gabby schaltete den Motor aus.
    „Von hier aus geht’s zu Fuß weiter“, sagte Gabby und gab ihr eine kleine Schachtel.
    „Was ist das?“

    People are pathetic.

    sheislikesnow.tumblr.com

  11. #10
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    AW: Sofflchen is back, my other story

    „Was ist das?“
    „Sieht aus wie eine Schachtel“
    „Und was ist in der Schachtel?“
    „Guck doch nach“, erwiederte Gabby und stieg aus.
    „An deinen Humor muss man sich echt gewöhnen…“, sagte Joe während sie versuchte die Schachtel zu öffnen.
    „Hm?“Gabby drehte sich um und sah Joe mit der Schachtel kämpfen. „Oh, mann. Komm schon gib her, bevor du es kaputtmachst.“
    Joe warf ihr einen vernichtenden Blick zu „Ich bin kein kleines Kind“
    Gabby ignorierte den Blick „Doch bist du“. Joe wollte eine Bemerkung nachschicken, doch Gabby hielt ihr bereits die offene Schachtel vor die Nase.
    In einem Bett aus dunkelblauem Satin steckten zwei schwarzglänzende Blättchen.
    „Sind das Kontaktlinsen?“

    Gabby zuckte die Schultern und fing an leise eine Melodie in einer toten Sprache zu trällern.
    Joe klappte den Spiegel am Sonnenschutz im Auto runter und legte sich vorsichtig eine der Linsen auf ihre Fingerspitze. Sie fasste sich mit dem Finger ins Auge und blinzelte ein paar Mal. Sofort nahm das grelle Licht angenehme Ausnahme an. Sie setze die andere ebenfalls ein und stieg aus.


    ***

    Sobald sich das Tor hinter ihnen geschlossen hatte, legte sich eine Schicht aus weißem Nebel darüber. Überhaupt war alles umgeben von dichten Nebelschwaden, die sich um sie herum verflüchtigten und sich dahinter wieder verdichteten. Sie gingen über einen Pfad zwischen Umrissen von Bäumen hindurch der nur aus purem Licht bestehen zu schienen und Joe ging etwas unsicher darauf obwohl es sich nach festem Untergrund anfühlte.
    Sie nahm eine Bewegung vor sich war als sich der Nebel langsam auflöste und erblickte ein Mädchen das vor ihnen in der Luft schwebte. Ihr weißes Kleid schien leicht im Wind zu flattern obwohl Joe nicht die winzigste Brise spürte und das glatte blonde Haar, das fast dieselbe Farbe hatte wie das Kleid wehte um ihr rundliches Gesicht. Joe schätzte das Mädchen auf etwa sechs oder sieben Jahre. Sie hatte die Augen geschlossen und wirkte ruhig, aber konzentriert.
    „Wer ist das?“
    „Eine Wache“, antwortete Gabby.
    „Eine Wache ? Sie ist vielleicht sieben und sie hällt am Haupteingang von …was auch immer das hier ist Wache?“
    „Oh sie ist nicht zu unterschätzen. Sie ist eine von Michels besten Schülerinnen. Es wäre sogar möglich, dass sie der nächste Phosphorus wird.“
    „Der nächste was?“
    „Phosphorus ist lateinisch und bedeutet „Lichtbringer“. Es ist nicht wirklich eine Prophezeiung, weil Prophezeiungen nur Wünsche sind die sich vielleicht irgendwann mal abspielen werden. Das hier wird sich allerdings auf jeden Fall genau so abspielen wie wir glauben und das sogar sehr bald.“

    Gabby erzählte ihr, dass sie auf den nächsten „Lichtbringer“ warteten, der –wie der Name schon sagte, das absolute Licht bringt und alle Schatten dieser Welt vertreibt –sozusagen der Retter der Welt. Aber Gabby gab selbst zu, dass sich das ein bisschen seltsam anhörte, desshalb nannten sie ihn oder sie Phosphorus. Sie bilden das obere Ende in ihrer Kultur. Danach kamen die Leibwächter des Phosphorus: Die „Custodos lucis“, was so viel bedeutete wie „Wachen des Lichts“. Danach die Priester und die „Cantores Lucem“, die „Sänger des Lichts“ und auf gleicher Höhe mit diesen die Ausbilder- so wie Gabby einer war.
    „Da ich zurzeit sowieso nichts besseres zu tun habe, wirst du meine neue Auszubildende.“, stellte sie klar „Ich akzeptiere keinen Protest“, sagte sie vergnügt. Irgendetwas an ihrer ganzen Art war seltsam. Das war Joe schon ganz am Anfang aufgefallen.
    „Solang meine Tante nichts mitbekommt hab ich nichts dagegen“
    „Oh“. Es hörte sich fast an als wäre ihr ein bisschen Protest lieb gewesen. „Gut. Also, wenn du fertig damit bist sie anzustarren darfst du jetzt mit mir weitergehen“.
    „Äh, ja. Natürlich. Weiter geht’s“
    People are pathetic.

    sheislikesnow.tumblr.com

 

 

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