1. #1
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    Die Nacht, das Meer der Endlichkeit.

    Die Nacht, ist sie ein Feind, ein Fluch, vielmehr ein Grab?
    Ich erkenne mich in ihr wieder, in der Dunkelheit, in dem unbegreiflich Fassbarem und in der Sekunde der Tat, in den Minuten der Rastlosigkeit.
    Nicht verschwommen, nicht undeutlich erkenne ich mich im Spiegel, sehe sogar Licht, vertreibe den Schwindel der sich ausbreitet und lasse mich nicht niedersinken.
    Das Wasser fließt und fließt, ich will mich darin spiegeln und dann verdursten.
    Die Hände hören nicht auf. Sind es meine Hände? Das Wasser läuft und läuft. Tränen pulsieren auf meinem Gesicht, für die Ewigkeit unsichtbar, für die Seele allzu nachsichtig.
    Die Hände sie wollen nicht aufhören. Etwas ist an ihnen, etwas von der Nacht. Unscheinbar und doch fassbar.
    Vertrauen? Das finde ich nicht, nirgendwo. Nicht in meinen Händen, irgendwo?
    Nicht die Tränen wegwischen, sage ich mir. Doch, doch tu es!
    "Aber, meine Hände, meine Hände!", hauche ich, während die Kraft nachlässt, aber der Schmerz nicht. Überall an den Händen. Müssen es meine sein? Sie sind so dreckig, was haben sie angefasst? Ich weiß es ist falsch, es ist so falsch. Sie können nicht dreckig sein, oder? Ich sehe nichts, aber meine Tränen sieht man auch nicht.
    Seit Stunden steht das Fenster offen, lässt die kalte Nachtluft hinein und will mich doch nicht erfrieren lassen. Ich will verbrennen, erfrieren, aber irgendjemand muss es verschwinden lassen. Ganz einfach. Die Haut reibt aneinander, es quietscht, die Angst quillt über, es verschwindet nicht, die Angst bleibt stehen, sie explodiert mit einem Zusammensinken. Die Arme sind abgeknickt, hängen über dem Waschbecken und die Tränen vermischen sich mit den Wassertropfen. In die Nacht fließt der unsichtbare Tag. Wieso hat sie mir das angetan? Wieso hat sie, diese eine Person auf diesem Platz in der Straßenbahn gesessen, warum haben so viele auf ihm gesessen, warum muss man diesen Knopf drücken um hinaus-. Die Hände zittern, sie sind warm, rot angelaufen, sie schämen sich geradezu. Sie schämen sich für den Dreck. Alles steht unter Wasser und doch ertrinke ich nicht.

  2. #2
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    AW: Die Nacht, das Meer der Endlichkeit.

    du beschreibst ein kismet voller selbstzweifel, glaub ich.
    .



  3. #3
    Ivy
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    AW: Die Nacht, das Meer der Endlichkeit.

    du beschreibst ein kismet voller selbstzweifel, glaub ich.
    Mhm interessant, möglich, aber ich wollte auch sehr viel Sicherheit darstellen. Eine Art Spiegel im Spiegel sozusagen. 2 Spiegel, die 2 komplett verschiedene Auffassungen widerspiegeln.
    Geändert von Ivy (20.05.2011 um 00:29 Uhr)

  4. #4
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    AW: Die Nacht, das Meer der Endlichkeit.

    eben ... zwei spiegel gegenüber gestellt spiegeln sich unendlich wider.
    .



  5. #5
    Ivy
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    AW: Die Nacht, das Meer der Endlichkeit.

    So, mein ich das nicht ganz.
    Es zeigt etwas Verrücktes. Mir fällt gerade keine bessere Beschreibung ein. Etwas Verrücktes, dass gespiegelt wird, aber nicht in einem anderen Spiegel. Widerspiegeln tut es sich in einer anderen Ebene.
    Und das tut es, obwohl es in einem anderen Spiegel gefangen ist, der vermeintlich für den Ich - Erzähler -tatsächliche- Sicherheit gibt, obwohl er etwas anderes widerspiegelt für den Betrachter.

  6. #6
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    AW: Die Nacht, das Meer der Endlichkeit.

    klingt wie die odysee ins Ich als selbstgewählte sicherheitsverwahrung.

    ich bin off ... und les morgen abend weiter. gn8.
    .



  7. #7
    Ivy
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    AW: Die Nacht, das Meer der Endlichkeit.

    Ja, doch das passt.

    Gute Nacht

  8. #8
    König
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    AW: Die Nacht, das Meer der Endlichkeit.

    hui, irgendwie mag ich pathetische texte, wobei ich diesen schon etwas zu erfüllt von theatralik finde.
    hach: Alles steht unter Wasser und doch ertrinke ich nicht.

    Na gut, das alles ist etwas.. unstrukturiert und verzweigt. Es fällt dem Leser schwer, sich damt zu identifizieren ..man wird zwar ein bisschen von der bildhaften Sprache in Anspruch genommen, aber da fehlt die Handlung. Das ist so mal ganz nett zu lesen, aber wirklich großen literarischen Charakter hats nicht, find ich..

  9. #9
    Ivy
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    AW: Die Nacht, das Meer der Endlichkeit.

    Danke für die Kritik

    aber da fehlt die Handlung.
    Da muss ich sagen, dass es gewissermaßen beabsichtigt ist.
    Ich habe die Handlung etwas eingeschränkt im Ausmaß, damit der Stillstand zum Ausdruck kommt. Das Problem ist, dass es einen Stillstand im Fortschritt gibt.

  10. #10
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    AW: Die Nacht, das Meer der Endlichkeit.

    Ja ich weiß. Vielleicht hätte ich es anders ausdrücken sollen.. es fehlt die Spannung

    Im Stillstand gibt es immer einen Fortschritt.. man lebt ja immer noch weiter, also schreitet etwas fort.
    Wie genau meinst du das denn?

    Hey, mein Zitat müsstest du ja mögen ;D

  11. #11
    Ivy
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    AW: Die Nacht, das Meer der Endlichkeit.

    es fehlt die Spannung
    Genau, aber spannend soll es gar nicht sein.
    Es ist auf einen Gedanken reduziert, der sich gestern Nacht in meine Gedanken schlich und immer schon dort geschlafen hat.

    Wie genau meinst du das denn?
    Ich wollte einen Stillstand im Menschen beschreiben, wie die Person sich selber sieht, wie sie sich sehen möchte und wie sie von außen betrachtet werden könnte.
    Es 'fällt' den Leser nicht an, weil der Text sich vom Leser distanzieren soll. Die Distanz ist das Entscheidende, auch für den Protagonisten.
    Distanz schaffen, Distanz erleben und Distanz empfinden.
    Während diese Distanz geschaffen wird, verbleibt ein fester Punkt.
    Dieser Punkt bietet den irrationalen Grund, auf dem sich alles aufbaut.

    Hey, mein Zitat müsstest du ja mögen ;D
    Deine Signatur? Ja

  12. #12
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    AW: Die Nacht, das Meer der Endlichkeit.

    Ja, das mit dem wie die Person sich selber sieht, wie sie sich sehen möchte und wie sie von außen betrachtet werden könnte, wird schon recht deutlich ^^
    Naja, bin gespannt auf weitere Texte
    (die ich hoffentlich etwas besser verstehen werde.)

  13. #13
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    AW: Die Nacht, das Meer der Endlichkeit.

    Ich fing an zu lesen im Gedanken: "Ach nee, wieder so ein pseudo-es-tut-so-weh-Text". Der Gedanke verflog jäh, der Text gefällt mir echt sehr. Dieser Gedanke, der Stunden, wie auch nur eine Sekunde andauern kann, diese Zeitloigkeit des Gedankens. Die passive Verbindung zu den Sinnen, wow!
    Allerdings könnte ich dir ... eien Keks stehlen(!) für den Schluss!

    Alles steht unter Wasser und doch ertrinke ich nicht.
    Wow... halt, was? Dieser eine Satz hat in mir den Gedanken irgendwie zunichte gemacht. Du versuchst mit dem text etwas Neues und bringst unbedingt als Schluss so etwas Banales, Aufgebrauchtes? Ich fands echt schade. So destruktiv. Fällt dir nicht vielleicht schnell noch etwas anderes ein?


  14. #14
    Ivy
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    AW: Die Nacht, das Meer der Endlichkeit.

    Danke für deine Kritik!

    "Ach nee, wieder so ein pseudo-es-tut-so-weh-Text".
    Einen solchen Text würde ich nie bewusst verfassen, weil ich Texte schreibe um mich selber weiterzuentwickeln.
    Würde ich nur über mein Leid klagen und es zwanghaft auf das Papier bannen wollen, dann würde ich gleichzeitig eingestehen, dass ich nicht meine Grenzen austeste. Dass ich nur schreibe um zu schreiben.
    Ich würde eingestehen, dass ich den Akt des Schreibens nur ausnutze und verbrauche.

    Der Gedanke verflog jäh, der Text gefällt mir echt sehr. Dieser Gedanke, der Stunden, wie auch nur eine Sekunde andauern kann, diese Zeitloigkeit des Gedankens. Die passive Verbindung zu den Sinnen, wow!
    Allerdings könnte ich dir ... eien Keks stehlen(!) für den Schluss!
    Danke, freut mich.
    Bitte, bitte nicht meine Kekse!
    Du versuchst mit dem text etwas Neues und bringst unbedingt als Schluss so etwas Banales, Aufgebrauchtes? Ich fands echt schade. So destruktiv. Fällt dir nicht vielleicht schnell noch etwas anderes ein?
    Ein alternativer Schluss und das schnell? Ich versuche es mal, obwohl ich nicht mehr in diesem "Inspirationsfaden" bin.

    Verblendet bin ich im Wahn, verbraucht in der Nacht, verlebt im Tag.
    Das Wasser trifft meine Lunge, erstickt mein Herz, eher meine Seele?
    Ertrinken kann ich nicht. Was machen meine Hände? Sie berühren mich in einer Bewegung, die in der Vergangenheit geboren, bis in die Zukunft greift. Sie erwürgen mich, meine beiden verschmutzten Hände. Ohne Rast, ohne Intention, verweilen sie auf meiner Kehle, nehmen mir die Luft ohne danach zu streben. Ich erkenne mich in ihnen wieder und doch, dennoch verweile ich bei ihnen. Lediglich daneben, im Wahn geborgen, eher ergeben und gebannt im Sein.

  15. #15
    König
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    AW: Die Nacht, das Meer der Endlichkeit.

    Zitat Zitat von Ivy Beitrag anzeigen
    Verblendet bin ich im Wahn, verbraucht in der Nacht, verlebt im Tag.
    Das Wasser trifft meine Lunge, erstickt mein Herz, eher meine Seele?
    Ertrinken kann ich nicht. Was machen meine Hände? Sie berühren mich in einer Bewegung, die in der Vergangenheit geboren, bis in die Zukunft greift. Sie erwürgen mich, meine beiden verschmutzten Hände. Ohne Rast, ohne Intention, verweilen sie auf meiner Kehle, nehmen mir die Luft ohne danach zu streben. Ich erkenne mich in ihnen wieder und doch, dennoch verweile ich bei ihnen. Lediglich daneben, im Wahn geborgen, eher ergeben und gebannt im Sein.
    Ich liebe dich!

    Parfait. Félicitations.


 

 
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