Ich war hier gefangen, aber auch nur sprichwörtlich, denn vor mir erstreckte sich ein Weg. Mein Instinkt sagte mir, dass ich dem Weg folgen müsste und ein Stillstehen auf dieser Stelle fatal wäre.
Einige Meter hatte ich bereits beschritten, doch die Dunkelheit machte mir immer mehr zu schaffen. Rechts, links, vor mir, hinter mir- alles war schwarz. Vor wenigen Momenten wäre ich beinahe ausgeflippt, da ich zu lange auf einer Stelle gestanden hatte.
Ich lief schnellen Schrittes vorwärts und ließ mich nicht allzu sehr durch die Stimmen, die immer lauter wurden, beunruhigen.
Panisch und manisch drehte ich mich um- da war etwas. Dieses Geräusch war anders als das allgemeine Stimmengewirr, das schon seit jeher bestand. Meine Augen konnten es nicht sehen, meine Ohren nicht hören, und auch sonstige Sinnesorgane halfen mit nicht dabei, den geheimnisvollen Gast zu identifizieren. Ich versagte. Hatten die anderen Stimmen den Gast identifizieren können?




Erst im Nachhinein bemerkte ich, dass sie mir gestern wohl eine Nachricht geschickt hatte. Ach, wie man doch übertreiben kann.


Ich tappte nun weiter im Dunkeln. Entsetzt schrie ich auf, da mich auf einmal kalte Hände am ganzen Körper berührten. Sie glitten mit festem Druck über alle Körperteile, währenddessen ich mich wegen des gewaltigen Schreckens nicht wehren konnte. Warum können sie das, warum tun sie das, warum sind ihre Hände kälter als meine?


Mein Freund lag neben mir und streichelte mir sanft über den Körper, während ich seinen Annäherungsversuchen immer mehr auswich. Ich war müde, ich wollte endlich schlafen.




Auf einmal ließen die Hände von mir ab und ich begab mich schnellstmöglich weiter. Diesmal, und immer noch im Schwarzen gefangen, lief ich in die rechte Richtung, ob es wohl auch die Rechte war?


Ich bog nun in die Straße ein, in der das Buch Vom glückseligen Leben für gerade mal 4 Euro auf mich wartete. Vielleicht konnte es mir den Grund für die Unglücksfälle erläutern.


Ich fragte mich, wo die anderen Menschen blieben, was ich hier allein machte, warum mir keiner half. Sind auch andere hier?
Während ich eine lange Zeit nun gerade aus lief, wandelte sich meine Stimmung in Hass allen gegenüber; und die Stimmen wurden lauter.
Sah mich nach vorn um, nach hinten, rechts, links und ging weiter.
Hallo. Ich bin hier, folge mir. Komm schon, hierher, sagte eine weibliche, zarte Stimme. Hier ist etwas anderes. Du weißt nicht was, aber wäre es nicht weise dies zu probieren? Sicherlich, sicherlich. „Wohin muss ich denn? Du kommst mir gerade rechtzeitig.“


Endlich hatte ich den Umgang mit der geliebten Gitarre gelernt; und noch dazu gab es jeden Morgen das braune Schokozeugs für in die Milch, die das übliche Müsli bei mir zu Hause um ein weites überschatteten.


Ach, eine bessere Alternative als mich hast du nicht, oder? Nun, auch ich bin sehr eingeschränkt. Meine Stirn ist eng, nahezu nicht vorhanden. Leide!
Sofort lag ich kriechend, kreischend, schreiend auf dem Boden krümmte mich vor Schmerz, bis ich ein Buch, das etwa einhundert Meter von mir entfernt war, sah. Die Arme hielt ich hoch, jubelte, trällerte, pfiff.


Als ich im mir verhassten Philosophie-Unterricht saß, ließ ich meinen Rücken nun vollends hängen. Mein Leben ist wie ein Kreis.


Ich stürmte zu dem seit langem erhofftem Wunder. Wie durch ein Wunder war dies Buch erhellt, sodass ich es genussvoll lesen konnte. Der Raum erhellte sich und offenbarte mir Dinge, die ich nie zuvor gesehen hatte: Direkt vor mir fand ein Kampf zwischen Ochse und einem alten Menschen statt.
Ich sprang entsetzt zwischen die beiden und brach dem Ochsen ohne Nachzudenken das Genick. Als dieser nun tot auf dem schwarzen Fliesenboden lag, erkannte ich, dass mich der Schein getäuscht hatte: Der Ochse war ein kleines, unschuldiges, lammfrommes Mädchen.




Oh je, da hatte ich dem kleinen Mädchen Schläge angedroht. Warum hatte ich zuvor bloß den Eindruck gehabt, dass diese mehr vertragen könnte? Ich gehe mal weiter.




So saß ich lange Weile auf dem Boden, dachte lange über Geschehnes nach, stand nun auf und der Raum war klar wie nie zuvor. Ich erkannte alles in einem lichten Schein, Schein? Konnte nun eingreifen, belehren, stillstehen, schnell vorwärts gehen, lichter sein; und dann sah ich ein Buch, das ich sofort las, und der Raum ward so schwarz als wie zuvor.


Ich unterhielt mich mit meinem Opa über Ehre, dabei ging mir das Lichtlein aus.