1. #1
    Meischukmeilech
    Gast

    Die Träume Satyrevs I

    Es ist ein roh-schnitt... ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob es überhaupt in die Nibel-Chronik einfliessen wird. Aber ich hatte in letzter Zeit Probleme mit Alpträumen und fand, es wäre eine Überlegung wird, diese zu nutzen und sie Herrn Rhey anzudichten. Aber posten kann ich es hier ja mal... Drei Millionen überarbeitungen behalte ich mir natürlich vor... *g*

    /edit: ein Mod möge doch so nett sein und meiner Pingeligkeit genüge tun... der Titel muss umbenannt werden, wie intern schon getan... ich muss ja die Marotten der Reihe beibehalten...

    Die Träume Satyrevs I

    Protokollarischer Aktenanhang e2 (außerordentlich)
    Patientennr: 3141592




    In der Sitzung vom Freitag mit Herrn Satyrev Rhey trat eine Besonderheit auf, die ich hiermit gesondert aktlich vermerken will. Dies ist für den Fall, dass weitere therapeutische Dissonanzen auftreten, die eine stationäre Behandlung notwendig machen könnten.


    Herr Rhey war bei dem Betreten der Praxis sehr aufgebracht und konnte von meiner Sprechzimmerhilfe nur schwer beruhigt und ins Wartezimmer gebracht werden. In der Sitzung selbst musste dann auch der eigentlich angesetzte Rorschachtest vertagt werden, da Herr Rhey nicht bereit war über etwas anderes zu sprechen als seinen derzeitigen Zustand. Es wurde entsprechend als erschwerender Umstand im Rechnungsbeleg vermerkt. Herr Rhey schilderte in dieser Nacht einen Traum erlitt, der ihn sehr verwirrt habe. Anliegend werde ich seine Schilderungen protokollarisch wiedergeben.


    „Ich befand mich im Aufsichtsraum einer Verarbeitungshalle, die, wie ein Vorarbeiter mir erklärte, zur Regulierung der maschinellen Produktion innerhalb des Pharma-Unternehmens diente. Es handelte sich um eine Firma, die auf biologischer Grundlage aphrodisierendes Potenzmittel herstellte. Das Unternehmen hieß OLYMP und ihr Produkt nannten sie ZEUS. Bei dem Mittel handelte es sich um eine Pille länglicher Form, die mit einem blauen Stier verziert war. Der Vorarbeiter erläuterte mir, dass ich für die Steuerung der Maschinen zuständig sein würde. Ich erklärte daraufhin, dass ich kein entsprechendes Verständnis für die technischen Gerätschaften, die in diesem Unternehmen benutzt werden, besitzen würde, weil es sich schließlich um spezialisierte, industrielle Maschinen handelte, die einer entsprechend ausführlichen Unterweisung notwendig machen würden. Doch er meinte nur, dass die Aufgabe im Prinzip ganz einfach sei. An der Wand befand sich ein auffällig großer Hebel, der, wie er mir versicherte, dennoch äußert einfach zu bedienen sei. Gleich neben diesem martialisch-anmutendem Hebel befand sich eine große, rote Lampe, die gelegentlich aufleuchten würde. Wenn dies geschähe, solle ich den Hebel betätigen. Ich fragte daraufhin, was dieser Hebe bewirke. Daraufhin erläuterte der Vorarbeiter, dass ich ein Bruttogehalt von 4000 Euro erhalten würde für täglich drei Stunden dieser Arbeit. Ich freute mich also über dieses leicht-verdiente Geld und wurde daraufhin allein gelassen. Lange Zeit passierte gar nichts. Letztendlich setzte ich mich an einen kleinen Tisch mitten in der Kammer und träumte vor mich hin. Nach einiger Zeit wurde ich durch einen lauten, metallischen Signalton fast vom Stuhl geworfen. Die Lampe leuchtete. Nein, ich möchte lieber sagen sie glühte. Das trifft es vermutlich besser. Wie ein dämonisches Auge glühte sie. Mein Herz schlug wild, während ich mich dem Auge und dem Hebel näherte. Ich wusste nicht genau warum, aber ich war furchtbar aufgeregt und ekstatisch. Ich brauchte tatsächlich überraschend wenig Kraft um den Hebel zu betätigen. Es irritierte mich, dass ich keine Reaktion bewirkte, aber vermutlich würde in der Verarbeitungshalle jetzt irgendein schweigender Prozess ablaufen. Doch dann entstand ein markerschütterndes Geräusch, als würde ein überdimensionaler Amboss auf eine Blechplatte geschleudert werden. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie laut das war. Der ganze Raum vibrierte noch Sekunden später. Dann war es wieder still, als wäre nie etwas passieren. Der Raum war im Normalzustand schon fast ungewöhnlich ruhig. Wenn ich mit den Fingern einmal gedankenverloren auf meinen Tisch trommelte, zuckte ich unwillkürlich zusammen, weil ich befürchtete, man könne es durch die ganze Anlage hören. Ein leichtes Unbehagen überkam mich und ich fragte mich erneut, was der Hebel wohl genau bewirkte. Dennoch wiederholte ich meine Aufgabe weitere 3 Male. Jedoch nicht, ohne nervlich jedes Mal ein wenig mehr angeschlagen zu sein. Als die Lampe das vierte Mal aufleuchtete und mich rief, schlich ich wie ein geprügelter Hund zum Hebel. Als der Knall wieder kam, wimmerte ich ein wenig vor mich hin und musste mich einige Male Ohrfeigen, bis ich zur Besinnung kam. Kurz danach öffnete sich eine Tür und ein Mitarbeiter bot mir an kurz zu übernehmen, damit ich auf Klo gehen oder eine Raucherpause einlegen könnte. Ich nahm dankend an. Auf dem Weg zum Aufenthaltsraum blieb ich unvermittelt stehen, als ich einen abzweigenden Flur, mit dem Hinweisschild „Zur EUROPA-Anlage – Unbefugten ist der Zutritt untersagt“ bemerkte. Mir war klar, dass es sich hier um den Apparat handeln musste, deren Ablauf ich durch den Hebel bediente. In mir entstand ein Gewissenskonflikt. Ginge es nur um Neugierde, wäre mir klar gewesen, dass es falsch wäre auch nur daran zu denken, die Anlage zu betreten. Aber schließlich empfand ich es als eine Frechheit, dass von mir gefordert wurde Teil eines Vorganges zu sein, dessen Auswirkung ich nicht kannte. Also schlich ich zur EUROPA Anlage. Sie wurde von einer schweren Eisentür verborgen, die sich aber ohne Probleme öffnen lies. Als ich eintrat, war ich ein wenig verwirrt. Kurz hinter der Tür war eine Erhöhung. Eine gigantische, erhöhte Fläche, die sich durch die gesamte Halle zog, um genau zu sein. Dicht an dicht befanden sich stillstehende, horizontal-verlaufend, Laufbänder auf dieser Fläche. Links und rechts, am Ende der Halle, verschwanden die Laufbänder in Öffnungen an der Wand. Alles war nass und triefte. Offensichtlich gehörte ein Reinigungsvorgang zu dem Prozess. Mein Blick fiel auf unendlich viele Hochdruckstrahler, die sich an den Wänden befanden und bedrohlich auf das Laufbandmeer blickten. Plötzlich fingen die Laufbänder an sich zu bewegen. Ich hörte ein fernes Quängeln, das sich hundertfach duplizierte und schließlich durch die Wand auf den Laufbändern in Form von kleinen nackten Säuglingen in die Halle transportiert wurde. Ich verstand nicht, was vor sich ging. Dann blickte ich nach oben. Eine riesige, tonnenschwere Platte war in die Decke eingefasst. Es handelte sich um eine riesige Pressanlage. Dann erklang ein lauter, metallischer Signalton. Irgendwo leuchtete ein dämonisches Auge.„

    Nach dem Gespräch verschrieb ich prophylaktisch ein Benzodiazepin. Ich halte den Traum jedoch für unbedenklich und Herrn Rheys Befürchtungen, eine seelische Abnormalie zu entwickeln, für übertrieben.


    A. Mendel
    Geändert von Meischukmeilech (15.06.2009 um 13:31 Uhr)

  2. #2
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    AW: Die Träume Satyrevs I

    This is no lullaby!

  3. #3
    Meischukmeilech
    Gast

    AW: Die Träume Satyrevs I

    nich? schade...

    ich denke mittlerweile, es wird wohl in den kanon aufgenommen... ich freunde mich langsam beim wiederholtem lesen damit an...

  4. #4
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    AW: Die Träume Satyrevs I

    Ja.. und das mit der Genauigkeit, bzw Brutalität... belass es dabei. Ich hab nochmal beim SturmDerLiebe-Gucken drüber nachgedacht.
    Der Text würde sein gewisses Etwas verlieren, und das wollen wir ja nicht. Aber trotzdem brauche ich 1, 2 Tage, wie bei Marie. Wenn ich wieder Erbsen zähle und aufessen möchte, sag ich dir Bescheid.

  5. #5
    Meischukmeilech
    Gast

    AW: Die Träume Satyrevs I

    ja... es hätte stilistisch noch sinngemacht, weil es ja herrn rheys seelenleben wiederspriegeln soll, zur betonung der zergeistung... aber ich glaub, das ist so besser...

    ich merk grad, dass ich chronologisch recht merkwürdig arbeite...

    die Reihenfolge der Geschichten Innerhalb des Satyrev-Strangs ist nämlich:

    Die Farbe Braun -> Die Träume Satyrevs I + II -> Die Asche Satyrevs

    ergo hab ich irgendwie von hinten angefangen... wobei eventuell noch nach der Asche was kommt... aber ich weiss noch nicht...

  6. #6
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    AW: Die Träume Satyrevs I

    Farbe Braun? Ich steh aufm Schlauch. Und finden kann man hier auch nichts... schick mal.

  7. #7
    Meischukmeilech
    Gast

    AW: Die Träume Satyrevs I

    da ich gestern erst einen der Träume vollendete und ich erwähnte, dass ich die Satyrevhandlung aus irgendeinem Grund rückwärts schreibe, kannst du dir an den fingern abzählen, dass "Die Farbe Braun" noch nicht existent ist... *g* Vorher muss ich noch einen etwas umständlicheren Traum malen....

  8. #8
    Freysinn
    Gast

    AW: Die Träume Satyrevs I

    da es was neues gibt und der letzte post gelöscht wurde, erlaube ich mir mal nach so langer Zeit nen doppelpost... *g*

    Da am Ende nur angedeutet ist, was die EUROPA-Anlage macht, hab ich mich um eine "musikalische" Interpretation bemüht... *g*

    [MEDIA]http://freysinn.de/blog/Europa%20stampft.mp3[/MEDIA]
    Geändert von Freysinn (01.07.2010 um 19:38 Uhr)

 

 

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