1. #1
    AsystemdA
    Gast

    erinnerungen..eine kurzgeschichte :)

    das gras weht mir um die knoechel, waehrend ich in die sonne blinzele. er ist da, ich sehe ihn gegen das licht. ich weiss, dass er es ist, wer soll es sonst sein. er setzt sich neben mich und beginnt zu reden. er erzaehlt mir irgendetwas, ich weiss nicht was. bestimmt redet er von alten zeiten. damals. wir waren es. wir 5 gegen den rest der welt, 4 halbwuechsige jungs und ich. ich habe viele sachen die wir damals veranstaltet haben erst jahre spaeter verstanden. ich war ja erst 6. aber ich konnte mich durch die kleinsten luecken quetschen. meine kleinen haende passten in jede tasche. und wenn ich anfing zu weinen mit meinen grossen kulleraugen hat niemand die polizei gerufen, oder mich gar festgehalten.
    "hast du was dabei?" die frage durchzuckt mich, und sie eruebrigt die frage die ich ihm stellen wollte. "nein, ich bin da raus. lass mich damit in ruhe." ich spuere seinen blick von der seite. "nur eine kleine line...so auf alte zeiten?" verschmitzter unterton. in mir brodelt eine wut hoch. frueher, da haben wir fuereinander gelebt. nicht fuer den stoff. das benny tot ist scheint ihn kalt zu lassen, solange er nur genug puder hat damit man seine nase nicht sieht. "ben ist tot." "weiss ich doch.." "ist dir das egal?" ich mustere ihn, sein blick schweift in die ferne. ich kann seine gedanken seinem gesicht nicht mehr ablesen. wir haben uns voneinander entfernt. die erkenntnis trifft mich wie ein schlag. frueher haette ich die frage nicht gestellt. ich haette einfach gewusst ob es ihm egal ist. er scheint nicht antworten zu wollen, ist weit weg, das spuere ich schon, man sieht es seinem blick an. ich stosse ihn leicht an. "hm?" "ob es dir egal ist, martin" "schon krass" krass, achso. das ist also krass. sein kleiner bruder geht an dem zeug zugrunde und das is ja schon krass. "mehr weisst du nicht dazu?" "weiss nich. ich hab ihn die letzten jahre nicht mehr gesehen, keine ahnung was er gemacht hat." ich schaue auf den see hinaus, kinder schreien.
    szenen von frueher blitzen flashbackartig in mein bewusstsein. benny und marv vor mir. die anderen beiden durften heute nicht raus. ich kann nicht so schnell laufen. sie spornen mich an, aber ich kann nicht mehr. wir laufen seit einer viertelstunde. es ist mein 7. geburtstag. sie haben mir versprochen es gibt eine grosse ueberraschung. sie haben ein auto aufgebrochen, sie wollten es mir schenken, damit wir alle darin spielen koennen, wir waeren reich und beruehmt und verhasst. sie haben nicht mit dem besitzer des autos gerechnet. er ist hinter uns her, und mit ihm sein hund. es ist ein grosser hund.
    auf einmal bin ich wieder in der gegenwart. ein ball ist auf mein handtuch gefallen. ein kleines maedchen kommt angerannt. ich laechele sie an, sie hat trotzdem angst vor mir,nimmt den ball und laeuft schnell zurueck zu ihrer familie.
    "wieso haben wir uns so sehr auseinandergelebt?" er schaut mich nicht an, zeigt keinerlei reaktion, aber ich weiss, dass er mich gehoert hat. ich warte, und waehrenddessen habe ich das gefuehl die zeit spueren zu koennen, die zeit in ihrer gegenwart, zukunft...und vergangenheit. sie legt sich geradezu auf meine haut, ich spuere sie um mich herum auf dem handtuch, als haette sie sich ploetzlich dazu gelegt. "wir waren so verschieden." waren wir das? sicher, jeder hatte seine macken. benny war zu sensibel. marv war zu brutal. und kris? in meinen augen hatte er damals keine einzige macke, er war der aelteste und,doppelt so alt wie ich, fuer mich so etwas wie gott. aber er hatte macken. er hatte keinerlei selbstbewusstsein. er war der erste von uns der drauf haengen blieb. er hat uns alle dazu gebracht das zeug weiter zu verkaufen. und lenny, der kleine lenny. er war 4 jahre aelter als ich, und doch war er duenner. er war schmaechtig, aber der schein truegte, er war der drahtigste und ausdauernste von uns allen. aber grundverschieden? wir sind wie geschwister aufgewachsen, wir haben jeden tag zusammen verbracht. als wir aelter wurden auch jede nacht. ich war mit jedem von ihnen einmal zusammen, und immer hat es fuer streit gesorgt. aber sie waren alle gleich,ja. und ich war genauso. wir waren grossstadtkinder, wir haben in alten fabrikgebaeuden im industriegebiet gespielt und niemand wusste was wir machten. und wir waren so gluecklich. "vielleicht haetten wir uns eher trennen sollen" er schaut mich an. "glaubst du?" "naja, vielleicht auch niemals." "ich vermisse ihn nicht mal, bea." "ich vermisse die alten zeiten. wir haben ihn beide fast 10 jahre nicht gesehen." "ja. das ist eine lange zeit." ich nicke abwesend, ich weiss gar nicht, ob er es sieht. morgen ist die beerdigung. "ob kris und lenny da sein werden?" "lenny wohl nicht. mutter hat ihn nicht gefunden, obwohl sie 3 wochen lang jeden erdenklichen anhaltspunkt abgeklappert hat." "lieb, dass sie sich kuemmert." " er war schliesslich ihr sohn." "der ihr nur schwierigkeiten bereitet hat." "ich etwa nicht?" "waere ich eine unserer muetter..." "du bist im kopf ein kerl,und dazu noch ein sehr brutaler, gewissenloser. das zaehlt nicht." ich lache gedaempft. er weiss nichts. er kennt mein leben gar nicht, und das wird mir grade schmerzlich bewusst. "wieviel zeit ist vergangen..." "allerdings. und du bist ganz clean?" "ich bin versicherungsangestellte und habe 2 gesunde kinder." er schaut mich lange an. "ich haette nicht gedacht das ausgerechnet du es schaffst." "goennst du es mir nicht?" "doch doch. aber ich haette es einfach nicht gedacht." "okay." er ist anders geworden. die sonne kommt dem see immer naeher. "wollen wir gehen?mir wird kalt." er steht auf und greift seine jacke. "vielleicht..." "ja?" "ich weiss auch nicht. das leben ist ne komische sache." ich lache. "ja, richtig. und dein bruder ist tot und es ist dir egal, weil du auf koks bist und dein leben wegschmeisst in dem du auf high society partys irgendwelche anfang-zwanzig maedels abschleppst die ernsthaft denken in dir ihren sugar daddy zu finden." wir gehen richtung waldweg und reden nicht mehr. es ist alles gesagt. morgen werde ich wieder fahren, ich werde meine kinder in den arm schliessen und ich werde meinen mann kuessen, und ich werde in mein reihenhaus gehen und einen netten lebensabend verbringen, hoffentlich noch 40-50 jahre. ich weiss nicht ob er das jemals wird. aber meine zeit ist gekommen, den erinnerungen lebwohl zu sagen. meine kindheit ist vergessen, und das erste mal in meinem leben habe ich das gefuehl, ganz gelassen zu sein und mir um nichts mehr sorgen machen zu muessen.


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  2. #2
    Nachwuchsspammer
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    AW: erinnerungen..eine kurzgeschichte :)

    Hallihallo =)
    Also erstmal finde ich die Idee für deine Geschichte sehr schön. Vielleicht könntest du dir nächstes Mal die Mühe machen, auf Groß- und Kleinschreibung zu achten, denn dann liest sich der Text im Allgemeinen leichter.
    Eine spannendere Stelle hätte evtl. auch eingebaut werden können bzw. eine vorhandene weiter ausbauen.
    Dass du am Ende das Leben der weiblichen Person schilderst, gefällt mir auch sehr gut. Jedoch ist mir das Ganze im Verhältnis zu dem Mädchen, das in heimlich in Fabriken gespielt, Autos aufgebrochen hat usw. ein Stückchen zu viel "happy end".
    Ansonsten habe ich nichts auszusetzen

    Liebe Grüße
    Und dann sagte er "Ich liebe dich" & ich hätt kotzen können.

  3. #3
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    AW: erinnerungen..eine kurzgeschichte :)

    Jau, ist mir auch zuviel happy end. Da fehlt noch n knaller. Aber ich muss sagen, echt gut geschrieben! Erinnert mich an die Jugendbücher die ich früher gelesen hab.
    Das eine Schaf zum anderen: "Du, ich glaub der Hund und der Schäfer machen gemeinsame Sache."
    Entgegnet das andere: "Ach hör doch auf mit deinen Verschwörungstheorien!"

  4. #4
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    AW: erinnerungen..eine kurzgeschichte :)

    hmm ... bemüht
    .



  5. #5
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    AW: erinnerungen..eine kurzgeschichte :)

    "und waehrenddessen habe ich das gefuehl die zeit spueren zu koennen, die zeit in ihrer gegenwart, zukunft...und vergangenheit. sie legt sich geradezu auf meine haut, ich spuere sie um mich herum auf dem handtuch, als haette sie sich ploetzlich dazu gelegt."

    die Formulierung find ich niedlich.
    Ansonsten ist der Text ganz ordentlich geschrieben, also sprachlich gesehen. Inhaltlich tu ich mich grad irgendwie schwer.. ich kann irgendwie nichts dazu sagen.

 

 

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