1. #1
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    Selbstmord egoistisch oder nicht ?

    Hei
    Ich hab da mal eine Frage und zwar sagen ja viele das Selbstmord ein egoistisches handeln ist .
    Mich würde interessieren was ihr darüber denkt .

  2. #2
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    AW: Selbstmord egoistisch oder nicht ?

    Ich würde dich bitten Egoismus klarer zu definieren und vielleicht von Sachen wie Eigenverantwortung zu differenzieren.

    Dann würde ich fragen, inwiefern jemand der z.B. suizidale Depression hat in irgendeiner Weise moralisch egoistischer ist als jemand der eine andere psychische oder physische Störung hat.

    Und schlussendlich würde ich fragen, nach welchem ethischen Konzept es rechtens sein kann, jemanden "moralisch" dazu zu nötigen, leben zu wollen.
    Zitat Zitat von nicht Aristoteles
    Wir sind was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.

  3. #3
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    AW: Selbstmord egoistisch oder nicht ?

    Das kommt immer darauf an, um wen es geht, und wen man fragt.
    Im prinzip gehts dabei ja immer um die Veränderung, die ein Fehlen dieses Menschen verursacht.
    Ist diese Veränderung positiv, ist es also gut, das derjenige weg ist, würde ihm keiner egoismus unterstellen.
    Ist die Veränderung negativ hingegen... da kann das sehr wohl sein.
    Aber da muss man eben schaun, wen man fragt. Familie, Freunde, Feinde, Gesellschaft/Menschheit insgesamt.
    Und dann hängts wieder etwas davon ab, was man betrachtet. Ist es zB. schlecht für die Menschheit, wenn ein Massenvergewaltiger mit herausragend tollen Genen stirbt, anstatt den gesamten genpool auf diese weise "aufzubessern"?
    Wie langfristig betrachtet man sowas?
    (Meinetwegen auch ein sadistischer Massenmörder, der einen Durchbruch nach dem anderen in der medizinischen Forschung veröffentlicht und damit tausende Leben rettet...)

    Das ist jedenfalls, worauf es hauptsächlich ankommt, wenn die Hinterbliebenen beurteilen sollen, ob es egoistisch war. wobei das eig. schon sehr egoistisch ist, wenn sie (wenn auch unterbewusst) nur danach gehen, ob das für sie jetzt gut oder schlecht war.
    Aus sicht des selbstmörders mag das schon wieder anders aussehen, und das ist für mich die perspektive, die objektiv am sinnvollsten ist. denn wenn er es nicht aus gründen tut, die nur für ihn gelten (ich hab ne chronische krankheit, dazu noch stress in job und familie, ich hau ab), sondern aus eher altruistischen gründen (ich hab ne chronische krankheit, kann nichtmehr für mich selbst sorgen, falle allen zur last, ich gehe damit es andere leichter haben) kann das eine egoismus sein, das andere eben nicht. und beides könnte von außen betrachtet die gleiche situation und gleiche person beschrieben haben.

    Ohne mindestens einen abschiedbrief, in dem die gründe erklärt sind, würde ich sowas nie über irgendjemanden urteilen wollen. denn was wirklich im Kopf vorging, was die wirklichen gründe waren.. wird man sonst nie mit gewissheit sagen können.

    Ist zumindest so, was in meinem kopf dazu rumschwirrt^^

    Zitat Zitat von Homunculus Beitrag anzeigen
    Und schlussendlich würde ich fragen, nach welchem ethischen Konzept es rechtens sein kann, jemanden "moralisch" dazu zu nötigen, leben zu wollen.
    Das leben von vielen über denen eines einzigen. Stell dir vor, du befndest dich an bord eines Generationenraumschiffes mit den letzten überlebenden der menschheit.
    aus irgendeinem grund bist du der einzige, der das ding steuern kann, oder sonst irgendeine überlebenswichtige funktion aufrechterhalten, bis meinetwegen dein kind herangewachsen ist. bringst du dich vorher um, stirbt die gesamte menschheit.
    da wäre es für mich moralisch absolut vertretbar, jemandem den selbstmord zu verbieten.
    Ist jetzt natürlich ne etwas sehr übertriebene extremsituation, aber vom konzept her: jeder hat das recht, zu tun was ihm beliebt, solange dadurch niemand sonst schaden nimmt. nimmt durch den selbstmord jemand schaden, der größer ist als das leid, dem man damit (hoffentlich) entgeht, wäre das für mich ein ethischer grund, diesen selbstmord zu verbieten. wobei die quantifizierung wohl sehr schwer wäre...
    Ich werde keine Träne weinen, vielleicht nur ab und an, und dann auch nur vor Glück,
    ich hör die Leute wieder reden, der war ja schon immer komisch, aber jetzt ist er verrückt

  4. #4
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    AW: Selbstmord egoistisch oder nicht ?

    Grenzt ja schon fast an Philosophie, hier.

    Ich bin mal platt und sage einfach: Ja. Ist es.
    Wie schön, dass Egoismus keine Wertung enthält. Hurra.
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  5. #5
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    AW: Selbstmord egoistisch oder nicht ?

    Zitat Zitat von Garniemand Beitrag anzeigen
    Das leben von vielen über denen eines einzigen. Stell dir vor, du befndest dich an bord eines Generationenraumschiffes mit den letzten überlebenden der menschheit.
    aus irgendeinem grund bist du der einzige, der das ding steuern kann, oder sonst irgendeine überlebenswichtige funktion aufrechterhalten, bis meinetwegen dein kind herangewachsen ist. bringst du dich vorher um, stirbt die gesamte menschheit.
    da wäre es für mich moralisch absolut vertretbar, jemandem den selbstmord zu verbieten.
    Ist jetzt natürlich ne etwas sehr übertriebene extremsituation, aber vom konzept her: jeder hat das recht, zu tun was ihm beliebt, solange dadurch niemand sonst schaden nimmt. nimmt durch den selbstmord jemand schaden, der größer ist als das leid, dem man damit (hoffentlich) entgeht, wäre das für mich ein ethischer grund, diesen selbstmord zu verbieten. wobei die quantifizierung wohl sehr schwer wäre...
    Generationen-Ethik ist aber auch nicht ganz unproblematisch. Inwiefern begründet man ethisch den Erhalt einer Spezies? Denn wenn du es über ethische Rechte von potentiellem Leben machen willst, bekommst du in anderen Bereichen riesen Probleme... Denn dann wird z.B. ganz schnell Abtreibung zu einer kategorisch unethischen Handlung. Mit oder ohne utilitaristischem Argument.
    Und wenn man dann mit naturalistischen Argumenten kommt (als Spezies muessen wir um unser Bestehen kaempfen), ist man auch nicht mehr weit weg vom Sozialdarwinismus. Jetzt wo ich es mir überlege, ist das eigentlich genau Sozialdarwinismus....
    Und bedes kombiniert bedeutet, dass unfruchtbare Menschen grundsaetzlich ethisch anders zu bewerten sind.

    Und ich werfe an der Stelle mal ein, dass wenn wir Generationenraumschiffe parat haben, sexuelle Fortpflanzung wahrscheinlich schon nicht mehr die einzige Option ist. Theoretisch waere sie das auch jetzt nicht. Und hypothetisch könnte man ja einfach verlangen, dass jeder Freisterbende doch bitte vorher mit einem Magazin und einem Becher auf sein Zimmer gehen solle.


    So und nun reden wir wieder vom echten Leben, wo Suizidraten mit dem Durchschnittsalter eines Landes steigen. (Bis auf Litauen, die psychopathologische Nummer 1 auf der Welt!!!)
    Ich wuerde mal einwerfen, dass es ethisch von allen abverlangt ist, den Selbstmoerder zu retten. Gleichzeitig ist es aber auch sein Recht es zumindest zu versuchen.
    Zitat Zitat von nicht Aristoteles
    Wir sind was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.

  6. #6
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    AW: Selbstmord egoistisch oder nicht ?

    Für mich persönlich steht fest dass ich nie Suizid begehen könnte, weil ich trauernde Menschen zurücklassen würde die mit meinem Tod klarkommen müssten. Ich möchte weder meinen jüngeren Geschwistern noch Freunden, Eltern oder Verwandten zumuten ihr weiteres Leben auf einem derart schlimmen Erlebnis weiter aufzubauen. Also ginge ich von mir aus emfände ich Suizid als ziemlich egoistisch, aber ich glaube das muss mit sich selbst ausmachen. Man muss sich eben darüber im Klaren sein dass man ein Stück weit Verantwortung für seine Mitmenschen trägt, wenn einem die total egal sind kann man seine Entscheidung nach Belieben treffen.
    Geändert von Hannah Devil (29.01.2014 um 14:04 Uhr)
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  7. #7
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    AW: Selbstmord egoistisch oder nicht ?

    Aber hat nicht jeder Mensch das recht zu bestimmen wann und wie er geht ?
    Ich Persönlich finde auch das ob Selbstmord jetzt egoistisch ist oder nicht Ansichtssache ist ,aber sagen wir mal die Person hat eine schwere psychische Krankheit, es ist ihm nicht richtig bewusst was er da tut und was er den Menschen die ihn Lieben damit antut . Ihr könnt mir sagen was ihr wollt, aber wenn man dies über den Menschen weiß, würde niemand behaupten, dass dies ein Egoistisches Handeln war . Haben wir aber eine Person mit Depressionen und diversen Problemen in seinen Leben, der sich erst selbst verletzt und sich dann letztendlich entschließt sich selbst umzubringen, aber genau weiß was und warum er es tut, ist dies dann egoistisch? ich meine ja er hat in dem Moment vielleicht nur an sich gedacht, aber das leid was er hatte hätte ihm auch keine weg nehmen können oder ? außerdem bezweifle ich wenn man soetwas tut, dass man denkt, dass es überhaupt Menschen gibt, die einen Lieben.
    Ich Glaube ihr habt alle in gewissen Punkten recht aber wieso urteilen Leute darüber wenn sie nichts über den denjenigen wissen ? Was gibt ihnen das recht zu sagen Selbstmord ist egoistisch oder nicht ? Selbstmord ist auf einer weise immer ein wenig egoistisch bei manchen mehr und bei manchen eben weniger aber lest sich über dieses Handeln überhaupt urteilen ?

  8. #8
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    AW: Selbstmord egoistisch oder nicht ?

    Zitat Zitat von Synchro Beitrag anzeigen
    Aber hat nicht jeder Mensch das recht zu bestimmen wann und wie er geht ?
    Nein.
    -- IMO intended --

  9. #9
    lux aeterna
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    AW: Selbstmord egoistisch oder nicht ?

    Zitat Zitat von Skycatcher Beitrag anzeigen
    Nein.
    Warum nicht?
    Beim "wie" kann ich das "nein" ja noch nachvollziehen, aber warum nicht beim "wann"?

  10. #10
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    AW: Selbstmord egoistisch oder nicht ?

    Ich hatte selbst schon Phasen in denen ich vor der Entscheidung stand, ob ich nun Selbstmord begehen sollte oder nicht. Irgendwann kam ich genau zu diesem Schluss - Selbstmord ist egoistisch.
    Also erstmal bedeutet Suizid, das Leben und damit etwas, dass für einige Menschen immernoch das Höchste und Heiligste ist, mit Füßen zu treten. Selbstmord ist Luxus und für uns nur eine Option, weil wir im Überfluss leben. Einige tausend Kilometer südlich klammern sich Menschen an ihr Leben so lange sie können, es ist einfach das Kostbarste für sie. Wir gehen verschwenderisch damit um, wir haben etwas einmaliges und wissen es nicht zu schätzen, weil es zugleich selbstverständlich ist.
    Außerdem sollte man immer die Angehörigen beachten. Vollkommen egal, ob du dich mit deiner Mutter gestritten hast, vielleicht gar nicht mehr zuhause wohnst oder dich dauernd mit deinem Bruder in die Haare kriegst; du bist ein Teil deiner Familie. Deine Mutter hat wahrscheinlich Qualen, Sorgen und Probleme durchgestanden um dir ein Leben zu ermöglichen - das wohl wertvollste Geschenk, das es gibt und zudem bestehst du quasi aus Produkten ihres Körpers. Klingt seltsam aber wenn man sich mal vorstellt wie ein Leben ohne eine Hand oder ein Bein wäre, kann man ungefähr einschätzen, wie sich so eine "Lücke" anfühlt. Du würdest traurige Menschen zurücklassen, einige von ihnen werden nie wieder ein normales Leben führen können (Depression, Trauer, Burnout usw.).

    Ist es mit der Moral vereinbar, das eigene Leben aus nichtigen Gründen zu beenden und damit das Leben anderer zu zerstören, nur weil man es für sich selbst als besser erachtet? Ich finde nicht...das ist Egoismus.
    Live your life before you waste it!

  11. #11
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    AW: Selbstmord egoistisch oder nicht ?

    Zitat Zitat von Homunculus Beitrag anzeigen
    Generationen-Ethik ist aber auch nicht ganz unproblematisch. Inwiefern begründet man ethisch den Erhalt einer Spezies? Denn wenn du es über ethische Rechte von potentiellem Leben machen willst, bekommst du in anderen Bereichen riesen Probleme... Denn dann wird z.B. ganz schnell Abtreibung zu einer kategorisch unethischen Handlung. Mit oder ohne utilitaristischem Argument.
    Und wenn man dann mit naturalistischen Argumenten kommt (als Spezies muessen wir um unser Bestehen kaempfen), ist man auch nicht mehr weit weg vom Sozialdarwinismus. Jetzt wo ich es mir überlege, ist das eigentlich genau Sozialdarwinismus....
    Und bedes kombiniert bedeutet, dass unfruchtbare Menschen grundsaetzlich ethisch anders zu bewerten sind.

    Und ich werfe an der Stelle mal ein, dass wenn wir Generationenraumschiffe parat haben, sexuelle Fortpflanzung wahrscheinlich schon nicht mehr die einzige Option ist. Theoretisch waere sie das auch jetzt nicht. Und hypothetisch könnte man ja einfach verlangen, dass jeder Freisterbende doch bitte vorher mit einem Magazin und einem Becher auf sein Zimmer gehen solle.
    Ging mir tatsächlich eher um ein szenario, wo der selbstmord eines menschen zwangsweise das sterben vieler zur folge hätte. und weil ich grade ein ensprechendes buch lese, kam mir nur das beispiel in den sinn.
    evt. passender: jemand weiß von einem bevorstehenden vulkanausbruch, virenepedemie, meteoriteneinschlag, flutwelle, sonstwas. befindet sich aber grade irgendwo ohne (ausreichend schnelles) kommunikationsmittel. einzige möglichkeit, die warnung rechtzeitig (oder meinetwegen glaubwürdig genug) zu überbringen ist persönlich.
    da brauch ich nicht viel über ethik nachdenken, bringt dieser sich vorher um, beispielsweise weil er bei erlangen dieses wissen so verletzt wurde, das er große schmerzen hat oder so, ist das für mich absolut egoistisch, egal aus welcher perspektive.


    Zitat Zitat von Homunculus Beitrag anzeigen
    Ich wuerde mal einwerfen, dass es ethisch von allen abverlangt ist, den Selbstmoerder zu retten. Gleichzeitig ist es aber auch sein Recht es zumindest zu versuchen.
    Da würde ich dir widersprechen... sterbehilfe zb. kann in einzelnen fällen absolut vertretbar sein, das beißt sich irgendwie das von allen verlangt wird, ihn zu retten. sind natürlich einzelfälle, aber dennoch.

    Außerdem finde ich versuchten selbstmord weit schlimmer als tatsächlich gelungenen.
    wenn jemand sowas vorhat, dann doch bitte richtig. menschen sind so zerbrechlich, das ein nicht gelungener selbstmord entweder wirklich, wirklich dummer zufall war (ok, sowas gibts immer... vom kirchturm gesprungen und irgendwer schiebt nen heuwagen drunter... oder die Kugel in den Kopf verkrüppelt nur...), nicht genug überlegt (und wenn man bei irgendwas überlegen sollte, dann dabei), oder aber ein "Hilfeschrei" ist. Und um Hilfe rufen geht auch wesentlich rücksichtsvoller und risikoloser.
    wer sich wirklich ernsthaft umbringen will, und nicht als kurzschlussreaktion, der schafft das auch. gibt schließlich genug methoden, die auch wirklich gut zugänglich sind. schwierig wirds nur, wenn da eine ausreichend starke behinderung (körperlich oder auch geistig), und/oder der anspruch damit keinem zu schaden mit reinspielt.



    Zitat Zitat von Synchro Beitrag anzeigen
    wieso urteilen Leute darüber wenn sie nichts über den denjenigen wissen ?
    Weil du uns durch erstellen dieses Threads dazu nötigst o.0


    Zitat Zitat von AnnaMolly Beitrag anzeigen
    Selbstmord ist Luxus und für uns nur eine Option, weil wir im Überfluss leben. Einige tausend Kilometer südlich klammern sich Menschen an ihr Leben so lange sie können, es ist einfach das Kostbarste für sie. Wir gehen verschwenderisch damit um, wir haben etwas einmaliges und wissen es nicht zu schätzen, weil es zugleich selbstverständlich ist.
    Ähm... du hast einen Überfluss an Leben? Bist du eine Katze? o.0
    Könntest du mir dann vllt. ein Reserveleben abgeben, nur so zur Sicherheit? Ich bin mir relativ sicher genauso nur das eine zu haben wie jeder andere auch. zumindest wenn man manche religiösen sichtweisen mal außen vor lässt.
    Ich werde keine Träne weinen, vielleicht nur ab und an, und dann auch nur vor Glück,
    ich hör die Leute wieder reden, der war ja schon immer komisch, aber jetzt ist er verrückt

  12. #12
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    AW: Selbstmord egoistisch oder nicht ?

    Zitat Zitat von Garniemand Beitrag anzeigen
    Ging mir tatsächlich eher um ein szenario, wo der selbstmord eines menschen zwangsweise das sterben vieler zur folge hätte. und weil ich grade ein ensprechendes buch lese, kam mir nur das beispiel in den sinn.
    evt. passender: jemand weiß von einem bevorstehenden vulkanausbruch, virenepedemie, meteoriteneinschlag, flutwelle, sonstwas. befindet sich aber grade irgendwo ohne (ausreichend schnelles) kommunikationsmittel. einzige möglichkeit, die warnung rechtzeitig (oder meinetwegen glaubwürdig genug) zu überbringen ist persönlich.
    da brauch ich nicht viel über ethik nachdenken, bringt dieser sich vorher um, beispielsweise weil er bei erlangen dieses wissen so verletzt wurde, das er große schmerzen hat oder so, ist das für mich absolut egoistisch, egal aus welcher perspektive.
    Jop, da würde ich zustimmen. Wobei ich da nicht sagen würde, dass der Selbstmord an und für sich egoistisch waere, sondern die Entscheidung die Informationen nicht zu übermitteln. Das wären zwei separate Probleme.

    Da würde ich dir widersprechen... sterbehilfe zb. kann in einzelnen fällen absolut vertretbar sein, das beißt sich irgendwie das von allen verlangt wird, ihn zu retten. sind natürlich einzelfälle, aber dennoch.
    Bei der Sterbehilfe geht es aber i.d.R um Fälle, wo Es nur noch "eine Frage der Zeit" ist und diese Zeit kaum als "Leben" beschreibbar ist.
    Wie das jetzt mit so richtigem assestiertem Selbstmord sein sollte, ist eine andere Frage. Grundsaetzlich passiert sowas aber eher mit Sterbenden.
    Außerdem finde ich versuchten selbstmord weit schlimmer als tatsächlich gelungenen.
    wenn jemand sowas vorhat, dann doch bitte richtig. menschen sind so zerbrechlich, das ein nicht gelungener selbstmord entweder wirklich, wirklich dummer zufall war (ok, sowas gibts immer... vom kirchturm gesprungen und irgendwer schiebt nen heuwagen drunter... oder die Kugel in den Kopf verkrüppelt nur...), nicht genug überlegt (und wenn man bei irgendwas überlegen sollte, dann dabei), oder aber ein "Hilfeschrei" ist. Und um Hilfe rufen geht auch wesentlich rücksichtsvoller und risikoloser.
    wer sich wirklich ernsthaft umbringen will, und nicht als kurzschlussreaktion, der schafft das auch. gibt schließlich genug methoden, die auch wirklich gut zugänglich sind. schwierig wirds nur, wenn da eine ausreichend starke behinderung (körperlich oder auch geistig), und/oder der anspruch damit keinem zu schaden mit reinspielt.
    Meh. Wenn wir hier mehr Schusswaffen in den Haeusern haetten, waeren wesentlich mehr Menschen tot. Brauchst nur die US Statistiken dazu angucken.
    Zitat Zitat von AnnaMolly Beitrag anzeigen
    Ich hatte selbst schon Phasen in denen ich vor der Entscheidung stand, ob ich nun Selbstmord begehen sollte oder nicht. Irgendwann kam ich genau zu diesem Schluss - Selbstmord ist egoistisch.
    Also erstmal bedeutet Suizid, das Leben und damit etwas, dass für einige Menschen immernoch das Höchste und Heiligste ist, mit Füßen zu treten. Selbstmord ist Luxus und für uns nur eine Option, weil wir im Überfluss leben. Einige tausend Kilometer südlich klammern sich Menschen an ihr Leben so lange sie können, es ist einfach das Kostbarste für sie. Wir gehen verschwenderisch damit um, wir haben etwas einmaliges und wissen es nicht zu schätzen, weil es zugleich selbstverständlich ist.
    Außerdem sollte man immer die Angehörigen beachten. Vollkommen egal, ob du dich mit deiner Mutter gestritten hast, vielleicht gar nicht mehr zuhause wohnst oder dich dauernd mit deinem Bruder in die Haare kriegst; du bist ein Teil deiner Familie. Deine Mutter hat wahrscheinlich Qualen, Sorgen und Probleme durchgestanden um dir ein Leben zu ermöglichen - das wohl wertvollste Geschenk, das es gibt und zudem bestehst du quasi aus Produkten ihres Körpers. Klingt seltsam aber wenn man sich mal vorstellt wie ein Leben ohne eine Hand oder ein Bein wäre, kann man ungefähr einschätzen, wie sich so eine "Lücke" anfühlt. Du würdest traurige Menschen zurücklassen, einige von ihnen werden nie wieder ein normales Leben führen können (Depression, Trauer, Burnout usw.).

    Ist es mit der Moral vereinbar, das eigene Leben aus nichtigen Gründen zu beenden und damit das Leben anderer zu zerstören, nur weil man es für sich selbst als besser erachtet? Ich finde nicht...das ist Egoismus.
    Also kann ein rein psychisches Leiden nie so schlimm sein wie ein physisches?
    Zitat Zitat von nicht Aristoteles
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  13. #13
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    AW: Selbstmord egoistisch oder nicht ?

    Zitat Zitat von Homunculus Beitrag anzeigen
    Jop, da würde ich zustimmen. Wobei ich da nicht sagen würde, dass der Selbstmord an und für sich egoistisch waere, sondern die Entscheidung die Informationen nicht zu übermitteln. Das wären zwei separate Probleme.
    seperate probleme, ja, aber die entscheidung würde sich zwangsweise auf beide beziehen, wenn es keine alternative zur persönlichen übermittlung gäbe. zumindest wenn die entscheidung auf selbstmord, und das ausgerechnet genau dann hinausläuft.

    Bei der Sterbehilfe geht es aber i.d.R um Fälle, wo Es nur noch "eine Frage der Zeit" ist und diese Zeit kaum als "Leben" beschreibbar ist.
    Wie das jetzt mit so richtigem assestiertem Selbstmord sein sollte, ist eine andere Frage. Grundsaetzlich passiert sowas aber eher mit Sterbenden.
    schon, aber es ist im prinzip ja nur eine verschärfte situation davon, in der sich nahezu jeder selbstmörder befindet. perspektivlos, geistig/körperlich schwer eingeschränkt/verwundet/schmerzend, und irgendwann stirbt eh jeder. der einzige unterschied ist, das die zeitspanne zwischen "künstlichem" und natürlichem tod schätzungsweise höher ist. und dann ist die frage... ab wann gilt was?

    Meh. Wenn wir hier mehr Schusswaffen in den Haeusern haetten, waeren wesentlich mehr Menschen tot. Brauchst nur die US Statistiken dazu angucken.
    Konter mit der Schweiz und Canada.
    Sich von den Ländern, in denen Schusswaffen relativ leicht verfügbar sind ausgerechnet das auszusuchen, das schon klischeehaft für schusswütige kurzschlussreaktionen steht ist nicht sehr repräsentativ
    außerdem find ich das garnicht schlecht. wie gesagt, ich find das ist etwas, worüber jeder erstmal selbst ne weile nachdenken sollte. tut er das, fällt ihm auch ne sichere methode ein, die nicht "erschießen" ist. tut er das nicht, ist das für mich keine ausreichend durchdachte und damit akzeptable entscheidung. das geht dann schief, und alles was es bringt ist ärger für die angehörigen etc. Und dann ist es egoistisch.
    Ich werde keine Träne weinen, vielleicht nur ab und an, und dann auch nur vor Glück,
    ich hör die Leute wieder reden, der war ja schon immer komisch, aber jetzt ist er verrückt

  14. #14
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    AW: Selbstmord egoistisch oder nicht ?

    Zitat Zitat von Garniemand Beitrag anzeigen
    seperate probleme, ja, aber die entscheidung würde sich zwangsweise auf beide beziehen, wenn es keine alternative zur persönlichen übermittlung gäbe. zumindest wenn die entscheidung auf selbstmord, und das ausgerechnet genau dann hinausläuft.
    Jemand der sich entscheidet die Nachricht zu uebermitteln, muss nicht zwingend gegen einen Selbstmord entschieden haben.
    Jetzt kannst du von mir aus noch eine komische hypothetische Welt aufbauen, in der es entweder das eine oder das andere ist.
    Dann koennen wir aber auch ein Gedankenexperiment erfinden, wo die Rettung der Menschheit darin besteht, ein kleines Maedchen zu vergewaltigen, zu foltern und dann zu toeten. Nach der selben Argumentation waere es dann auch "egoistisch", wenn man darauf verzichtet.

    schon, aber es ist im prinzip ja nur eine verschärfte situation davon, in der sich nahezu jeder selbstmörder befindet. perspektivlos, geistig/körperlich schwer eingeschränkt/verwundet/schmerzend, und irgendwann stirbt eh jeder. der einzige unterschied ist, das die zeitspanne zwischen "künstlichem" und natürlichem tod schätzungsweise höher ist. und dann ist die frage... ab wann gilt was?
    Ne, weil Depression behandelbar ist.
    Manchmal sogar heilbar.
    Konter mit der Schweiz und Canada.
    Sich von den Ländern, in denen Schusswaffen relativ leicht verfügbar sind ausgerechnet das auszusuchen, das schon klischeehaft für schusswütige kurzschlussreaktionen steht ist nicht sehr repräsentativ
    Im Grunde ist es egal, welches Land du nimmst. Es ist empirisch nachgewiesen, dass alleine eine Schusswaffe in der Naehe zu haben, Aggressivitaet steigert (was mit Impulsivitaet und auf sich selbst gerichtete Aggressionen korreliert) und die Wahrscheinlichkeit erhoeht, Suizid zu begehen. Das Land ist da Wurscht.
    Sicher, bei den Amis ist das etwas extremer, weil die komisch sind. Grundsaetzlich gilt das aber fuer alle Nationen.
    außerdem find ich das garnicht schlecht. wie gesagt, ich find das ist etwas, worüber jeder erstmal selbst ne weile nachdenken sollte. tut er das, fällt ihm auch ne sichere methode ein, die nicht "erschießen" ist. tut er das nicht, ist das für mich keine ausreichend durchdachte und damit akzeptable entscheidung. das geht dann schief, und alles was es bringt ist ärger für die angehörigen etc. Und dann ist es egoistisch.
    Es wird sehr schwer werden, da eine Grenze zu ziehen.
    Ab wann hat man eine Entscheidung getroffen? Ab wann hat man beim Freitod eine ausreichend informierte und objektive Entscheidung getroffen?
    Waere es ethisch nicht akzeptabler, wenn sich jemand in einer manisch depressiven Welle vom Gebaeude wirft, in der er nicht "klar denken" konnte, als wenn er klat entscheidet, dass sein Leid groesser ist als die Trauer seiner Naechsten?
    Zitat Zitat von nicht Aristoteles
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  15. #15
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    AW: Selbstmord egoistisch oder nicht ?

    Zitat Zitat von Garniemand Beitrag anzeigen


    Ähm... du hast einen Überfluss an Leben? Bist du eine Katze? o.0
    Könntest du mir dann vllt. ein Reserveleben abgeben, nur so zur Sicherheit? Ich bin mir relativ sicher genauso nur das eine zu haben wie jeder andere auch. zumindest wenn man manche religiösen sichtweisen mal außen vor lässt.
    Es ist doch klar was ich damit meine o.O Hier: Duden | Überfluss | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme, Herkunft

    Im Überfluss leben heißt nicht ein Überfluss an Leben haben, sondern im Leben von allem mehr als nötig zu besitzen. Mehr Wasser, mehr Essen usw.^^

    Also kann ein rein psychisches Leiden nie so schlimm sein wie ein physisches?
    Habe ich nie gesagt. Ich stelle es aber auf eine Stufe. Es ist meiner Meinung nach einfach egoistisch sich herauszunehmen, dass das eigene Leben wichtiger ist als das der vielen Menschen, die mir so viel gegeben haben.
    Live your life before you waste it!

 

 
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