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    Lehrer werden

    Wie soll der/die ideale LehrerIn sein, welche Eigenschaften sollte man mitbringen, um ein guter Prof zu werden? Könnt ihr euch vorstellen, mal Lehrer zu werden (wenn ja, für welches Fach) oder ist das ein Beruf, den ihr niemals machen würdet?
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  2. #2
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    AW: Lehrer werden

    Lehrer oder Prof?
    Ich finde, das sind zwei grundverschiedene Dinge.

    Wenn die ganzen Kinder nicht wären würde ich auch Lehrerin werden wollen.
    -- IMO intended --

  3. #3
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    AW: Lehrer werden

    Der für mich tatsächlich mit weitem Abstand wichtigste Aspekt:
    man muss (gleich welcher Verhaltensweisen der einzelnen Klassen über die Generationen hinweg..) seine Motivation behalten - oder zumindest regenerieren können!
    Ich hab manchen Lehrer erlebt, der resigniert nur noch nach Schema F das Programm durchziehen, ohne sich irgendwie dafür zu interessieren, wie seine Schüler mit dem Stoff klarkommen

    ich finde, ab diesem Punkt hat man in seinem Beruf vollends versagt...
    Geändert von Musashi (27.09.2013 um 11:46 Uhr)
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  4. Diese Benutzer bedanken sich bei Musashi für diesen Beitrag:

    Tom18 (27.09.2013)

  5. #4
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    AW: Lehrer werden

    Vorstellen... ja doch, könnte ich.
    Vorzugsweise in Chemie und Physik, das würde ganz gut passen, immerhin studier ich das beides auf Lehramt seit inzwischen zwei Jahren :P

    Und ja, motivation ist mit das wichtigste, geht aber auch mit am schnellsten verloren. man will am anfang so vieles... und dann kommt die realität. und die beinhaltet nunmal auch die erziehung (bzw. das fehlen derselben) zuhause, sowie das, was die Politik einem an Möglichkeiten gibt oder verschließt. Grade in den beiden Fächern, wo experimente (meiner Meinung nach) einen nicht unwichtigen Teil einnehmen, fällt ab einer gewissen Klassengröße und/oder unter einer gewissen Ausstattung der Schule vieles schonmal flach. Und das ist dann irgendwie immer sehr schade, und ich kann jeden lehrer verstehen, der da irgendwann mental aufgibt. keine ahnung ob ich besser bin, das weiß man vorher ja nie, ich weiß ja auch nicht (genau) was mich erwartet.

    Was ich ansonsten noch recht wichtig finde: probleme verstehen.
    ich hatte oft genug lehrer (und vor allem profs), denen man gerne jederzeit fragen stellen konnte... um genau den gleichen satz nochmal zu hören, oder alternativ ein "ist doch ganz einfach", bzw. "das ist doch trivial".
    nein, das ist es für dese person eben nicht, wenn die frage kommt.
    deswegen bin ich eig. auch sehr dagegen, wie lehrer im moment ausgebildet werden... mehr oder weniger zu fachidioten. da hab ich dann 3-4 Jahre Physik und Chemie studiert (okay, auch etwas erziehungswissenschaften, super nützlich...), und das zumindest teilweise auf dem gleichen niveau, als würde ich meinen master in einem der fächer machen wollen. aber ich versteh am ende nichtmehr, wo bei einfachen dingen die probleme sein können, weil es für mich inzwischen selbstverständlich ist.

    deswegen ist mir auch ein lehrer, der ab und zu "ich weiß es nicht" sagt wesentlich lieber, als einer der immer auf alles ne antwort hat. nur wenn man als lehrer eine frage nicht beantworten kann, hat man (finde ich) die verpflichtung sie zur nächsten stunde beantworten zu können, als hausaufgabe sozusagen.

    Und das ist so ungefähr das wichtigste und gleichzeitig umsetzbarste, was ich mir vorgenommen hab: unwissen und unsicherheit zugeben, und anbieten (und dran halten) das zur nächsten stunde nachzuschlagen.
    Ich werde keine Träne weinen, vielleicht nur ab und an, und dann auch nur vor Glück,
    ich hör die Leute wieder reden, der war ja schon immer komisch, aber jetzt ist er verrückt

  6. #5
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    AW: Lehrer werden

    Danke für die Antworten. Ja, Motivation ist mir persönlich auch sehr wichtig. Ich mache derzeit ein paar Prüfungen, um neben einem normalen Bachelorstudium auch auf Lehramt (Biologie) unterrichten zu können. Ich bin voll motiviert aber die Motivation ist eine heikle Sache. Ich will unbedingt mehrere Optionen haben, wenn ich mit dem Bachelor nichts anfangen kann, will ich unterrichten dürfen und wenn ich nach 1 oder 10 Jahren genug davon habe, will ich nicht ohne Ausbildung dastehen. Das bedauerlichste wie ich finde ist, wenn Lehrer nie die Welt außerhalb der Schule kennengelernt haben und es macht einen wie ich meine glaubwürdiger, auch "draußen" gewesen zu sein und nicht nur im ewigen Hamsterrad. Meine besten Lehrer waren Späteinsteiger aus anderen Spaten... Aber klar, sobald ich die Kids als Übel sehe und den Lehrberuf als notwendige Qual, müsste ich mit aller Ehrlichkeit einsehen, so geht es nicht weiter.

    Das mit Physik und Chemie und Experimenten verstehe ich. Du hast so viele Ideen aber es mangelt an den Möglichkeiten und das wäre glaube ich ein Grund, der mich verrückt machen täte. Auch das erklären ist sicher nicht leicht. Trotzdem - man hat die Chance, die Schüler zu begeistern für etwas "uncooles" und das kann verdammt geil sein. Ich glaube das ist, was ich auch weitergeben will, einfach Begeisterung für Sachen zu haben. Auch nach dem hundertsten Mal und Jahr dasselbe erklären, immer noch begeistert sein von was man tut. Das ist mir sehr wichtig, aber ob ich das langfristig umsetzen kann weiß ich nicht. Und ja, ehrlich sagen wenn man es nicht weiß, ich glaube das bringt sehr viel Interesse für die Wissenschaft wenn man es richtig anlegt.
    Der Staat hat seine Vorgaben und die nerven sehr, das ist auch wahr. So viel Enthusiasmus geht verloren, wenn man Dinge nicht machen darf die man machen kann und will. Ich weiß zb nicht, welches Zweitfach ich dazunehmen soll. Mein absoluter Traum wäre Musikprof zu werden, da ich nur 1 in 8 Jahre einen Prof gehabt hat, wo man merkte, der liebt was er macht. Da habe ich so viel Motivation mit Kids was zu machen, die zu begeistern. Leider macht mir im Moment der Staat einen Strich durch die Rechnung und ich darf das nicht studieren. Also ich weiß nicht, was ich machen werde. Entweder gleich mit einem anderen Fach anfangen, was zwar auch nicht so schlimm wäre, aber ein bisschen weh tun würde es mir schon. Oder warten und hoffen dass sich mal was ändert. Mal gucken. Wahrscheinlich werde ich davor noch mal was anderes machen, ins Ausland gehen, englisch assistieren, etc...


    Wie soll eurer Meinung nach das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrer angelegt sein? Eher freundschaftlich und weniger ernst, oder streng autoritär ohne Witz und aber?
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  7. #6
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    AW: Lehrer werden

    Zitat Zitat von YoRam Beitrag anzeigen
    Wie soll eurer Meinung nach das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrer angelegt sein? Eher freundschaftlich und weniger ernst, oder streng autoritär ohne Witz und aber?
    das kannst Du absolut nicht verallgemeinern:

    während Du an Haupt- oder Sonderschulen nicht um mindestens ein Quäntchen authoritärer Handlungsweise herum kommst, um Dich mit Deinem Lehrauftrag zumindest halbwegs behaupten können, ist an der gymnasialen Oberstufe eine freundschaftlichere Atmosphäre weit eher möglich - vor allem, je näher das Abi rückt.
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  8. #7
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    AW: Lehrer werden

    Zitat Zitat von YoRam Beitrag anzeigen
    Wie soll eurer Meinung nach das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrer angelegt sein? Eher freundschaftlich und weniger ernst, oder streng autoritär ohne Witz und aber?

    Also ich es finde immer am besten, wenn es ein Lehrer hinbekommt, eine Autorität zu sein, während er gleichzeitig eine freundschaftliche Atmosphäre schafft... dass muss man aber erstmal hinbekommen. Ich denke, da muss man einfach der Typ für sein. Weil wenn es zu freundschaftlich wird geht irgendwann der Respekt flöten.. so hab ich das zumindest immer erlebt..
    Wobei sehr autoritäre Lehrer ja nicht zwingend schlecht sein müssen. Wenn man sich darauf einlässt und nicht immer "rebellisch" ist, sind das meist die Lehrer, wo man am meisten lernt.

    Aber wie gesagt hängt das meiner Meinung nach sehr stark auch von der Person an sich ab.. im Endeffekt kann man sich schlecht verstellen...
    Geändert von snookerfan (28.09.2013 um 21:44 Uhr) Grund: spätabendlicher Kaudawelsch
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  9. #8
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    AW: Lehrer werden

    Moment, nach dem Bachelor unterrichten? o.0
    Und alle Lehrämtler haben Panik, weil man mit nem Lehramts-Bachelor nichts anfangen kann, und Masterplätze immer wieder fehlen...
    Als "Quereinsteiger" geht das? in welchem Bundesland studierst du?

    Das ist übrigens grade das Problem... Als "richtiger" Lehrer, der darauf studiert hat etc. hat man keine Ahnung von anderen Jobs, und hängt da fest. Schön, sich nach 10 Jahren (also wahrscheinlich mit 35-40) einzugestehen "so geht es nicht mehr", nur was soll man sonst machen? da hat man ggf. familie, kinder, haus auf kredit gekauft etc, und dann? in der wirtschaft will einen keiner, nochmal studieren oder ausbildung? ist finanziell meist nicht drin, und macht auch wenig sinn, quasi in der halbzeit der karriere was ganz neues zu machen. Also in der Richtung, die man studiert hat irgendwie doch in die Wirtschaft, da aber meist nach 4 Jahren und mehr Studium + 10 Jahren Erfahrung mit der Materie doch den Lohn eines "ungelernten" bekommen?

    Ist irgendwie alles nicht so einfach.

    Andersrum: ja, manche Quereinsteiger sind richtig gut, manche sind aber auch einfach "Fachidioten". seh ich an der Uni jeden Tag, die haben alle fachlich richtig was auf dem Kasten. nur didaktisch sind die meisten profs unter aller sau. als (erwachsener) student muss man damit irgendwie klarkommen, auf kinder oder noch besser pubertierende jugendliche würd ich die nicht loslassen wollen. und leider kann eben auch sowas dabei rauskommen...

    Du kannst dich btw. auch in anderen Bundesländern bewerben, Bildung = Längersache, das heißt wenn du dich woanders zb. mit nem bio-bachelor bewirbst, musst du da evt. nurnoch den musikteil (inkl. aufnahmeprüfung) und erzwissteil nachmachen, und bekommst bio zumindest bis zum bachelor anerkannt. musik muss (zumindest in hamburg) zwar erstfach sein, aber das ändert nur, worüber du den bachelor machen solltest, nichtmal verpflichtend.

    Also falls du bereit bist, dafür umzuziehen, würde ich mich da an deiner stelle mal umschauen wie das woanders gehandhabt wird.



    Lehrer-Schüler-Verhältnis... ja... scheiße, ich muss auch noch ne Hausarbeit schreiben... egal.
    Meine persönliche Meinung ist, das das stark vom Fach, und vor allem von den Schülern und deren sozialem Umfeld abhängt.
    Manche brauchen eine mehr oder weniger "starke hand", bzw. ab und zu einen "arschtritt", um überhaupt was zu machen, andere wiederum schalten beim ersten ernsteren wort sofort auf durchzug.
    Und manche Fächer kann man insgesamt "spielerischer" machen als andere... schafft man es, bei der klasse (oder einem großteil) neugier zu wecken, wollen sie lernen, und man braucht nicht mit der peitsche dahinterstehen.
    Das wäre für mich das ziel, wenn es möglich ist. Naturwissenschaften kann man als "Entdeckungsreise" lernen, das macht die Menschheit seit Jahrhunderten, scheint zu funktionieren. Nur erstmal muss man rausfinden, ob dafür überhaupt die Neugier da ist, und/oder ob/wie man die wecken kann. Gleichzeitig braucht es eine gewisse Disziplin, um mit gutem gewissen zB. auch Schülerexperimente machen zu können. Wenn ich Angst hab, das sie sich gegenseitig mit Säure bespritzen, muss ich bestenfalls alles nur bei mir auf dem Pult vormachen, und passives "beobachten" hat lange nicht den effekt wie aktives "entdecken".
    Wobei ich finde, da sind kleinere, symbolische Dinge sehr gut für geeignet.
    hatte zB. einer meiner Lehrer, und ich glaube die Idee übernehm ich:
    Es wird aufgeschrieben, wer wie viel zu spät kommt. Egal welcher Grund, außer Arztbesuch oder ähnliches, nachweisbares. Und vom lehrer auch.
    Wer dabei insgesamt eine Schulstunde, also 45 Minuten voll hat, muss zur nächsten Stunde einen Kuchen oder ähnliches mitbringen. ABER! Das muss selbstgemacht sein^^
    Einerseits stehen die Chancen dann gut, das die Eltern es mitbekommen, andererseits ist es lecker, und wer kochen/backen kann, macht auch in chemie beim experimentieren nicht sooo viel verkehrt.

    Ähnlich, wer fehlt (ab 3 Stunden oder so) muss ein Referat über eine gesamte Schulstunde zu einem von drei Themen halten, die zur Auswahl stehen (Schülervorlieben akzeptieren und Neugier in einem Gebiet fördern, dabei an den Lehrplan halten). falls das schlechter als die Note der Klassenarbeiten ausfällt, zählts genausoviel falls es besser ist garnichts. ist ja ne strafarbeit, damit kann man sich nicht verbessern.

    Wer zB. die benutzten Chemikalien falsch (oder im Ausguss) entsorgt, nicht richtig aufräumt oder ähnliches muss die komplette "Sammlung" oder wie auch immer das da heißt aufräumen und/oder Inventur machen, je nachdem wie schlimm es war.

    Solche Dinge, die irgendwie nützlich sind (dem Wissen/den Fertigkeiten des Schülers oder dem Magen der Klasse), gleichzeitig irgendwie "nervig", aber nicht so extremen bestrafungscharakter haben wie "hausordnung abschreiben". denn wenns zu heftig ist, wird aus ärger über die strafe oft eher hass auf den lehrer als einsehen, etwas falsch gemacht zu haben. aber wer kann seine lehrer dafür hassen, ständig in seiner stunde kuchen zu essen? selbst wenn man ab und zu selber einen backen muss.


    (Diese und ähnliche Dinge hab ich übrigens zum größten Teil bei jemandem abgeschaut, der ebenfalls als Quereinsteiger mit nem Doktor der Chemie anfing, und den ich nur ein mal anders als in Anzug + Krawatte gesehen hab... da lag er betrunken mit Zauberstab, Hut und Umhang auf nem Mittelaltermarkt^^ Beschreibt ihn aber recht gut... Ordnung und Ernsthaftigkeit wos möglich ist, aber nie den Spaß verlieren.)

    Allgemein glaube ich kommt es dabei extrem drauf an, die Interessen der Schüler zu erkennen, und irgendwie das in den Unterricht einzubauen, bzw. darauf auf- und umzubauen.
    Nur sowas lernt man nur seeehr theoretisch in der Uni... da braucht man denke ich einfach auch Erfahrung.





    (btw. anekdote zu "Der Staat hat seine Vorgaben und die nerven sehr, das ist auch wahr. So viel Enthusiasmus geht verloren, wenn man Dinge nicht machen darf die man machen kann und will.": Ich würde so gerne meinen Schülern erklären können, wie der ganze Kram aus Star Trek, Star Wars etc. funktioniert bzw. funktionieren könnte oder warum nicht... oder was an diesen Serien in Bezug auf die Verhältnisse im Weltall insgesamt falsch ist. Aber nein, das eigne ich mir selbst an, während ich in zwei semestern theoretischer Physik verzweifel. und genau weiß, das niemals in meiner gesamten karriere irgendein schüler die nötigen mathematischen Vorkenntnisse haben wird, um auch nur ein winziges fitzelchen davon zu verstehen.
    Aber man kanns ja mal zwei komplette semester lang machen...)
    Ich werde keine Träne weinen, vielleicht nur ab und an, und dann auch nur vor Glück,
    ich hör die Leute wieder reden, der war ja schon immer komisch, aber jetzt ist er verrückt

  10. #9
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    AW: Lehrer werden

    Woooow danke für die langen Antworten
    Die Beispiele sind cool, werde ich mir merken. Auch die Anekdoten. Zu viel Theorie, das ist wohl wahr... Und die guten Projekte haben im Lehrplan nicht platzt und die Extra-Schulausflüge werden vom Rektor nicht geduldet weil man ja wertvollen Unterricht verpassen würde...

    Hast du schon Erfahrungen in der Klasse, also müsst ihr früh ran? Oder ist das nur Theorie bisher? (Sorry wenn ich irgendwas in deinem Post überlesen habe).
    Ich war bis jetzt nur paar mal "außer Konkurrenz" im Unterricht mit und durfte praktisch erzählen was ich wollte, während der richtige Lehrer im Background war. Das war eine coole Sache aber sicher ganz anders als alleine vorne. Das kann dann entweder sehr gut laufen mit dem Respekt, oder es geht fatal schief, aber wie du sagtest liegt das wohl an Alter, Klassendynamik, etc. Als Autoritätsperson "anders" zu sein (schwammiger Begriff) kann mit genug Selbstvertrauen ganz förderlich sein, sonst hilft nur viel Humor zu haben.
    Sich mit so wenig wie möglich Autorität den größtmöglichen Respekt vor Schülern (und Eltern) zu verschaffen wäre ein Traum. Ich weiß nicht, ob das hinhauen kann. Muss man ausprobieren.

    Quereinsteiger in Musik und Sprachen geht, hatte ich selbst welche und die waren die besten Lehrer (auch mit 14, 15 schon). Die waren keine Profs, aber früher Dolmetscher, in der Erwachsenenbildung oder als Musiker unterwegs und hatten eine ganz andere Weltsicht als jemand, der tagein tagaus die Gleichmäßigkeit der Schule kennt.
    Unterrichten will/kann ich mit dem Bachelor Biologie sicher auch nicht. Aber ziemlich viel überschneidet sich mit dem Lehramtsstudium und viele Sachen kann ich mir jetzt anrechnen lassen, zb das gesamte erste Jahr (ausgenommen 1 Pädagogikprüfung). Ich wäre dann in ca 2-3 Jahren mit dem Studium fertig und könnte dann schon unterrichten. Mit dem Bachelor will ich aber auf keinem Fall aufhören und wenn ich doch nicht unterrichte, wie gesagt, gibt es andere Optionen. Auch wenn ich mal Familie/Haus/.. haben sollte, muss man eben flexibel sein und sparsam leben.
    Mit Musik ist das eine komplett andere Sache. Ich studiere in Österreich und das ist das Problem. Ich kann zwar andere Fächer studieren aber an die Hochschule wo ich für Musik hin müsste (eine andere als Bio), darf ich laut Hochschulverordnung nicht anfangen weil es in diesem Land zu jedem Gesetz Ausnahmen gibt. So gibt es zwar ein Gesetz gegen Diskriminierung im Lehrberuf, aber Musiklehrer darfst du nur werden, wenn du körperlich unversehrt bist, was ich ihnen leider nicht bieten kann (kein Grund für mich, ich würde es bei taubstummen vllt noch verstehen aber nicht allgemein). Entweder ich muss sehr, sehr viel Radau machen, oder ich ziehe um. Innerhalb Ö umziehen nutzt mir nichts und nach Deutschland will ich ehrlich gesagt nicht. Aber vielleicht gehe ich in ein drittes Land, mal sehen, es ist alles kompliziert. Ich weiß ja noch nicht mal, ob ich nächstes Semester hier bin, denn ein halbes Jahr (zb als Sprachassistent) irgendwo wäre sicher auch cool und hilfreich... Aufnahmetest müsste ich sowieso machen, aber da bin ich positive. Und Quereinsteiger in Musik gibt es ja auch. Wie gesagt, alles in Schwebe.
    Wo studierst du denn?
    Think a little less, live a little more.


  11. #10
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    AW: Lehrer werden

    Ah, Österreich... das erklärt manches^^
    Ich studier in Hamburg, also ganze Ecke weg.

    Bisher war absolut alles Theorie, im ersten Semester mal für eine Schulstunde in eine Schule rein zum zugucken..
    Super nützlich, eine Stunde, noch dazu kurz nachdem man aus der Schule raus ist, und dann nur zugucken. Naja, war auch nur wegen dem einen Seminar, hätte ich da n anderes gewählt wär das nicht gewesen.

    Ansonsten hatte ich jetzt zwar ein Physik- und drei Chemiepraktika, aber die waren alle in Uni-eigenen Laboren/Räumlichkeiten, und es waren die gleichen wie bei den Bachelorchemiker/Physikern. Ich glaube ein Versuch wurde beim einen oder anderen Praktikum gestrichen, oder wir brauchten ein Protokoll weniger... was in der Richtung. Also ja, auch Praxis, hatte mit Lehrerpraxis nur wenig zu tun.

    Ende nächstes Semester solls jetzt wohl für nen Monat an eine Schule gehen, wenn ichs richtig im Kopf hab... keine Ahnung was mich da erwartet, welche Schule erfahr ich auch erst dann, und was ich da mach auch.
    Möglicherweise gibts sowas im Laufe des Studiums nochmal, ansonsten nur nach dem Master 2 Jahre Referendariat.

    Sich mit so wenig wie möglich Autorität den größtmöglichen Respekt vor Schülern (und Eltern) zu verschaffen wäre ein Traum. Ich weiß nicht, ob das hinhauen kann. Muss man ausprobieren.
    Doch, kann es definitiv.
    haben zumindest zwei meiner Lehrer, die ansonsten völlig unterschiedlich sind geschafft. (einer Sport/englisch, inzwischen in Rente, auf lehramt studiert, wir haben bei ihm nur Filme geguckt oder auf deutsch über sport geredet..., der andere chemie/physik, recht jung, quereinsteiger mit doktor in chemie und keiner ahnung von physik, mit quasi dauerhaftem experimentieren im unterricht)
    Ich weiß nicht wie sie das gemacht haben, aber Jimmy und Timmey (hießen beide anders, aber wir haben sie so gerufen^^) habens trotzdem hinbekommen. rumgealbert, blödsinn gemacht, beim einen nur filme geguckt, trotzdem konnten am ende alle gut genug englisch, um damit auf der studienfahrt nach schottland nen scotch zu kaufen (reicht ja^^), beim anderen in der großen pause in der doppelstunde schießbaumwolle oder schwarzpulverbasiertes Feuerwerk gebastelt... aber am ende kam ne gruppe mit naturwissenschaftlichem verständnis, problemlösefähigkeiten und geschick bei der praxis raus.

    Und vor allem: bei den beiden wurden, wenn es sie denn mal gab sogar hausaufgaben gemacht. hat zu dem zeitpunkt kaum ein anderer lehrer geschafft... selbst mit diversen drohungen etc.
    bei den beiden "öhm, wir haben uns da irgendwie bisschen festgequatscht, macht mal das und das noch zuhause, damit wir halbwegs im zeitplan bleiben" "ok".

    Also ja, es geht, nur wie... keine ahnung.

    Das einzige was ich vermute:
    respekt kommt ja nicht (nur) von autorität, sondern auch von fachwissen, zuverlässigkeit und allem möglichen zwischenmenschlichen halt.
    und das hatten beide drauf. (ok, letzterer in physik weniger, dafür konnte er sich da super hineinversetzen, wo jemand ein problem mit hat) und beide haben sich selbst sehr ähnlich behandelt wie uns. sie waren bereit, hausaufgaben für sich zu akzeptieren, wenn wir ne kniffligere frage hatten (oder ne sportart wollten, die er nicht kannte), und wenn sie mist gebaut hatten, haben sie dafür das gleiche gemacht wie wir hätten müssen, und haben die verantwortung dafür übernommen.
    sowas bringt auch echt viel, glaube ich.
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  12. #11
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    AW: Lehrer werden

    Was nun, Lehrer oder Prof? Kein Bock ellenlange Texte deswegen studieren zu müssen..




  13. #12
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    AW: Lehrer werden

    Sorry, ich meinte v.a. die 10-18jährigen. In Österreich sind das Lehrer aber werden mit Professor angeredet, ich weiß nicht wie das in Deutschland ist - Professor nur an Unis?
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  14. #13
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    AW: Lehrer werden

    Hab noch nie einen Lehrer bis zur 13. Klasse gesehen, der ein Professor ist.

    Generell gilt in Deutschland wohl, dass Prof. erst ab Uni/Hochschule üblich ist




  15. #14
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    AW: Lehrer werden

    jop, profs nur an uni, die dürfen dann aber auch "prof." vor ihren namen schreiben, meist zusammen mit dem doktortitel. für lehrer gibts keinen extratitel
    Ich werde keine Träne weinen, vielleicht nur ab und an, und dann auch nur vor Glück,
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  16. #15
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    AW: Lehrer werden

    Ich denke als Lehrer sollte man vor allem immer motiviert sein und unparteiisch. Also keine Lieblingsschüler und so. Außerdem sollte der Unterricht spannend gestaltet werden und vllt auch mit etwas Witz.
    Ich würde gerne Lehrerin werden. Am liebsten für Deutsch und Geschichte.

 

 
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