Ich fange mal mit einer Kurzgeschichte von Watzlawick an, weil die mein Problem am besten beschreibt:
"Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht´s mir wirklich. - Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er "Guten Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann an: "Behalten Sie Ihren Hammer"."
So, nun möchte ich mein Problem vorstellen. Es schaut so aus, dass ich mir prinzipiell über Alles und jeden viel zu viele Gedanken mache, Überlegungen (wie in der Geschichte) weiterspinne und daraus Sorgenfelder entstehen, die wiederum erzeugen Hoffnungslosigkeit / Depression bzw. um es einfach schlichter und unspektakulärer auszudrücken - ich mache mir um eine Sache einen Kopf, denke mir das Schlechteste und es macht mcih gleich einfach schon total traurig und fertig.
Ich würde gerne mal wissen, ob ihr Tipps gegen sowas habt. Ich habe zum Beispiel mal gegen fehlenden Mut den Tipp bekommen, einfach mal eine Zeit lang alles, was man denkt, auszusprechen, um darüber hinweg zu kommen. Hat tatsächlich geklappt. Nun wüsste ich gerne, ob und wie ich hier vorgehen kann, weil es einfach nicht mehr geht so wie es jetzt ist. Das belastet mich und verunsichert andere, wenn cih ständig frage: Ist eigentlich was? Sicher, man soll über Probleme reden. Aktuell geht es um ein Mädchen, mit dem ich seit Samstag zusammen bin. Und rational ist es total logisch, dass alles okay ist. Dennoch... Dieses schlechte Gefühl will nicht los.
wie wäre es mal so, führe doch ein Tagebuch wo du deine gedanken reinschreibst und sie dran vergisst. wenn das nich geht, wie wäre eine vertrauensperson, der du alles erzählst??? sonst wüsste ich erst ma auch nix... ;D vlt, hilft es ja
Das mit dem Tagebuch ist eine gute Idee.. ich verstehe, was du meinst, ist mir leider auch schon öfters passiert und ich war danach am Boden zerstört. Nachdem ich mich dann irgendwie ausgeheult hatte, hab ich versucht, die ganze Situation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, logisch an die Sache ranzugehen und hab für mich all die positiven Aspekte der Situation aufgezählt. Und dann hab ich mir einfach immer wieder eingeredet, dass es "so" ist und nicht so, wie es mir zusammen spinne. Hat im Endeffekt auch ganz gut funktioniert, aber keine Ahnung, in wie weit dir das weiterhilft. ._.
@Blackrose: Ich spreche viel über meine Probleme mit Freunden. Bloß... Die Sache, um die es hier geht, ist ein ganz grundlegendes Problem. Meine beste Freundin, mit der ich zusammen die Hammer-Geschichte entdeckt hat, hält mir das auch immer vor Augen. Aber in Situationen, bei denen es in irgendeiner Hinsicht unsicher wird, denke ich promt das Schlimmste, spinne diesen Gedanken weiter und bin schon halb am Ende. Es berappelt sich zwar... Aber kann trotzdem so nicht weiter gehen. Das mit dem Tagebuch hört sich irgendwo schon nicht schlecht an, bloß kann ich daraus keinen Zusammenhang zu meinem Problem ziehen, dass ich mir zu viele Gedanken mache usw. ...?
@Farbenfinsternis: Erstmal vorweg, tolles Album das dein Nick ist! Kenne und höre ich selbst. B2t: Genau das, was du im letzten Part ansprichst, ist das, was mich letztenendes wieder berappelt. Bloß... Das ist auf Dauer anstrengend. Ich bin in der Oberstufe, ich arbeite nebenher einmal die Woche und habe in der Hinsicht, natürlich auch was andere Pflichten angeht, zu "funktionieren". Da hat man weder Zeit, noch Lust, noch Kraft, noch sonst was, das auf Dauer durchzuziehen, sich die Rationalität immer wieder vorzuhalten... :<
@Farbenfinsternis: Erstmal vorweg, tolles Album das dein Nick ist!
(:
Zitat:
Zitat von Kreator
Genau das, was du im letzten Part ansprichst, ist das, was mich letztenendes wieder berappelt. Bloß... Das ist auf Dauer anstrengend. Ich bin in der Oberstufe, ich arbeite nebenher einmal die Woche und habe in der Hinsicht, natürlich auch was andere Pflichten angeht, zu "funktionieren". Da hat man weder Zeit, noch Lust, noch Kraft, noch sonst was, das auf Dauer durchzuziehen, sich die Rationalität immer wieder vorzuhalten... :<
Mhm.. vielleicht musst du einfach versuchen, diese Gedanken sofort zu blockieren, wenn du sie hast. Sag dir gleich zu Anfang, dass es Schwachsinn ist und versuch, dich irgendwie abzulenken.
hab mal n referat über frankl gehalten, und dabei ging es u.a. auch um die logotherapie... jedenfalls erinnere ich mich noch an dereflexion... würde dein prob denk ich lösen: Dereflexion - Psychologie-Lexikon
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"Want porn? Buy an Android Phone" (Steve Jobs, Apple-Gründer)
hypochondrie ist doch gut behandelbar ... oder probiers mal mit buddhistischen meditationsübungen von dem in die ferne gelenkten gedankenfluss, der deine gedanken so leise werden lässt, dass du sie kaum mehr wahrnimmst ... ist ne schwere, langwierige sache, aber es funktioniert.
Das mit der Dereflexion klingt sehr gut, vielen Dank. Ist das ausschließlich über therapeutische Wege oder vielleicht doch auch per Selbsthilfe beziehbar? Wobei, wenn ich das gerade so lese: das ist in gewisser Weise auch Ursache vieler anderer Probleme die ich habe, die auf ähnliche Wege hinauslaufen.
Zur Meditationsübung: Auf jeden Fall auch ein interessanter Aspekt! Hast du da vielleicht weiterführende Links? Wobei, ohne dass du es mir verübelst - der direkte psychologische Weg ist mir eigentlich lieber. Tipps und Tricks über solche Übungen kann man aber dennoch immer beziehen.
Naja.. Du müsstest trainieren, wenn solche Gedanken kommen, auch darüber nachzudenken, welche positiven Ausgänge die Situation haben kann.
Am Anfang wirst du dich dazu noch zwingen müssen, wenn du das aber lange genug trainiert hast, wird das irgendwann auch von alleine passieren.
Ich kann mal schauen, ob ich von meinem Klinikaufenthalt noch Unterlagen zu dem Thema habe, die könnte ich dir dann eventuell zukommen lassen.
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"Wenn ich mir die Fresse von der Ollen ansehe, kann die Mulle eigentlich nur Grütze sein."
- Bernd L.
Habe im P.-Lexikon den Literaturverweis entdeckt. Werde mir aus unserer Stadtbibliothek mal "Logotherapie und Existenzanalyse" von Frankl ausleihen und durchlesen. Sofern das den Nagel auf den Kopf trifft.
Ich glaube für deine Situation wäre Verhaltenstherapie besser.
Wenn du selbst nach Literatur suchen willst, könntest du es mal unter dem Stichwort "kognitive Verhaltenstherapie" suchen.
Kognitives Training befasst sich mit verschiedenen Denkfehlern, die durch ein falsches Selbstbild, schlechte Erfahrungen und anderes ausgelöst werden.
Einige der Denkfehler, die im Training behandelt werden sind die: - Katastrophisieren: Das Eintreffen oder die Bedeutung von negativen Ereignissen wird stark überbewertet.
- Willkürliche Schlussfolgerungen: ohne sichtbaren Beweis oder sogar trotz Gegenbeweisen werden willkürlich Schlussfolgerungen gezogen.
- Selektive Abstraktion: Einige Einzelinformationen werden verwendet und überbetont, um eine Situation zu interpretieren. Damit werden bestimmte Informationen auf Kosten anderer überbewertet.
Das sollte so ungefähr deinen Problembereich abdecken.
Wir haben auf jeden Fall im kognitiven Training auch dein Problem behandelt. Ich weiss nur momentan nicht, ob ich die Unterlagen noch hier hab.
edit: Naja. Logotherapie könnte natürlich auch was für dich sein. Informier dich einfach mal über beides. *g*
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"Wenn ich mir die Fresse von der Ollen ansehe, kann die Mulle eigentlich nur Grütze sein."
- Bernd L.
- Willkürliche Schlussfolgerungen: ohne sichtbaren Beweis oder sogar trotz Gegenbeweisen werden willkürlich Schlussfolgerungen gezogen.
- Selektive Abstraktion: Einige Einzelinformationen werden verwendet und überbetont, um eine Situation zu interpretieren. Damit werden bestimmte Informationen auf Kosten anderer überbewertet.
Habe im P.-Lexikon den Literaturverweis entdeckt. Werde mir aus unserer Stadtbibliothek mal "Logotherapie und Existenzanalyse" von Frankl ausleihen und durchlesen. Sofern das den Nagel auf den Kopf trifft.
ganz ehrlich: wenn du nur an diesen gedanken leidest, hilft dir logotherapie nix...
wende dich lieber an nen psychiater... zahlt die krankenkasse.
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"Want porn? Buy an Android Phone" (Steve Jobs, Apple-Gründer)
"Nur" ist es natürlich nicht. Ich habe aber in gewissen Situationen schon "Depressionsattacken", wenn man es so ausdrücken kann. Ist aber eher ein wenig überspitzt.
Wobei... Das mit dem Pychologen steht derzeit auch schon zur Debatte. Bloß dass die auch ihre Listen haben, die dann abgearbeitet werden. Bringt mir de facto in drei Monaten nichts, weil ich bis dahin weiterhin mit dem Problem in der Welt rumspatzieren kann.