1. #1
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    AfD Diskussionsthread

    Da die Diskussion im Landtagswahlen 2016 Thread bereits am Laufen ist, dort aber vom Thema ablenkt. Hier gehts weiter.

    H a p p y W i f e
    H a p p y L i f e

  2. Diese Benutzer bedanken sich bei Carlie für diesen Beitrag:

    Musashi (15.03.2016)

  3. #2
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    AW: AfD Diskussionsthread

    "Ich glaube, dass Pegida und AfD einfach nur ein Sammelbecken von Verlierern und deren Anhängern ist.
    Mit der friedlichen Revolution und dem Ende der DDR Diktatur hatte jeder einzelne nun die Möglichkeit, das Leben welches er leben möchte, selbst zu gestalten. Jeder war von nun an seines Glückes Schmied. Niemand hat mehr von oben eine Richtung vorgegeben, jeder hatte es nun selbst in der Hand. Klar gab es in der DDR unter dem Deckmantel der Bevormundung und Unfreiheit auch das Gefühl einer gewissen Fürsorge von oben, die vielen gefallen hat. Es gab zum Beispiel keine Arbeitslosen und im Job reichte es aus, einfach da zu sein. Durchschnittlichkeit war ausreichend.
    Einige wenige haben diese Chance einfach nicht ergriffen. Sie waren völlig überfordert, dass sie jetzt selbst für sich verantwortlich sind und es niemand mehr da oben Schuld hat an ihrer persönlichen Misere hat. Das war ja auch bequemer.

    Nun kommen denen die Flüchtlinge ja gerade recht. Endlich gibt es neue Sündenböcke, die man für sein eigenes Versagen verantwortlich machen kann. Die Flüchtlinge kosten Milliarden, nehmen ihnen Frauen und Jobs weg. Perfekte Situation für Vereinigungsverlierer, die die Demokratie abschaffen wollen, um in einer neuerlichen Diktatur im brauen Mainstream mitschwimmen zu können."

    In der Tat höre ich oft den Satz, dass in der DDR nicht alles schlecht war, wenn wieder über das aktuelle Leben geschimpft wird.
    Time don't mean a thing when you're by my side
    Please stay a while

  4. #3
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    AW: AfD Diskussionsthread

    Zitat Zitat von snookerfan Beitrag anzeigen
    In der Tat höre ich oft den Satz, dass in der DDR nicht alles schlecht war, wenn wieder über das aktuelle Leben geschimpft wird.

    bei recherchen zu nem vortrag über die nachkriegszeit und das wirtschaftswunder bin ich auch auf diesen spruch gestossen. nur sagten damals die leute: "Bei den Nazis war nicht alles schlecht."

    und 2013 meinten 43% der befragten Österreicher immer noch "Unter Hittler war nicht alles schlecht!" (google)


    ich denke, so ähnlich weltfremd denken AfD-wähler. Und irgendwie auch die, die solche parteien nur aus protest wählen. mal sehen, ob die 2046 beim wiederaufbau immer noch so denken.
    rmv.de

    -- Verbindung liegt in der Vergangenheit --

  5. #4
    Spezi
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    AW: AfD Diskussionsthread

    Zitat Zitat von lliam Beitrag anzeigen

    und 2013 meinten 43% der befragten Österreicher immer noch "Unter Hittler war nicht alles schlecht!" (google)
    da frag ich mich, wer da gefragt worden war. die meisten sind ja viel zu jung um das zu wissen.
    nein


  6. #5
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    AW: AfD Diskussionsthread

    Vielleicht ist das das Problem. Keiner weiss mehr. wie brutal das damals war.

  7. Diese Benutzer bedanken sich bei Fragle für diesen Beitrag:

    snookerfan (16.03.2016)

  8. #6
    Kaiser
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    AW: AfD Diskussionsthread

    Was ich an der AfD auch sehr faszinierend finde, ist dass sie innerhalb weniger Jahre komplett ihre Austichtung geändert haben. Wenn ihr euch mal zurück erinnert hatte Lucke (ein Wirtschaftsprofessor) die Partei als Anti-Euro Partei gegründet. Doch irgendwie sind sie von ihren ursprünglichen Kernthemen ins Rechtspopulistische abgedriftet, was ich doch sehr besorgniserregend finde. Da man ja jetzt bei den Landtagswahlen sehen konnte, wie viele Nichtwähler sie mithilfe ihrer Parolen dazu bewegen konnte sie zu wählen.
    Aber allgemein war es nur noch eine Frage der Zeit bis es in Deutschland einer rechten Partei gelingt, bei Wahlen im zweistelligen Bereich zu landen, da man in den Ländern um uns herum seit Jahren genau den selben Trend beobachten kann (was das Ganze nicht weniger besorgniserregend macht).
    A little step may be the beginning of a great journey!

  9. #7
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    AW: AfD Diskussionsthread

    Nachdem die AfD nach dem Weggang Bernd Luckes eigentlich der Bedeutungslosigkeit zugeordnet wurde, verzeichnete sie jüngst die besten Werte einer Partei beim Ersteinzug in einen Landtag.

    Wie auch schon bei der letzten Bundestagswahl (so mutet es an; damals war es ein Anti-Euro-Kurs) wurde als Zugpferd eine Thematik bestimmt, die größtmögliche Teile des Volkes polarisiert, gar spaltet.
    In diesem Fall die Flüchtlingspolitik.

    Da noch kein bundesweit einheitliches Parteiprogramm existiert, fand zu diesem Zweck eine Online-Befragung vom 01.12.2015 bis zum 14.12.2015 statt - womöglich, um am Bundesprogrammparteitag vom 30. April auf den 1. Mai 2016 selbiges zu beginnen.
    aufzurufen sind die kompletten Bögen hier: Teil 1 (15.935 versandte Einladungen, 6420 vollständige Antworten, Teilnahmequote: 28,99%) und Teil 2 (stimmbereichtige Teilnehmer: 18.131, vollständige Antworten: 4.916, Teilnahmequote: 27,11%)

    dabei möchte ich ein paar Punkte dieser Umfrage besonders aufgreifen:
    Zitat Zitat von Frage4
    Dafür ist insbesondere eine Rückverlagerung von Kompetenzen an die Nationalstaaten [...] notwendig. Alle EU-Entscheidungen, die von substantiellem Gewicht für das Gemeinwesen sind, müssen dem nationalen Parlamentsvorbehalt oder einer Volksabstimmung unterowrfen werden. [u]Dem Anteil der Bevölkerung eines Staates an der Gesamtbevölkerung muss in allen Institutionen der EU Rechnung getragen werden. Dies gilt auch in Bezug auf die deutsche Sprache als größte Sprachgemeinschaft Europas.
    (für "Ja" stimmten 98,4%)
    Der Begriff "Volksabstimmung" klingt ja schon mal reizvoll.
    Da Deutschland jedoch bevölkerungsreichstes Land der EU ist, besagt der Punkt kaum mehr als:
    "Die EU soll abgeschafft werden, verbliebene Einrichtungen werden großteils von Deutschen geführt, Amtssprache wird Deutsch."
    Dies würde sämtliche europäischen Länder direkt einmal zu deutschen Kolonien machen.


    Zitat Zitat von Frage 6
    Beitritte nichteuropäischer Staaten sollen aus kulturellen und geographischen Gründen nicht weiter verfolgt werden.
    (für "Ja" stimmten 93,6%)
    abgesehen davon, dass man sich fragen müsste wo nach vorheriger Auflösung der EU denn beigetreten werden sollte, stellt sich folgende Frage:
    Wer entscheidet wann, weshalb, in welcher Zusammensetzung und unter welchen Umständen denn, ob ein Beitrittskandidat "dazu passt" oder nicht?
    Deutschland, weil zuvor als mehrheitlicher Anführer Europas gefordert?
    ich erinnere mich, dass es zu Zeiten der Wiedervereinigung auch einmal hieß "die passen nicht zu uns, das sind alles Kommunisten, die wollen wir nicht!"......wäre das im Nachhinein dann auch falsch gewesen?
    würde das unter den geforderten Umständen anders entschieden worden sein?


    Zitat Zitat von Frage 32
    [...] Die Versorgung von Asybewerbern ist auf reine Sachleistungen umzustellen, die medizinische Versorgung muss auf eine tatsächliche Nothilfe beschränkt sein
    Sachleistungen: wird durch einige Bundesländer bereits durchgeführt, Anteil zunehmend.

    ärztliche Hilfe nur im Notfall: sämtliche internationalen Übereinkommen, der hyppokratische Eid als auf die Genfer Deklaration des Weltärztebundes stehen in klarem Widerspruch zu einer äußerst schwammig formulierten Forderung, Flüchtlingen in Asylbegehrenden "nur medizinische Nothilfe" zu gewähren.
    Was ist Nothilfe?
    Muss der Patient dazu blutend vor dem Arzt liegen?
    Muss schon ein Herzstillstand vorliegen?

    am ehesten mag ich damit die medizinische Not- und Erstversorgung der Notaufnahme eines Krankenhauses verstehen.
    Bedeutet das, man dürfte die medizinische Nachversorgung eines amputierten Körperteils nicht durchführen?
    wäs wäre mit falsch verheilten Knochenbrüchen, die neu geschient werden müssen, um dem Körper eine einwandfreie Funktionsweise zu garantieren?
    Zahnschmerzen?
    Ist Geburt eine Nothilfe?
    Zählen Impfungen dazu?


    Zitat Zitat von Frage 36
    Für die AfD ist die deutsche Staatsangehörigkeit untrennbar mit Bekenntnis und Loyalität zum deutschen Staat, zu unserem Grundgesetz und Gesetzen, unserer Kultur und Sprache verbunden
    (Für "Ja" stimmten 95,6%)
    der Fairness halber müsste das auch jeder Deutsche unterschreiben; da gibt's zahlenmäßig sogar mehr Menschen die selbiges kaum oder nicht achten.


    Zitat Zitat von Frage 41
    Die AfD bekennt sich zum Leitbild der traditionellen Familie. [...] Die Familie aus Vater, Mutter und Kindern als Keimzelle der Gesellschaft zu verstehen [...], muss wieder Mittelpunkt aller familienpolitischen Maßnahmen werden. Die zunehmende Übernahme der Erziehungsaufgabe durch staatliche Institutionen wie Krippen und Ganztagsschulen, die Umsetzung des Gender Mainstreaming und die generelle Betonung der Individualität untergraben die Familie als wertegebende gesellschaftliche Grundeinheit
    (für "Ja" stimmten 93,8%)
    Die AfD definiert "Familie" unmissverständlich als Frau-Mann-Kind(er).
    jegliche anderen Modelle werden ihrerseits abgelehnt (bspw komosexuelle Paare mit Kind).
    Das stellt eine deutliche Benachteiligung von Menschen homosexueller Orientierung dar und straft sie beinahe als unwürdig ab, eine Familie entsprechend ihrer sexuellen Neigung (für die sie selbst nichts 'können'!) gründen zu können...oder zu dürfen.

    dazu kommt
    wer bleibt denn zuhause, um die Kinder großzuziehen? der Mann?
    für mich liest sich das ganz deutlich (auch in Verbindung mit Aussagen eines bspw Uwe Jung; siehe Mitglieder, weiter unten), als würde die Rolle der Frau in Selbstverständlichkeit als Hausfrau verstanden werden wollen. Ohne selbstverständliches Recht auf Gleichbehandlung, auf evtl berufliche Selbstverwirklichung.


    Zitat Zitat von Frage 42
    Die AfD setzt sich daher für die gerechte Besteuerung von Familien ein (Familiensplitting) und hält eine Abgabengerechtigkeit in der Sozialversicherung für dringend notwendig. Bei der Rente müssen die Kinderzahl und die Erziehungsleistung berücksichtigt werden
    (für "Ja" stimmten 91,3%)
    bedeutet: wer zu wenige oder überhaupt keine Kinder hat, soll mehr Steuern (?) zahlen.
    und bekommt weniger Rente.

    würden Unfruchtbare dadurch fair behandelt? oder für Dinge, an denen sie nichts ändern können/konnten, bestraft?




    ab hier beginnt Teil 2 des Online-Fragebogens (stimmbereichtige Teilnehmer: 18.131, vollständige Antworten: 4.916, Teilnahmequote: 27,11%)

    (interessant ist, dass besonders im Bereich "Finanzen, Steuern, Wirtschaft" die Zustimmung unter 90%: bei den Fragen rund um Grunderwerb 65,9%, Soziale Absicherung 53,6%, Abschaffung Bundesagentur für Arbeit 65%, Flexi-Rente mit Wegfall Arbeitgeberbeträge 75,2%)

    Zitat Zitat von Frage 17
    Schwerwiegendes Fehlverhalten, welches sich gegen die eheliche Solidarität richtet, muss bei Scheidungsfolgen berücksichtigt werden
    (Für "Ja" stimmten 75,7%, 15,3% Enthaltungen!)
    nun könnte man eventuell mutmaßen, dass die leicht verkomplizierte Formulierung auf Irritierung und damit weniger Zustimmung gestoßen wäre.....unter dem Strich bedeutet die Forderung jedoch:
    wer einen schwerwiegenden Verstoß gegen die Ehe begangen hat (oder mehrere), der kann bei der Scheidung benachteiligt werden bzw dessen Partner kann sich leichter scheiden lassen
    solche Verstöße können sein:
    - Fremdgehen (Ehebruch)
    - häusliche Gewalt
    - Vergewaltigung des eigenen Ehepartners (?)

    ich finde es mindestens einmal auffällig, dass die Zustimmung hier auf einmal deutlich niedriger ist, das Bekenntnis zum "Leitbild einer traditionellen Familie" (Teil 1, Frage 41) noch satte 93,8% Zustimmung fand.
    Also Familie um jeden Preis, aber Fremdgehen/prügeln dürfen ?


    Zitat Zitat von Frage 23
    Geistig Behinderte, Lernbehinderte oder stark Verhaltensauffällige sollen wie bisher in Förder- und Sonderschulen unterrichtet werden.
    (Für "Ja" stimmten 95,4%)
    und an dieser Forderung nehme ich doch ordentlichen Anstoß.
    ab wann genau beginnen solche Lernbehinderungen (die international gängigen ICD-10-Klassifikationen für Krankheiten listen auch bereits Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie) sowie Dyskalkulie (das Gegenstück in Mathe, Rechenschwäche) als Lernbehinderung!)?
    wie würde damit dann umgegangen?
    darf ich mir das gemäß US-Vorbild als Ansammlungen ganzer (ich bediene einen Klischee-Begriff, nicht meine Meinung) "Spasti-Klassen" vorstellen, in der einfach nur einmal alle faulen Eier angesammelt werden und ihre Schul-Pflichtzeit ohne Anspruch auf einen Abschluss verbringen?
    Gäbe es dort die Möglichkeit, einen Schulabschluss zu erwerben? Realschulabschluss? Das Abitur?
    Wie sähe es danach mit dem Bereich der Integration von Menschen mit Behinderung in das normale Arbeitsleben, in die Gesellschaft aus? würde man das auch gänzlich abschaffen wollen?


    Zitat Zitat von Frage 25
    Die öffentlich-rechtlichen Rundfunk-und Fernsehanstalten werden privatisiert. Sie finanzieren sich von 2018 an selbst. Der Beitragsservice wird ersatzlos abgeschafft. die staatliche Informationsversorgung wird durch einen steuerfinanzierten Rundfunk mit zwei Rundfunksendern und zwei Fernsehsendern geleistet
    (war multiple Choice, für die oben beschriebene 'Option 2' stimmten 41,2% mit "Ja")
    Staatliche Informationsversorgung?!
    man will ARD und ZDF privatisieren, die GEZ abschaffen.....und mit Steuergeldern dann einen Rundfunk- und zwei Fernsehsender erschaffen, die bestimmen, welche Information verbreitet werden soll - oder darf?!
    Zum Teufel, nein - das nenne ich Nährboden für Propagandasysteme, siehe Russland.
    Näher könnte man dem Begriff "Lügenpresse" kaum kommen als durch solche Forderungen, wenn sie Realität würden.


    Zitat Zitat von Frage 48
    Die AfD fordert "Freie Fahrt für freie Bürger" und lehnt alle Beschränkungen aus anderen Gründen als der Verkehrssicherheit ab. Kein Tempolimit auf Autobahnen, 100km/h auf Landstraßen und 50km/h innerorts auf allen Durchgangsstraßen, jederzeit.
    (für "Ja" stimmten 68,8%)
    Die Zahlen der Verkehrstoten steigen, Raser, Drängler und rücksichtslose Fahrer nicht nur auf Autobahnen gehören oftmals zum leidigen Alltag. Und man möchte "Kein Tempolimit auf deutschen Autobahnen fordern".
    kann ich kaum gutheißen.
    gemäß der Formulierung gäbe es an gefährlichen, engen oder einer Schule naheliegenden Stellen von Durchfahrtsstraßen einer Ortschaft wohl auch keine Tempo-30-Zonen mehr.


    Zitat Zitat von Frage 53
    Die Laufzeit bestehender Kernkraftwerke sollte verlängert werden.
    (war multiple choice, für die obige 'Option 1' stimmten 51,6% mit "Ja")
    gerade einmal ist die Katastrophe von Fukushima fünf Jahre her.
    Die Jahrgänge 88, 89, teils auch 90 klagen in über proportionaler Unmenge über eigentlich ziemlich seltene Kreuzungsallergien (Nachwirkung von Tschernobyl seinerzeit).

    und da möchte man ernsthaft weiteren Betrieb von Atomkraftwerken in Betracht ziehen?


    soweit zur Online-Umfrage für ein bundesweites Parteiprogramm.


    Da es für mich leichte Unterschiede gibt, möchte ich neben dem Programm der Partei AfD auch noch auf die Verhaltensweisen als auch Ansichten einiger weniger Mitglieder eingehen.
    Dabei spielt für mich Pegida auch eine sehr starke, in Verbindung zu mindestens einmal Mitgliedern der AfD stehende Rolle:
    AfD- als auch Pegida-Mitglieder haben sich gegenseitig in sozialen Netzwerken auf den Freundeslisten.
    und bei beiden kann ich eine sehr deutliche Verrohung ihrer verbalen Ausdrucksweisen erkennen.

    Beatrix von Storch, stellverstretende Vorsitzende der AfD auf Bundesebene:
    fordert tatsächlich, an deutschen Grenzen auf Frauen schießen zu lassen. ich kann nicht einmal in Worte fassen, für wie unglaublich verantwortungslos und fern jeglicher moralischer Empfindung, ja sogar dumm und dämlich, ich allein eine solche Forderung halten muss.
    Bilder wären hier (#1) und hier (#2)

    Felix Zietmann, Kandidat der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt:
    postet ein Bild deutscher Wehrmachtssoldaten bei Aufstellen einer Fahne vor der Akropolis in Athen und untertitelt das mit "Griechenland-Urlaub 41" (siehe hier)
    wer so mit Kriegsverbrechen unserer Vergangenheit umgeht, würde ich persönlich nicht einmal die zeitweilige Aufsicht über meinen Wagen an der Autowaschanlage geben wollen.

    Uwe Junge, Kandidat der Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz:
    postete dies hier bei Facebook
    Frauen ohne Kinder haben im Leben also nichts geleistet?
    eine interessante Ansicht für das Programm einer Partei, die Rückkehr zu traditionellen Familienwerten fordert.
    Das würde Frauen dementsprechend auf die Erziehung der Kinder sowie den Haushalt beschränken.
    jeglicher Form der Selbstbestimmung als auch Selbstverwirklichung wäre hinfort und berufliche Laufbahnen, vielleicht sogar Karriere für Frauen, keine Selbstverständlichkeit.

    Alexander Gauland:
    neben seinen nicht wirklich wenigen "Glanzstücken" finde ich folgendes am herausstechendsten:
    Direkt nach den Landtagswahlen gibt Alexander Gauland bekannt:
    "Keiner von uns will einen Regierungsposten oder sogenannte Verantwortung. Wir wollen kein Koalitionspartner von jemandem sein, weil wir diese Politik bis aufs Messer bekämpfen."
    ist klar - deswegen lässt man sich ja wählen.
    und wer keine Verantwortung hat, der kann auch keine Fehler machen...

    Tatjana Festerling (Pegida Frontfrau):
    da bekommt AfD-ler Björn Höcke vom Chefredakteur der Zeit, Giovanni di Lorenzo (einer der renommiertesten Journalisten unserer Zeit!!) einen detaillierteren Fragebogen und teilt ihn auf Facebook mit dem Kommentar "pseudointellektuelles Hetzblatt". Tatjana Festerling, Frontfrau von Pegida (man ist ja bei Facebook befreundet...) reagiert auf diesen Beitrag mit (original auf italienisch) "was für ein Stück Scheiße Du bist, leck mich am Arsch".
    ich muss schwerlich infrage stellen, was Menschen, die das Recht auf Meinungsfreiheit mit der Beleidigung, Herabsetzung oder Entwürdigung verwechseln, erst einmal täten, wenn sie auch nur ein Minimum an Macht bekämen.

    ich könnte wohl noch das eine oder andere Paradebeispiel nachliefern, doch dieser Post mag ohnehin bereits zu lang geworden zu sein und ein zweiter wird direkt folgen.
    Geändert von Musashi (16.03.2016 um 18:48 Uhr)
    Few of us can easily surrender our disbelief that society must somehow make sense.
    The thought that the state has lost its mind is intolerable.

    And so the evidence has to be denied.

  10. Diese 3 Benutzer bedanken sich bei Musashi für diesen Beitrag:

    Carlie (16.03.2016), skiline (17.03.2016), snookerfan (16.03.2016)

  11. #8
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    AW: AfD Diskussionsthread

    bemerkenswert finde ich, dass immer dann, wenn die Öffentlichkeit Anstoß an einem geistigen Erguss, einer Äußerung oder eine Forderung nimmt, diesen zu hart, zu rechts, gesetzeswidrig findet, es konsequent heißt:
    "so war da ja gar nicht gemeint"
    "das wurde aus dem Zusammenhang gerissen"
    "die Aussage wurde vollkommen verdreht"
    "ich bin auf der Maus ausgerutscht"
    "die böse Lügenpresse!"


    Darum möchte ich zu meinem Fazit kommen.
    ich könnte die Partei AfD nicht vollends als rechtsradikal einstufen.
    Ihre Mitglieder teilen jedoch Ansichten, die mitunter einmal die Grenze Rechtsradikalismus überschreiten.
    Ihre Anhänger womöglich noch ein Stück weiter.

    Wenn ein Björn Höcke in Erfurt vor Zuhörern schreit "Thüringer! Deutsche! 3.000 Jahre Europa! 1.000 Jahre Deutschland!", dann mag man sich womöglich an den Begriff "tausenjähriges Reich" aus Zeiten des Nationalsozialismus erinnert fühlen.
    Die Ansichten der AfD jedoch sehe ich persönlich noch ein Stück vorher, zu Zeiten der Jungkonservativen oder der Konservativen Revolution:
    eine Schicksalsgemeinschaft, deren Kultur unveränderlich ist. Individuelle Freiheiten, die Vielfalt von Lebensstilen, gar "kulturfremde" Zuwanderung sind für sie per se eine Bedrohung und ein Ausdruck von Verfall. den Jungkonservativen schwebte eine Ständehierarchie mit festem Oben und Unten vor, freie Wahlen und Parlamentarismus verachteten sie.
    Die Frau hatte ihren festen Platz im Leben im Haushalt.


    Fasse ich die von mir genannten obigen Positionen ein wenig zusammen, ergäbe sich für mich folgendes Bild:
    - Familie besteht unweigerlich aus Vater UND Mutter. Andere Formen (Homosexualität etc) gibt es nicht. Ob Alleinerziehende weniger zählen, würde ich offen lassen
    - damit verbunden hielte ich es für nicht ausgeschlossen, dass Singles auch weniger Wertschätzung genießen würden. Oder Asexuelle. Oder Menschen, die einfach keinen passenden Partner finden können.
    - besonders Frauen ohne Kinder zählen nichts. Ihre primäre Rolle im Leben scheint die Geburt als auch Großzucht des Nachwuchses zu sein.
    - Alles Fremde wird kategorisch gehasst und als "weniger wert" angesehen.
    - gravierende Fehltritte innerhalb einer Ehe sollten nicht extra gezählt werden (Fremdgehen, häusliche Gewalt - wenn die Frau maßgeblich die Kindererziehung inne hätte, könnte auch eher der Mann fremdgehen, das nur als Gedankenspiel nebenbei...)
    - es wird eine klare Trennung von Menschen mit und ohne Behinderung gefordert. ich kann mir nicht vorstellen, dass man diese Trennung nach Ende der Schulzeit dann aufheben (wollen) würde..
    - GEZ soll abgeschafft und das Anfangsmodell eines staatlichen Propagandasenders erschaffen werden.
    und weitere.

    ich persönlich empfinde dies als alte, vielleicht uralte, überholte, definitiv nicht mehr zeitgemäße oder aktuelle Ansichten.



    Die AfD ist nunmehr bereits in Landtagen eine demokratisch gewählte Partei. Eines System, welches sie selbst als Gegner bezeichnet.
    sie möchte als demokratisch gewählte Partei behandelt werden.
    und sie muss sich auch als solche verhalten.

    Schließen möchte ich daher mit einem sehr passenden
    Zitat der Verteidigungsministerin, Ursula von der Leyen
    :
    Die Zeit, in der man als AfD sagen konnte, wenn man irgendwas gesagt hat wie zum Beispiel 'Schießbefehl' "neinnein, ich bin ausgerutscht auf der Maus und es war die Lügenpresse, die das alles falsch gesagt hat"
    Die Zeiten sind vorbei.
    Von jetzt an gibt's nicht mehr Lügenpresse, von jetzt an gibt es Landtagsprotokolle.
    Da ist dann alles aufgeschrieben, da kann man alles nachlesen, es gibt öffentliche Debatten, die kann man sehen.
    Das heißt, sie werden jetzt Antworten liefern müssen und da muss man dann auch sehen, was sie bringen
    Geändert von Musashi (16.03.2016 um 19:16 Uhr)
    Few of us can easily surrender our disbelief that society must somehow make sense.
    The thought that the state has lost its mind is intolerable.

    And so the evidence has to be denied.

  12. #9
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    AW: AfD Diskussionsthread

    Viele sagen, dass die AfD so populär ist liegt daran, dass die momentane Politik versagt.
    Ich, die mich wirklich nur bedingt mit Politik befasst, finde so eine Äußerung absurd.
    Erstens ist es total schwierig es jedem Recht zu machen und irgendwie muss man ja auch seinem Parteiprogramm treu bleiben, wenn man so an der Spitze regiert. Merkel hat ja schon einige Umstöße gehabt wie der plötzliche Atomausstieg nach Fukushima und das vehemente offenhalten der Grenzen.

    Dass die AfD so einen Erfolg hat, liegt natürlich einerseits an den ganzen frustrierten Bürger, die mal wieder nur halb zu hören und sagen, oh .. Flüchtlingsgrenze, das will ich auch .. oh, Deutschland soll nicht so viel abgeben an andere Länder, das will ich auch.
    Andererseits gelingt es halt den anderen Parteien irgendwie zum Verrecken nicht ihr Programm genauso gut an den Mann zu bringen.

    Die AfD ist eine Partei des Schreckens. Ich habe letztens noch gelesen: "Verwechslungsgefahr: Die AfD ist nationalistisch. Die NSDAP war rassistisch"
    Ja klar, die NATIONALSOZIALISTISCHE Partei war nur rassitisch, genau damit haben die 30% der Stimmen bekommen! *face palm*
    An der Spitze solcher Parteien befinden sich auch immer so unglaublich demagogisch begabte Leute, die der Masse einfach nur das geben was sie wollen und das auch noch so gut verpackt.

    Andererseits wird auch wenig offen mit der AfD bzw ihren Wähler umgegangen. Die Leute haben ja schlichtweg teilweise Angst sich zu äußern, dass sie die AfD gewählt haben.
    Auf solche Frustbürger muss aber auch eingegangen werden und sie müssen von anderen Parteien aufgefangen werden. Die Parteien müssen auch auf die AfD reagieren. Ich hab das Gefühl, die wurde bislang einfach nur ignoriert und alle hoffen die zerfällt im Wind wie die Piraten.

    Die AfD ist für mich eine weltfremde und rückschrittliche Partei. Gerade das was ich oben über Rollenbilder und Meinungen zum "Deutschlandtum", wie das so gerne gesagt wird, gelesen habe.

    Kopfschüttel, das sind die Leute, die sich bei Facebook oder so am meisten aufregen und die ERSTEN die brüllen "Armes Deutschland"
    Zitat Zitat von GC_Skat00n über Bones Penis
    Was hast n du für'n Schlorden? :-D Wenn du deiner Perle mal die Nudel an die Backe haust, hat sie bestimmt 'ne Gehirnerschütterung xDD

    ♥ - allerliebste Vampirbraut mit äußerst gutem Gespür für Menschen.


  13. Diese Benutzer bedanken sich bei BellaDracula für diesen Beitrag:

    Musashi (16.03.2016)

  14. #10
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    AW: AfD Diskussionsthread

    So viele sind schockiert, dass die afd so erfolgreich ist... Einer aus der CDU sagte, das wär
    Ne klassische Protestwahl gewesen.. wie wärs, wenn man als Politikfuzzi mal überlegen würde, warum die Menschen protestieren?
    Wär doch ne gigantomanische Idee

  15. Diese 2 Benutzer bedanken sich bei Lukas1999 für diesen Beitrag:

    ines112 (21.03.2016), lliam (21.03.2016)

  16. #11
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    AW: AfD Diskussionsthread

    Zitat Zitat von Lukas1999 Beitrag anzeigen
    So viele sind schockiert, dass die afd so erfolgreich ist... Einer aus der CDU sagte, das wär
    Ne klassische Protestwahl gewesen.. wie wärs, wenn man als Politikfuzzi mal überlegen würde, warum die Menschen protestieren?
    Wär doch ne gigantomanische Idee
    Am Wahlabend der Landtagswahlen war die Sprache davon, dass sowohl in Rheinland-Pfalz als auch Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg je über 70% der befragten AfD-Wähler angaben, ihre für die AfD abgegebene Stimme sei als "Denkzettel" für die etablierten Parteien zu verstehen.

    Wenn ich mir die überwältigende Mehrheit an öffentlichen Forderungen der AfD vor und während des Wahlkampfes ansehe, dann war dort nahezu hauptsächlich die Flüchtlingssituation als Haupt-Thema zu sehen - natürlich, zieht ja.


    in Anbetracht von Geburtenraten, Migrations- als auch Flüchtlingsstatistiken, Arbeitsmarktsituation mag ich mich jedoch fragen, wie durch besonders prekärste Forderungen, Wünsche oder Erwartungen sowohl seitens der AfD bzw ihres Wahlprogramms als auch seit Monaten pöbelnder, schimpfender oder gar hetzender Flüchtlingsgegner die nächsten Jahrzehnte in unserem Land funktionieren sollten..
    Few of us can easily surrender our disbelief that society must somehow make sense.
    The thought that the state has lost its mind is intolerable.

    And so the evidence has to be denied.

  17. #12
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    AW: AfD Diskussionsthread

    Zitat Zitat von Musashi Beitrag anzeigen
    Am Wahlabend der Landtagswahlen war die Sprache davon, dass sowohl in Rheinland-Pfalz als auch Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg je über 70% der befragten AfD-Wähler angaben, ihre für die AfD abgegebene Stimme sei als "Denkzettel" für die etablierten Parteien zu verstehen.

    ...

    in Anbetracht von Geburtenraten, Migrations- als auch Flüchtlingsstatistiken, Arbeitsmarktsituation mag ich mich jedoch fragen, wie durch besonders prekärste Forderungen, Wünsche oder Erwartungen sowohl seitens der AfD bzw ihres Wahlprogramms als auch seit Monaten pöbelnder, schimpfender oder gar hetzender Flüchtlingsgegner die nächsten Jahrzehnte in unserem Land funktionieren sollten..
    70% mag beängstigend erscheinen, aber ich halte sie für wenig seriös. Du hast keine Ahnung, woher die Zahl kommt. Wenn eine Partei oder gar mehrere Parteien gemeinsam mit dem Argument werben, gegen eine bestimmte andere Partei zu sein, würd ich das mal stark hinterfragen, welche Motive da dahinter stecken.

    Das was du mit deinen letzten Worten machst, ist im Grunde genau das Gleiche, was die Leute machen, die gegen Flüchtlinge hetzen. Es bringt nichts Angst zu schüren.

    Wenn es wirklich für viele eine Protestwahl war, geb ich Lukas1999 Recht. Nur was hoffen sie zu erreichen? Mehr Gerechtigkeit wird es dadurch nicht geben.
    nein


  18. #13
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    AW: AfD Diskussionsthread

    Zitat Zitat von Lukas G Beitrag anzeigen
    70% mag beängstigend erscheinen, aber ich halte sie für wenig seriös. Du hast keine Ahnung, woher die Zahl kommt.
    Erste Hochrechnungen einer Wahl werden erst ab 18:00 bekanntgegeben, davor ist das gesetzlich untersagt.
    Zuvor werden in ausgesuchten Wahlbüros meist im Zeitraum 17:00-18:00 Wähler befragt, ob sie ihre Wahl sowie ihre Beweggründe dafür zwecks der allerersten Prognose äußern möchten.
    Das sind die Zahlen, die man unmittelbar um 18:00 dann als allererste zu sehen bekommt.

    Erste, auf Auswertung von Stimmzetteln abgegebene, tatsächliche Hochrechnungen kommen dann normalerweise ab 18:20

    Zitat Zitat von Lukas G Beitrag anzeigen
    Das was du mit deinen letzten Worten machst, ist im Grunde genau das Gleiche, was die Leute machen, die gegen Flüchtlinge hetzen. Es bringt nichts Angst zu schüren.

    Wenn es wirklich für viele eine Protestwahl war, geb ich Lukas1999 Recht. Nur was hoffen sie zu erreichen? Mehr Gerechtigkeit wird es dadurch nicht geben.
    dann möchte ich Deine Fehlinterpretation meiner Aussage ein wenig ausleuchten:

    innerhalb der vergangenen neun Monategab es bspw seitens der AfD bundesweit nennenswert das Thema Flüchtlinge. Auf Reden proklamierte ein Björn Höcke, man müsse sich gegen einen "Asylsturm" erwehren.
    Marginal daneben las ich mal etwas von Aktionen gegen TTIP.
    Daneben: wenig 'aggressiv' der Öffentlichkeit geäußerte Forderungen. Warum auch, Flüchtlinge zogen vor dem richtigen Publikum ja genug.


    Weshalb ich mich um politische, gesellschaftliche als auch soziale Funktionsweise sorge:
    es wird Gegenwehr zum "Asylsturm" gefordert - der massenweisen Ankunft von Menschen, deren Recht auf Asyl danach erst geprüft werden wird. Bevor also überhaupt definitiv gesagt werden kann, wer von x Personen gemäß Grundrecht ein Anrecht auf Asyl hat, heißt es bereits "die wollen wir nicht".

    Gemäß aktueller Geburtszahlen liegt Deutschland mit 1,33 Kindern pro Paar so ziemlich auf den letzten Plätzen.
    Weltweit.
    Das heißt, die Bevölkerung schrumpft sich rein rechnerisch weg.

    Nehmen wir zukünftige Fortschritte der Medizin und damit verbunden das womögliche Erreichen der durchschnittlichen Lebenserwartung auf über 90 Jahre pro Bürger, dann sind wir bei Minimum 23 zu bezahlenden Jahren Rente.
    Das ist in der Masse dann ganz schön viel Holz für die Rentenkassen.
    Das muss ja von irgendwem bezahlt werden....nur gewiss nicht von einer Bevölkerung, die sich gemäß Geburtszahlen pro Generation fast halbieren würde.
    Für nennenswerte Stabilisierung, ja Wachstum, wäre eine Zahl von über 3 (statistische Kinder pro Paar) wünschenswert - ohne diese wären wir auf Zuwanderung angewiesen.

    Könnte man das mit Steuern bezahlen?
    wohl kaum, das bspw von der AfD geforderte, vierstufige Steuersystem sieht einen Spitzensteuersatz von 25% vor (aktuell liegt der Spitzensteuersatz bei 45%). nähmen wir ganz spontan mal ein Jahrebruttoeinkommen von € 24.999 als Schwelle dafür, dann würde die äußerst gut bezahlte OP-Schwester mit 25.000 Jahreseinkommen genauso viele Steuern zahlen wie der Konzernchef mit 3,4 Millionen Jahreseinkommen.
    Vollkommen unerheblich, wo man die Schwelle für den Spitzensteuersatz setzen würde: eine Senkung ünter 45% hätte maßgeblich zur Folge, dass die Reichen nur noch reicher würden.
    Was wiederum die Nicht-Reichen unzufriedener gestaltet.
    Während der Staat weniger Einnahmen durch Steuern bekommt.

    Indes muss er mehr ausgeben, es steht ja parallel zur Abschaffung von Hartz IV eine Existenzsicherung von € 1.000 gegen verpflichtende Arbeitsaufgaben (wird so schön "aktivierende Grundsicherung" genannt, nachzulesen bei Frage 11) im Raum.
    Heißt: kein Hartz IV mehr, dafür € 1.000 und Arbeit zugewiesen bekommen.
    Welche Arbeit?
    Unkraut vor dem Rathaus rupfen? bei McDonald's bedienen? Klos putzen? Müllabfuhr? im Klärwerk die Becken schrubben?
    darf man dort etwas aussuchen?
    dürfte man etwas ablehnen?
    was, wenn man etwas ablehnt?
    ich könnte beileibe nicht sagen, dass Hartz IV zu den auch nur nennenswerten Errungenschaften der deutschen Politik zählt -doch verpflichtende Arbeit a'la "aktivierende Grundsicherung" zöge größere kollektive Unzufriedenheit nach sich.

    Vor Hartz IV kommt noch:
    Abschaffung der Versicherungspflicht der Unfallversicherung.
    Die Unfallversicherung schützt mich davor, im Falle einer Erwerbsunfähigkeit infolge eines schwerwiegenden Arbeitsunfalles sofort in den Sozialsystemen zu verenden und eventuell auch möglichen Behandlungskosten meiner Erkrankung/Verletzung sitzen zu bleiben.
    Deren Wegfall halte ich persönlich für fatal - für die Einzelfälle, die auf sie angewiesen wären.

    Man kommt um den Aspekt Zuwanderung nicht herum.
    nicht, solange unsere Geburtenzahlen zu den schlechtesten weltweit zählen.
    Eine Forderung a'la "nur qualifizierte Zuwanderer erlauben" mag daher naheliegend sein....doch in Verbindung mit "kein Familiennachzug" wird sie wieder ad absurdum geführt.
    Kein fertig ausgebildeter Humanmediziner (elche mit zehntausenden Bedarfsstellen so ziemlich die meistgesuchte Berufsgruppe darstellt..) würde als qualifizierter Zuwanderer hier hin kommen, wenn nicht absolut und unmissverständlich im Voraus geklärt wäre, dass er Frau und Kind(er) nachholen darf.
    blieben statt dem Familienvater also nur: junge, alleinstehende Arbeiter.
    ich möchte anzweifeln, dass plötzlich nicht mehr protestiert würde....nur, weil zuwandernde, junge Männer durch die Bank weg eine qualifizierte Ausbildung besitzen (eventuell im Gegenzug zu jenen aus der Flüchtlingssituation). sind ja noch immer viele, junge Männer.


    auf der anderen Seite las ich auch schon über Statistiken aus der Flüchtlingsthematik, die zeigen, dass über 60% an Flüchtlingen der vergangenen Jahre zurück in die Heimat kehrte; sobald sich die Lage dort beruhigt hatte.
    die gehen dann aber wieder.

    Für langfristige Untersützung der Bevölkerungszahlen brauchen wir mehr als nur 100.000 einzelne Menschen. Wir brauchen im Idealfall Familien. Die auch Nachwuchs mitbringen oder ihn generieren. und das nur, um unsere Bevölkerungszahlen sowie die steuerliche Kraft halbwegs aufrecht zu erhalten.

    Ich halte es für sehr kontraproduktiv, dann gegen alles, was fremd ist kollektiv pöbeln zu wollen.
    ich halte es für bedenklich, wenn sich Menschen als Widerstandskämpfer ansehen, weil sie einen Bus voller geflüchteter Frauen und Kinder zu Weinen bringen.
    Ich halte es für katastrophal, dass Menschen lieber Teile ihres eigenen Scheißkaffs im halbwegs Nirgendwo abbrennen anstatt dort womöglich Fremde willkommen heißen zu wollen.
    und ich halte es für besorgniserregend, dass sich Menschen zu politischen Wahlen aufstellen lassen, die solche Grundstimmung mit anheizen.


    ich möchte nicht behaupten "das wird man ja wohl noch sagen dürfen", doch ich muss sagen, ich habe meinen eigenen Standpunkt mehr als in meinen beiden vorherigen Posts äußern können. ohne irgendem zu nahe getreten, oder ihn zu verletzen, zu entwürdigen oder anzugreifen.


    Daher muss ich Deinen vorherigen Vergleich "ist das gleiche, was die machen, die gegen Flüchtlinge hetzen" doch entschieden zurückweisen:
    er entbehrt jeglicher Grundlage.

    Wohl auch, weil ich meine geäußerte Besorgnis zuvor nicht eingehend erläutert hatte
    Geändert von Musashi (20.03.2016 um 19:41 Uhr)
    Few of us can easily surrender our disbelief that society must somehow make sense.
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  19. #14
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    AW: AfD Diskussionsthread

    Ich versuche ja eigentlich nicht so viel zu dem Thema zu schreiben, weil dann schnell Hass und ein wenig Verzweiflung in meine Finger sprießt und das Tippen übernimmt. Ich bin aber gerade über ein aus alten Zeiten gestolpert und da passt eine Strophe so toll:

    Und wenn jetzt die braune Nazibrut gegen Minderheiten hetzt,
    gießt ihr Öl ins Feuer und ihr ändert kurz das Grundgesetz
    Und der kleine Vollidiot mit seinem Brandsatz in der Hand
    fühlt sich als legitimer Rächer seines Vaterlands


    Ich weiß auch gar nicht was man noch groß gegen die AfD argumentieren soll. Für mich reicht es, das Wahlprogramm, das Annso postete zu nehmen und Aussagen fett zu unterstreichen und Ausrufezeichen dahinter zu setzen. Das ist schockierend. Und das hat mich persönlich erst realisieren lassen, wie schlimm sie wirklich sind. Das Fördern vom traditionellen Familienbild, wenn man es ganz nett ausdrückt, ist extrem krass. Dazu eingriff und Kunst- und Pressefreiheit. Und das wohl unverständlichste für mich: die Energiepolitik.

    Wie kommen die denn mit sowas durch? Wie kann man das nicht verstehen? Wie kann man die Unmenschlichkeit gegenüber Flüchtlingen, und die Unmenschlichkeit, die das Wahlprogramm gegenüber anderen Minderheiten in Deutschland fördert rechtfertigen? Das ist zum Heulen.

    H a p p y W i f e
    H a p p y L i f e

  20. #15
    Kaiser
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    AW: AfD Diskussionsthread

    Zitat Zitat von Carlie Beitrag anzeigen
    Wie kommen die denn mit sowas durch? Wie kann man das nicht verstehen? Wie kann man die Unmenschlichkeit gegenüber Flüchtlingen, und die Unmenschlichkeit, die das Wahlprogramm gegenüber anderen Minderheiten in Deutschland fördert rechtfertigen? Das ist zum Heulen.
    Wie sie mit sowas durchkommen? Sie greifen die Ängste von Menschen auf, die sich von den großen Parteien vergessen fühlen. Diese Menschen hören die Parolen und denken sich "Ja, so ist es!". Diese Menschen lesen sich nicht die Parteiprograme durch. Sie glauben einfach den "Politikern". Das was die "Lügenpresse" berichtet ist derer Meinung nach eh alles erfunden. Von daher können die "Politiker" fast sagen was sie wollen und zur not behaupten sie einfach die "Lügenpresse" hätte was anderes daraus gemacht.

    Wie man sowas nicht verstehen kann? Viele derer Wähler sind einfache Menschen, deren kleine Welt sich um sich und ihr direktes Umfeld dreht. Dort ist keine Weitsicht, geschweige denn Weltsicht vorhanden. Und die gebildeten AfD-Wähler sind meiner Meinung nach einfach Rechts.
    Zum Heulen ist die Ganze Situation definitiv, aber nicht nur in Deutschland, sondern momentan fast Weltweit.
    A little step may be the beginning of a great journey!

 

 
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