1. #1
    blu
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    Ursprung jeder Melancholie?

    Ich frage mich schon länger worin die Melancholie ihren Ursprung hat. Ich persönlich vermute, es ist die Sehnsucht nach irgendetwas das wir nicht, oder nicht mehr haben. Eine Art Geborgenheit, die uns fehlt und nach der wir innerlich streben. Das mag die eigene Kindheit sein, oder aber auch der Tod.

  2. #2
    Meischukmeilech
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    AW: Ursprung jeder Melancholie?

    Melanchohol

  3. #3
    blu
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    AW: Ursprung jeder Melancholie?

    Uns treibt eine ewige Sehnsucht nach Geborgenheit, eine Sehnsucht nach einer Welt in der auch wir unseren Platz haben. Ein Gieren nach geistigem Frieden.
    Die Melancholie kennt viele Gesichter, die eine unwissende Psychologie fast allesamt unter dem Begriff der Depression zusammenfasst. Tatsächlich gibt es viele unter uns, die versuchen sich therapieren zu lassen, die diesen Druck nicht mehr aushalten können...und dennoch scheitern. Wen einmal der Hauch der Melancholie berührt hat, den lässt sie nie wieder los. Man kann sie kurzfristig mit fröhlichen Bildern überlagern, aber diese Fröhlichkeit ist hohl und ohne Substanz. So müssen diese Bilder letztlich bröckeln und die Fratze der Melancholie kommt wieder zum Vorschein.
    Ich mag sie und hasse sie zugleich. Ich mag sie, da sie mir so viele geistige Welten öffnet, in die ein freudiger Mensch niemals gelangen kann. Sie schickt mich auf Reisen durch dunkle Gegenden meines Seins, durch grandiose Gedankengerüste und schauerliche Phantasien. Aber ich hasse sie auch, denn sie ist eifersüchtig. Die Melancholie fesselt mich an sich und will mich nicht teilen. Sie kämpft gegen diese profane Welt und möchte mich für sich. So entfernt sie mich immer weiter bis in die ewige Isolation.
    Einmal dort angekommen, bin ich allein. Niemand findet mehr Eingang in die Welt meiner Gedanken, niemand erreicht mich noch auf normalem Wege. Dann bricht die Zeit des Aufstiegs an, dann bin ich so nah dran an dem Ziel meiner Sehnsucht, wie niemals zuvor. Diese Ziel, ein herrliches Licht ist dann immer stärker wahrzunehmen.
    Und dann wird mit klar, wonach ich mich ein Leben lang gesehnt hat, es war nichts anderes als der Tod. Die Erlösung aus unserem Elend kann nur der Tod sein, das erste Glück ist er allein. Niemals wird sich ein Mensch so glücklich fühlen können, wie im Angesicht des Todes. Dann können wir uns ganz in seinen Schoß begeben und uns wiegen lassen, geborgen fühlen und endlich loslassen.

  4. #4
    Moderator
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    AW: Ursprung jeder Melancholie?

    Zitat Zitat von blu Beitrag anzeigen
    Ich frage mich schon länger worin die Melancholie ihren Ursprung hat. Ich persönlich vermute, es ist die Sehnsucht nach irgendetwas das wir nicht, oder nicht mehr haben. Eine Art Geborgenheit, die uns fehlt und nach der wir innerlich streben. Das mag die eigene Kindheit sein, oder aber auch der Tod.
    Melancholie erwächst aus der Angst vorm Glücklichsein.
    Weil man den Schmerz nicht ertragen will es zu verlieren oder aus anderen psychologischen Gründen. Formen von Selbst-Bestrafung.
    Zitat Zitat von nicht Aristoteles
    Wir sind was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.

  5. #5
    Grünschnabel
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    AW: Ursprung jeder Melancholie?

    Ich möchte unser aller grundstimmungnicht so sehr verklären. Ich glaube, dass unsere Melancholie ihre Wurzel in unserem Narzissmus hat. Wir sind so klug, so tief, so echt und so unnachahmlich wir selbst, dass wir vergessen, dass das auf die eine oder andere art auf jeden menschen zutrifft.
    Wenn wir mit unseren augen über die masse in der ubahn schweifen, die dumpfen gesichter, dann sehen wir eine masse, und keine ansammlung phantastischer und gegen alle wahrscheinlichkeit im universum auf einem kleinen dreckball atmender wunder.
    Wir sehen eine dumpfe masse - und wie sehen wir aus, wenn wir diese masse sehen? Dumpf. Und massig. Wie all die anderen auch, die unsere gedanken teilen.
    Ja, Daniel, die "nicht-Melancholiker" verstehen uns nicht. aber nicht, weil wir besonders sind. sondern weil wir nicht fähig sind, uns mit den besonderheiten, die jeden dieser erdenwesen ausmachen, zu arrangieren. Wir sind unsicher, überfordert.
    Dito.
    Wenn wir ganz ehrlich zu uns selbst sind, dann kleiden wir uns nur in diese aura der unnahbaren sinnenden philosophischen Weltschmerzader, weil wir nich zugeben wollen, was wir wirklich sind: kommunikationsgestörte, hypersensible romantiker, die in der falschen zeit leben.
    Deren persönlichkeit ihnen heute per se als schwäche ausgelegt wird. Und das vielleicht mit gutem grund.

  6. #6
    Moderator
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    AW: Ursprung jeder Melancholie?

    Und was wenn ihr zu eurem Selbst stehen würdet?
    Oder sind Melancholiker jetzt auf einmal doch Menschen die sich von der Umwelt bewerten lassen?

    Ich behaupte der Narzissmus selbst ist der Schleier in den ihr euch taucht um den Schmerz zu überdecken dass ihr nicht selbst-bewusst seit und euch deswegen oder vielleicht sogar weil ihr euch von außen definieren wenn nicht gar bewerten lasst.
    Geändert von Homunculus (24.05.2009 um 00:41 Uhr)
    Zitat Zitat von nicht Aristoteles
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  7. #7
    Grünschnabel
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    AW: Ursprung jeder Melancholie?

    bezeichnet mich als elitist, aber ich habe die beobachtung gemacht - je intelligenter/gebildeter eine person ist, desto wahrscheinlicher wird bei ihr eine mehr oder weniger ausgeprägte melancholie. und das liegt meiner meinung nach daran, das es ein gewisses maß an den angesprochenen eigenschaften erfordert, über sich selbst und die welt reflektiert nachzudenken.
    sprich: jemand der sich hauptsächlich für autos und fickern interessiert, wird kaum über seinen platz in der gesellschaft sinnieren.
    bis zu einem gewissen grad ist das vielleicht auch eine frage der zeit.

    rückendeckung erhalte ich hier zb auch von der philosophie. seht zum beispiel bei kierkegaard nach, der von verschiedenen entwicklungsstadien sprach, wobei die erst ein ästhetisches stadium darstellte. dort hat er die meisten anderen menschen verbucht, die eben hauptsächlich daran interessiert sind ihre bedürfnisse zu befriedigen - mehr oder weniger sinnlos.

    das soll übrigens nicht gleich heißen, das man (oder ich) dann besser ist - als die bestandteile dieser masse. das wäre mit melancholie wohl auch nicht vereinbar, weil sie zu einem gutteil auch daraus entsteht .. sich seiner eigenen fehler mehr als bewusst zu sein.

    "Weltschmerz ist ein von Jean Paul geprägter Begriff für ein Gefühl der Trauer und schmerzhaft empfundener Melancholie, das jemand über seine eigene Unzulänglichkeit, die er zugleich als Teil der Unzulänglichkeit der Welt, der bestehenden Verhältnisse betrachtet, empfindet. Er geht oft mit Pessimismus, Resignation oder Realitätsflucht einher."

    mehr als treffend.

    wenn du jedoch "die masse" in der u-bahn betrachtest - unterscheidest du dich eben in einem (oder vielleicht auch mehr) entscheidenden punkt von ihr: du bist dir deiner lage, der lage der gesellschaft - im gegensatz zu diesen personen bewusst und/oder versuchst zumindest dir darüber bewusst zu werden.
    meiner meinung nach das mehr als die meisten anderen menschen von sich behaupten können.

    "i don't want to be an ant."

  8. #8
    Moderator
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    AW: Ursprung jeder Melancholie?

    So und ich behaupte dass "Autos und Ficken" einfach Ersatzbefriedigungen bzw. Ablenkungen sind von den eigentlichen philosophischen Fragen.

    Wie ich schon mal sagte bin ich der Meinung (da krieg ich auch RD aus der Philosophie) dass eigentlich alle Schmerzen der Menschen aus der Erkenntnis oder vielmehr der Vorstellung vom "Getrennt-sein" begründet.

    Ein Kind kann diesen Schmerz nicht entwickeln, da er zu Anfang nicht zwischen sich und seiner Umwelt differenziert, geschweige denn unterscheidet.
    Das entwickelt sich dann nach und nach.

    Wenn jedoch der Mensch das kindliche Weltbild wiedererlangt wird er zum Genie.
    Ein Beispiel dafür ist Einstein selbst. Dieser betonte immer wieder dass sein Erfolg daran liegt dass er nie aufgehört hat Kind zu sein.


    Aus diesem Grund erstreben eigentlich alle spirituellen Philosophien die Wiedervereinigung. Deswegen heißt es ja Re-ligion.
    Sei es nun mit Gott, dem Nirvana, Natur, whatever.

    Punktum ist dass jeder Schmerz und vor allem jede Angst im Kern aus dem Gefuehl des "Getrennt-seins" beruht.
    Weswegen man auch in der Phase des höchsten Glücks, der Liebe, eigentlich nicht umhin kann alles zu lieben. Dies steht dann für das "Eins-sein".
    Weswegen Sex in der Liebe also das "Sich-lieben" ein Akt der Vereinigung ist und das einfache Ficken eben nur ein kurzlebiges orgasmisches Ersetzen wahrer Einigkeit. Sich in Gruppen raufen auch. Subkulturen, Parteien, Kirchen, etc.
    Das alles ist ganz leicht mit diesem Modell erklärbar.

    Eure Melancholie zeugt einfach im Kern aus einer Form von "Einsamkeit".
    Denn ein Kollektiv ist noch lange kein Kosmos.

    Hast du ja praktisch selbst gesagt. Du hast beschrieben wie dein Gefuehl ist dass du dich ganz und gar von allen wenn nicht allem anderen unterscheidest.
    Zitat Zitat von nicht Aristoteles
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  9. #9
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    AW: Ursprung jeder Melancholie?

    die ansätze hier sind alle ja alle iwie gut - aber wieso sagt niemand:
    Melancholie ist wie niesen - als schnupfen unangenehm, als grippe unter umständen lebendsbedrohend?

    gemütszustände sind teil unserer natur und reaktionen auf bestimmte ereignisse, gemachte erfahrungen. man muss sie nicht noch gross gehaltlich mit irgendwelchem sinn erhöhen - sondern lediglich individuell verstehen lernen, um evtl hefen zu können.
    Geändert von Griffith (24.05.2009 um 05:09 Uhr)
    .



  10. #10
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    AW: Ursprung jeder Melancholie?

    Ihr tut alle so als gäbe es nur eine art der melancholie... dabei kann sie vielschichtiger sein als die meisten gefühle... habt ihr jemals bei sonnenaufgang im wald gelegen, der tau wandelt sich langsam zu nebel, die ersten vögel fangen an zu zwitschern, etwas raschelt im unterholz, die luft riecht nach feuchten blättern, frischem holz und etwas, das ihe nicht identifizieren könnt... und wenn der erste sonnenstrahl durch die blätter bricht, wisst ihr genau dass ihr einerseits absolut einsam seid... und doch von so purem leben umgeben, wie ihr es in einer menschenmenge nie spüren werdet.

    und wenn ihr einmal die shcönheit eines solchen moments erkannt habt, werdet ihr immer wieder dorthin oder an ähnliche orte zurückkommen, weil euch ein inneres drängen zieht.
    insofern stimm ich dir da zu myxo, aber mit dem kleinen zusatz, das menschen für dieses "eins-sein" nicht unbedingt notwendig, in manchen fällen sogar eher störend wirken. denn dazu gehört meiner meinung nach auch eine zumindest teilweise aufgabe des eigenen bewusstsein, denn wer sagte noch so schön "ich denke, also bin ich"? und solange man IST, und zwar bewusst ist, kann man nicht eins mit allem anderen sein. denn man kann sich nicht bewusst werden, alles zu sein. dazu ist der mensch einfach nicht fähig... aber man kann sich selbst soweit "freigeben", dass die sinnenseindrücke ohne solche barrieren wie gedanken strömen. und dann erst schafft man es, alles in sich aufzunehmen, zumindest den kleinen moment in der eigenen kleinen welt, die durch die grenzen der wahrnehmung definiert wird. und auf die weise ist man gleichzeitig frei von selbstzweifeln (da man sich nichtmehr als individuum wahrnimmt), als auch von zweifeln an der gesellschaft oder irgendetwas anderem. denn so ein moment ist einer der wenigen perfekten momente, die man haben kann.

    Danach erst kommt die melancholie, wenn du zurück in deinem alltäglichen trott bist, oder noch viel mehr wenn du zusehen musst, wie zB. die natur, und damit die möglichkeit für deine "perfekten momente" immer weiter zurückgedrängt wird. aber gleichzeitig kann dies auch eine enorme energiequelle darstellen. denn von solch einer sehnsucht getrieben, von der man weiß, dass sie befriedigt werden kann... aber man etwas dafür tun muss, befähigt zu unglaublichem. aber man muss diese energie leiten können, und sich nicht von ihr leiten lassen.
    gleichzeitig kann diese erinnerung, die einen antreibt auch ein ort der entspannung sein. wenn grade alles zu viel wird, ihr nicht einschlafen könnt, oder keine motivation habt... wer genug phantasie hat, kann sich diesen moment immer wieder vorstellen, und daraus kraft ziehen. man hat sozusagen seinen eigenen kleinen tempel, seinen kleinen zufluchts- und schutzort in der tasche... wie könntet ihr jemals die selbstbeherrschung verlieren, wie könnte es euch kümmern wie jemand anders euch beleidigt, wenn ihr nur einen gedanken braucht um an einen ort des friedens und glücks zu gelangen? und nur einen zweiten um über euer gegenüber lachen zu können in dem wissen, dass ihr etwas unschätzbar wertvolles habt, was er wahrscheinlich nie haben wird... wie könntet ihr ihm da böse sein, höchstens mitleid könnt ihr für ihn empfinden.

    auf die weise ist die melancholie richtig genutzt ein enormes potential. sie hat auch eine gefährliche anziehungskraft, die einen ihr verfallen lässt... aber man kann diese energie umkehren und aus der melancholie, oder in diesem falle besser dem, was man durch die melancholie bekommen hat in schweren zeiten kraft ziehen, und in guten zeiten hat die melancholie bei weitem nicht so viel macht. denn wenn man diese kleinen momente zu schätzen lernt... dann lernt man auch die kleinen freuden im leben zu schätzen.
    die melancholie als schild, an dem alles abprallen kann, als motor, der einen um jeden preis zu seinem ziel bringen wird, und als weg zur zufriedenheit.
    eine dunkle macht... aber eine starke, nutzbare macht.



    zumindest ist sie das für mich, und es gibtkeine beschreibung,die das gefühl besser treffen würde. auch wenn es sicher nciht der klassischen definition entspricht. (so, nun fallt wie die wölfe über diesen nach einer shclaflosen nacht von einem hobbyphilosoffen zusammengestotterten text her^^)
    Ich werde keine Träne weinen, vielleicht nur ab und an, und dann auch nur vor Glück,
    ich hör die Leute wieder reden, der war ja schon immer komisch, aber jetzt ist er verrückt

  11. #11
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    AW: Ursprung jeder Melancholie?

    Zitat Zitat von Garniemand Beitrag anzeigen
    Ihr tut alle so als gäbe es nur eine art der melancholie... dabei kann sie vielschichtiger sein als die meisten gefühle... habt ihr jemals bei sonnenaufgang im wald gelegen, der tau wandelt sich langsam zu nebel, die ersten vögel fangen an zu zwitschern, etwas raschelt im unterholz, die luft riecht nach feuchten blättern, frischem holz und etwas, das ihe nicht identifizieren könnt... und wenn der erste sonnenstrahl durch die blätter bricht, wisst ihr genau dass ihr einerseits absolut einsam seid... und doch von so purem leben umgeben, wie ihr es in einer menschenmenge nie spüren werdet.
    und wenn ihr einmal die shcönheit eines solchen moments erkannt habt, werdet ihr immer wieder dorthin oder an ähnliche orte zurückkommen, weil euch ein inneres drängen zieht.
    insofern stimm ich dir da zu myxo, aber mit dem kleinen zusatz, das menschen für dieses "eins-sein" nicht unbedingt notwendig, in manchen fällen sogar eher störend wirken.
    Ist stand mal mit einer Meditationsgruppe um einen Jahrhundert-Baum. Wir haben alle einen Ring darum gebildet und sind in uns gegangen.
    Die anderen Menschen (alles Turis aus verschiedenen Teilen Ds) haben uns ausgelacht und Sachen gesagt wie "Jetzt reden die mit dem Baum."
    Wir haben da nur lächeln können.
    Denn mit dem Baum war 10x besser reden als mit denen.

    Nach und nach sind die dann verschwunden.
    Ich und die anderen Jugendlichen der Gruppe sind aber noch beim Baum geblieben.
    Ich hab mir erstmal drunter gehockt und genossen.

    Die Gruppe selbst jedoch, dich auch wie ich "mit Bäumen reden" konnte, war einfach toll. Mit diesen Menschen konntest du kommunizieren.

    Das Dings ist, dass diese Menschen ihre Individualität als frei denkende Menschen behalten haben. Sie hatten eine innere Ruhe die sie auch teilen konnten mit Menschen die den Wunsch dazu verspürten.
    Wir waren ein bunter Haufen von Individuen DOCH waren wir irgendwo gleich. Verbunden.

    Ich glaube das lag daran dass wir alle einfach Menschen waren die authentisch leben. Wir sind einfach Mensch, frei von Verhaltenskodexen, Stereotypen, Normen, Erwartungen, etc.
    Wir waren einfach Mensch und konnten deshalb wahrnehmen wie wir eigentlich als Menschen verbunden sind.

    denn dazu gehört meiner meinung nach auch eine zumindest teilweise aufgabe des eigenen bewusstsein, denn wer sagte noch so schön "ich denke, also bin ich"? und solange man IST, und zwar bewusst ist, kann man nicht eins mit allem anderen sein.
    Doch, und zwar wenn du lernst zu differenzieren aber NICHT zu trennen. Kein Schachteldenken mehr, keine Stereotypen,...
    Kinder sind frei von solchen.
    Die kriegen sie erst nach und nach eingeprügelt.
    In Naturkulten z.B. nicht. Da wird die Verbundenheit an höchster Stelle vermittelt.

    Und so können Tuareg zu einer Antilope gehen, ihre Hand auf dessen Hals legen, es ganz ruhig zum hinlegen bewegen. Dann schneiden sie ganz ruhig mit einem Messer ein Loch unter die Rippen, gross genug dass er mit der Hand hineinfassen kann um das Herz ganz sanft zum Stillstand zu bringen.

    Das Problema "Ich denke also bin ich." ist stark. Vor allem wenn man sich vor Augen führt dass die einzige Existenz derer man sicher sein kann die eigene ist.
    Das gepaart mit dem Nihilismus von Nietzsche hat man schon die Knarre an der Schläfe.

    Wenn man aber weiterdenkt, stellt man fest dass alles verbunden ist.
    Zu MINDEST entspringt es dem selben Genesis.
    Und wie wir wissen ist man immer nach dem Bilde des Ursprungs aufgebaut. Alles andere wäre unlogisch.
    denn man kann sich nicht bewusst werden, alles zu sein. dazu ist der mensch einfach nicht fähig... aber man kann sich selbst soweit "freigeben", dass die sinnenseindrücke ohne solche barrieren wie gedanken strömen. und dann erst schafft man es, alles in sich aufzunehmen, zumindest den kleinen moment in der eigenen kleinen welt, die durch die grenzen der wahrnehmung definiert wird. und auf die weise ist man gleichzeitig frei von selbstzweifeln (da man sich nichtmehr als individuum wahrnimmt), als auch von zweifeln an der gesellschaft oder irgendetwas anderem. denn so ein moment ist einer der wenigen perfekten momente, die man haben kann.
    Einer dieser Momente ist der gemeinsame Orgasmus mit der Person die man liebt.

    Der Mensch ist wie gesagt getrimmt nicht nur zu differenzieren sondern überall Barrieren, Grenzen, Rahmen, etc. aufzubauen.
    Das geht schon so weit dass viele Menschen sich nicht vorstellen können dass es vielleicht KEIN Ende gibt oder gar KEINEN Anfang.

    Danach erst kommt die melancholie, wenn du zurück in deinem alltäglichen trott bist, oder noch viel mehr wenn du zusehen musst, wie zB. die natur, und damit die möglichkeit für deine "perfekten momente" immer weiter zurückgedrängt wird.
    Das ist doch ein super Beispiel für Verbundenheit.
    Empathie.
    Das ist schlichtweg der Beweis für die Verbundenheit von allem.

    Wir gehen jetzt sehr ins metaphysische, aber vielleicht ist das ja auch nötig.
    aber gleichzeitig kann dies auch eine enorme energiequelle darstellen. denn von solch einer sehnsucht getrieben, von der man weiß, dass sie befriedigt werden kann... aber man etwas dafür tun muss, befähigt zu unglaublichem. aber man muss diese energie leiten können, und sich nicht von ihr leiten lassen.
    gleichzeitig kann diese erinnerung, die einen antreibt auch ein ort der entspannung sein. wenn grade alles zu viel wird, ihr nicht einschlafen könnt, oder keine motivation habt... wer genug phantasie hat, kann sich diesen moment immer wieder vorstellen, und daraus kraft ziehen. man hat sozusagen seinen eigenen kleinen tempel, seinen kleinen zufluchts- und schutzort in der tasche... wie könntet ihr jemals die selbstbeherrschung verlieren, wie könnte es euch kümmern wie jemand anders euch beleidigt, wenn ihr nur einen gedanken braucht um an einen ort des friedens und glücks zu gelangen? und nur einen zweiten um über euer gegenüber lachen zu können in dem wissen, dass ihr etwas unschätzbar wertvolles habt, was er wahrscheinlich nie haben wird... wie könntet ihr ihm da böse sein, höchstens mitleid könnt ihr für ihn empfinden.
    Siehe oben.

    Wie das Universum pulsiert, so drängt auch alles Natur irgendwann wieder zusammen.
    Nur jetzt halt auf metaphysischen Ebene.

    auf die weise ist die melancholie richtig genutzt ein enormes potential. sie hat auch eine gefährliche anziehungskraft, die einen ihr verfallen lässt... aber man kann diese energie umkehren und aus der melancholie, oder in diesem falle besser dem, was man durch die melancholie bekommen hat in schweren zeiten kraft ziehen, und in guten zeiten hat die melancholie bei weitem nicht so viel macht. denn wenn man diese kleinen momente zu schätzen lernt... dann lernt man auch die kleinen freuden im leben zu schätzen.
    die melancholie als schild, an dem alles abprallen kann, als motor, der einen um jeden preis zu seinem ziel bringen wird, und als weg zur zufriedenheit.
    eine dunkle macht... aber eine starke, nutzbare macht.
    Ich glaube nicht dass sie Dunkel ist.
    Eher hat man das Gefuehl dass man erhellt wird wenn man das erstrebte erreichte.

    Womit wir wieder bei der Illumination wären...
    Zitat Zitat von nicht Aristoteles
    Wir sind was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.

 

 

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