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    Diskriminierung von HIV positiven Menschen

    EDIT: Erstmal vorweg....Ich würd mich freuen, wenn hier keine trolligen Kommentare kommen würden. Das Thema ist ernst genug finde ich.


    Ich lese im Internet immer wieder Fragen wie " kann ich aus dem selben Glas trinken" oder " kann ich mich beim Selbstbefriedigen infizieren."

    Bei solchen Fragen fragt man sich echt wie dumm die Gesellschaft heutzutage doch ist.

    Leider werden auch noch im Jahre 2013 Menschen mit HIV diskriminiert.

    Ursache in den meisten Fällen ist die Unwissenheit. Selbst bei Ärzten, bei denen man denken sollte sie seien genug aufgeklärt gibt es immer noch Diskriminierung und vor allem Stigmatisierung.

    Hier erst einmal ein kleiner Leitfaden über die Fakten bezüglich des HI-Virus:
    Also, bei HIV gibt es in der Regel 4 Übertragungswege.

    -Blut ( auch Menstruationsblut)
    -Samenflüssigkeit
    -Scheidenflüssigkeit
    -Muttermilch.

    HIV wird meistens durch ungeschützten Sex übertragen.

    Vaginalverkehr:
    Gelangt HIV infiziertes Sperma in die Scheide werden diese Viren von der Schleimhaut der Scheide oder auch des Gebärmutterhalses aufgenommen. Gelangt infizierte Scheidenflüssigkeit oder Menstruationsblut an/in den Penis und wird von den Schleimhäuten aufgenommen kann sich der Mann genauso infizieren. Bei Verletzungen oder Entzündungen der Scheide, Schleimhäute oder Penis ist das Risiko einer HIV Übertragung am höchsten.
    Das Risiko einer Infektion ist von Mann auf die Frau höher. Allerdings ist Menstruationsblut für den Mann ein erhöhtes Risiko

    Oralverkehr:
    Das Risiko einer Infizerung ist beim Oralverkehr deutlich geringer als beim Vaginal- und Analverkehr. Die Schleimhaut im Mund nimmt die HI- Viren nicht so gut auf. Hinzukommt, dass der Speichel die Viruskonzentration verdünnt und somit die Gefahr einer Ansteckung verringert. Ein Risiko besteht beim "Blasen" und "Lecken" wenn Sperma oder Menstruationsblut in den Mund des Partners/ Partnerin gelangt. Aber wie gesagt, hier ist das Risiko viel geringer als Vaginal- und Analsex. Bei der Aufnahme von Scheidenflüssigkeit ohne Menstruationsblut ist die Wahrscheinlichkeit einer Infizierung nochmal geringer. Auch beim Lusttropfen ist das Risiko sehr gering.
    Wenn bereits andere Geschlechtskrankheiten wie Syphilis oder Tripper vorliegen ist das Risiko nochmal erhöht.

    Analverkehr:
    Da die Darmschleimhaut sehr empfindlich ist, kann diese die HI-Viren direkt aufnehmen. Bei Verletzungen ist das Risiko für die Frau wie für den Mann auch hier erhöht.

    Drogenkonsum:
    Drogenkonsumenten oder auch "Fixer" genannt haben ein sehr hohes infektionsrisiko, wenn sie das Spritzenbesteck von anderen Personen benutzen/teilen. Denn über kleine Blutreste im Spritzenbesteck kann das infizierte Blut direkt in die Blutbahn der anderen Person gelangen. In den Blutresten in den Spritzen können sich die Viren sogar mehrere Tage halten

    Mutter-Kind-Übertragung:
    HIV- positive Mütter können ihre Kinder während der Schwangerschaft und oder beim Stillen und vorallem während der Geburt infizieren. Das Risiko der Ansteckung auf das Kind kann jedoch verringert werden durch:
    zb. einem Kaiserschnitt, und oder Medikamente gegen HIV in den letzten Wochen der Schwangerschaft und ohne Stillen. Und oder auch durch die vorsorgliche 2 bis 6 wöchigen antiretroviralen Behandlung des Babys

    Zusätzliche Faktoren die das HIV Risiko erhöhen:
    Bei anderen Geschlechtskrankheiten wie Tripper oder Chlamydien ist das HIV Risiko erhöht. Durch die Entzündungen und Verletzungen der Schleimhäute gelangen die HI-Viren schneller in den Körper.
    Hohe Viruslast
    Die Viruslast beschreibt die Anzahl der Viren pro ml Blut. Je höher die Viruslast desto höher auch die Ansteckung auf den Partner.
    Durch eine erfolgreiche HIV Therapie wird die Viruslast gesenkt und vermindert das Risiko einer Ansteckung.

    Zusatz: Wenn der HIV positive seit 6 Monaten eine Viruslast unter der Nachweisgrenze hat gilt er als nicht ansteckend und somit ist das Risiko sehr gering. Vorausgesetz der Betroffene nimmt die Medikamente richtig ein.

    Man sieht: es braucht weitaus mehr als das Trinken aus demselben Glas, um sich mit dem Virus anzustecken. Wann also ändert sich das endlich mal mit den Anfeindungen, wenn es doch genügend Möglichkeiten gibt, sich vor einer Ansteckung zu schützen?



    Geändert von Mariposa. (14.12.2013 um 11:23 Uhr)


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  2. Diese 4 Benutzer bedanken sich bei Mariposa. für diesen Beitrag:

    angostura (15.12.2013), Ilja1905 (17.10.2014), Musashi (15.12.2013), snookerfan (14.12.2013)

  3. #2
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    AW: Diskriminierung von HIV positiven Menschen

    Zitat Zitat von Mariposa. Beitrag anzeigen
    Wann also ändert sich das endlich mal mit den Anfeindungen, wenn es doch genügend Möglichkeiten gibt, sich vor einer Ansteckung zu schützen?
    Ich befürche, das wird noch lange dauern. Und oft ist es, wie ich finde, ja nicht nur das alleine, das man HIV-positiv ist, was ein Grund für Anfeindungen wäre, sondern auch der oft pauschalisierte Grund dafür, dass die Person dann schwul (in der heutigen Zeit leider immer noch zu oft ein Grund für Anfeindungen), Drogenabhängig oder zu dumm zum Verhüten ist.
    Es sollte nicht sein, dass man sich dreimal überlegen muss, ob man sowas nicht doch lieber verschweigt, wenn es denn so wäre; aus Angst vor Anfeindungen.
    Gerade mangelnde Aufklärung über das Thema führt ja dann zu so "Gerüchten", der HI-Virus sei schon dadurch übertragbar, dass man aus dem selben Glas trinkt. Bevor man über jemanden urteil, sollte man doch wenigstens ein wenig die Thematik bzw. Hintergrundgeschichte kennen.
    Time don't mean a thing when you're by my side
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  4. #3
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    AW: Diskriminierung von HIV positiven Menschen

    Zitat Zitat von snookerfan Beitrag anzeigen
    Ich befürche, das wird noch lange dauern. Und oft ist es, wie ich finde, ja nicht nur das alleine, das man HIV-positiv ist, was ein Grund für Anfeindungen wäre, sondern auch der oft pauschalisierte Grund dafür, dass die Person dann schwul (in der heutigen Zeit leider immer noch zu oft ein Grund für Anfeindungen), Drogenabhängig oder zu dumm zum Verhüten ist.
    Es sollte nicht sein, dass man sich dreimal überlegen muss, ob man sowas nicht doch lieber verschweigt, wenn es denn so wäre; aus Angst vor Anfeindungen.
    Gerade mangelnde Aufklärung über das Thema führt ja dann zu so "Gerüchten", der HI-Virus sei schon dadurch übertragbar, dass man aus dem selben Glas trinkt. Bevor man über jemanden urteil, sollte man doch wenigstens ein wenig die Thematik bzw. Hintergrundgeschichte kennen.

    Da stimme ich dir voll und ganz zu.

    Nur sollten sich die Leute mal vor Augen halten... jeder hatte schon mindestens 1 mal in seinem leben Sex ohne Kondom. Und leider reicht auch ein einziges mal aus, um sich zu infizieren und das ist vielen Leuten nicht klar.
    Hinzu kommt ja noch, dass HIV nicht nur durch Sex übertragen wird.

    Und ich finde es heutzutage sehr schlimm, wenn man als positiver oder positive sich mehr oder weniger "verstecken muss" und überlegen muss " wem sag ich es jetzt und wem nicht"

    Sowas ist für die Betroffenen viel schlimmer als die "krankheit" selber.


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  5. #4
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    AW: Diskriminierung von HIV positiven Menschen

    Zitat Zitat von Mariposa. Beitrag anzeigen
    jeder hatte schon mindestens 1 mal in seinem leben Sex ohne Kondom.
    Achja? Ist dem so? Wäre mir neu.

    Zum Thema:
    Von Diskriminierung gegen solche Menschen habe ich noch nie was mitbekommen. Was ich mitkriege ist die scheinheilige Spendentour zweimal im Jahr (Welt-AIDS-Tag und vor Weihnachten), wo sich irgendwelche Z-Promis rote Schleifchen auf das teure Kleid heften um dann vor der Kamera höchst betroffen zu tun.
    Und was ich danach besonders mitbekomme ist, dass schon am Tag nach solchen Events alle wieder das tun, was sie vorher taten und sich einen Dreck um kranke Menschen scheren.

    Zweimal im Jahr ist es Thema; Dazwischen wird es unter den dreckigen Teppich gekehrt.

    Versteht mich nicht falsch: Ich habe kein HIV, kenne keinen mit HIV und mir ist HIV ungefähr so egal wie die sterbenden Kinder in Burma; Aber wenigstens tue ich nicht zu großen Anlässen so, als würde ich Leprakranke küssen.
    Mir ist das alles immer egal.

    Aber nett, dass du mal so einen Zusammenfassungs-Thread gepostet hast. Gibt bestimmt einige Jugendliche, die sich vor akute Probleme mit der Krankheit gestellt fühlen. Da kann sowas helfen.
    (Dann kann man hierher verweisen und muss deren dumme Fragen nicht nochmal beantworten.)

    Wie kommst du so akut auf das Thema? Ist schon wieder bald Weihnachten?
    -- IMO intended --

  6. #5
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    AW: Diskriminierung von HIV positiven Menschen

    Zitat Zitat von Skycatcher Beitrag anzeigen
    Wie kommst du so akut auf das Thema? Ist schon wieder bald Weihnachten?
    Muss man denn einen grund haben sowas hier zu erstellen? ich finde sowas sollte Pflicht sein. genauso wie in Schulen man über das Thema reden sollte, was aber nur in wenigen Schulen der Fall ist.



    Und das was du mit dem Welt Aids Tag ansprichst.. kann dich da gut verstehen.


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  7. #6
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    AW: Diskriminierung von HIV positiven Menschen

    Danke für die Zusammenfassung, Mariposa!

    Ja Vorurteile sind anstrengend, aber Unwissenheit ist noch lange keine Dummheit. Auch wenn es als BetroffeneR sicher auf die nerven geht, ständig jemanden aufklären zu müssen, das sollte doch mit Verständnis von beiden Seiten geschehen. Und bei einer so heiklen Sache wie Aids ist Vorsicht eben besser als Nachsicht.

    Die Spendenmarathons sind mir auch zuwider, wenn es heißt, dass den Rest des Jahres nichts gemacht wird. Aber immerhin ist das Wort HIV-positiv in unserer Gesellschaft heute nichts neues mehr. Alle haben zumindest eine Konotation, auch wenn es nur Awareness mit Roten Bändchen ist. Gerade solche "Großereignisse" können dann wieder von Schulen etc. zum Anlass genommen werden, ausführlicher und differenzierter darüber zu reden.
    Think a little less, live a little more.


  8. #7
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    AW: Diskriminierung von HIV positiven Menschen

    Zitat Zitat von YoRam Beitrag anzeigen
    Danke für die Zusammenfassung, Mariposa!

    Ja Vorurteile sind anstrengend, aber Unwissenheit ist noch lange keine Dummheit. Auch wenn es als BetroffeneR sicher auf die nerven geht, ständig jemanden aufklären zu müssen, das sollte doch mit Verständnis von beiden Seiten geschehen. Und bei einer so heiklen Sache wie Aids ist Vorsicht eben besser als Nachsicht..
    Es geht doch den Betroffenen nicht darum jemanden aufzuklären. Viele Betroffene würden sich freuen, wenn ihr gegenüber sich für das Thema interessieren würde. Dann klärt man auch gerne auf.
    Dummheit ist nicht das problem, sondern vielmehr dass diese Leute die fast nichts über HIV wissen die Betroffenen diskriminieren und stigmatisieren..
    Und da bleibt die Frage im Raum stehen... Warum tut man sowas, wenn man von tuten und blasen keine Ahnung hat?


    Zu dem Thema Schule was du geschrieben hast.
    Es wird aber eben nur in wenigen Schulen darüber diskutiert.
    Da gibts mal einen Ausflug zu proFamilia und das wars.


    EDIT: Und wenn ich wie eben in einem Forum die Frage lese:
    " kann man sich durch einen kleinen Schnitt im Finger mit HIV infizieren, wenn beide Partner HIV NEGATIV sind?"
    Da fall ich echt vom glauben ab.
    ich meine, sollte man nicht im Jahr 2013 wenigstens wissen, dass man HIV nur durch eine positive Person erlangen kann?
    Geändert von Mariposa. (14.12.2013 um 14:04 Uhr)


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  9. #8
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    AW: Diskriminierung von HIV positiven Menschen

    Zitat Zitat von Mariposa. Beitrag anzeigen
    Es geht doch den Betroffenen nicht darum jemanden aufzuklären. Viele Betroffene würden sich freuen, wenn ihr gegenüber sich für das Thema interessieren würde. Dann klärt man auch gerne auf.
    Dummheit ist nicht das problem, sondern vielmehr dass diese Leute die fast nichts über HIV wissen die Betroffenen diskriminieren und stigmatisieren..
    Und da bleibt die Frage im Raum stehen... Warum tut man sowas, wenn man von tuten und blasen keine Ahnung hat?


    Zu dem Thema Schule was du geschrieben hast.
    Es wird aber eben nur in wenigen Schulen darüber diskutiert.
    Da gibts mal einen Ausflug zu proFamilia und das wars.
    Ich finde halt gerade weil so ein Scheiß passiert, sollte man als Betroffener Interesse daran haben, aufzuklären. Und dazu muss man sich trauen, sich zu outen und selbst offen damit zu sein, das schaffen (auch verständlich) nicht alle. Aber warten und hoffen, bis jemand sich ohne Anstoß dafür interessiert, bringt meist wenig. Es gibt viel mehr gute Menschen da draußen, als man als Betroffener manchmal denkt. Und wenn ich mich Diskriminierung oder Stigmatisierung von Mitmenschen ausgesetzt fühle, dann wäre es produktiver, offen und aktiv diese Vorurteile aus dem Weg zu machen, als sich passiv aggressiv durchs Leben zu mogeln. Weil wer sowas tut, der ist nicht grundböse, der hat meist einfach noch keinen Betroffenen getroffen, der im seine Bedenken entkräftigt.

    Und was an Schulen geschieht, ist immer nur so gut wie die Lehrer. Da hatte ich zum Glück einige engagiertere...
    Think a little less, live a little more.


  10. #9
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    AW: Diskriminierung von HIV positiven Menschen

    Zitat Zitat von YoRam Beitrag anzeigen
    Ich finde halt gerade weil so ein Scheiß passiert, sollte man als Betroffener Interesse daran haben, aufzuklären. Und dazu muss man sich trauen, sich zu outen und selbst offen damit zu sein, das schaffen (auch verständlich) nicht alle. Aber warten und hoffen, bis jemand sich ohne Anstoß dafür interessiert, bringt meist wenig. Es gibt viel mehr gute Menschen da draußen, als man als Betroffener manchmal denkt. Und wenn ich mich Diskriminierung oder Stigmatisierung von Mitmenschen ausgesetzt fühle, dann wäre es produktiver, offen und aktiv diese Vorurteile aus dem Weg zu machen, als sich passiv aggressiv durchs Leben zu mogeln. Weil wer sowas tut, der ist nicht grundböse, der hat meist einfach noch keinen Betroffenen getroffen, der im seine Bedenken entkräftigt.

    Und was an Schulen geschieht, ist immer nur so gut wie die Lehrer. Da hatte ich zum Glück einige engagiertere...

    Nein, da liegst du völlig falsch.
    Kein HIV positiver würde sich freiwillig outen um Aufzuklären. Hast du den Sinn dieses Threads verstanden?
    Es geht um Diskriminierung.
    Viele Betroffenen verlieren durch das Outing ihren Job, ihren Lebenspartner oder werden nicht mehr von jedem Arzt behandelt. Findest du das Fair?

    nein, warum sollte ein Betroffener für Aufklärung sorgen und zuständig sein, wenn er nur in der heutigen Zeit diskriminiert wird.


    Und letztendlich ist nicht der Betroffene für die Sicherheit der Menschheit verantwortlich, sondern jeder Mensch für sich selber.
    Und ich kann doch als negative Person nicht verlangen, dass mich die HIV positiven ansprechen um mich aufzuklären.
    Nein, dafür ist man schon selbst verantwortlich.


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  11. #10
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    AW: Diskriminierung von HIV positiven Menschen

    Zitat Zitat von Mariposa. Beitrag anzeigen
    Muss man denn einen grund haben sowas hier zu erstellen? ich finde sowas sollte Pflicht sein. genauso wie in Schulen man über das Thema reden sollte, was aber nur in wenigen Schulen der Fall ist.
    Natürlich hast du einen Grund. Einen Anlass. Sonst würde das Thema nicht plötzlich aufkommen.

    Und ich weiß nicht, von was für Schulen hier immer geredet wird.
    Ich wurde zur Genüge über alle Geschlechtskrankheiten aufgeklärt; Mit ekligen Bildern und allem.
    Und auch in meinem Bekanntenkreis gab es keine Unwissenheit in der Hinsicht. Nicht mal Unsicherheiten.

    Immer dieses Rumgehacke auf dem Schulsystem...

    P.S.: Dein Hass auf kleine Kinder, die nicht richtig aufpassen können, ist auch völlig grundlos.
    'Die wissen nicht, wie AIDS funktioniert!!1! Da haben die Eltern versagt und die Lehrer sind nutzlos!! Diese Kinder sind so dumm und diskriminierend!!11!!!'
    Ja, meine Güte. Sie fragen, also antwortet man. Kein Grund solchen Hass zu schieben.
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  12. #11
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    AW: Diskriminierung von HIV positiven Menschen

    Zitat Zitat von Skycatcher Beitrag anzeigen
    Natürlich hast du einen Grund. Einen Anlass. Sonst würde das Thema nicht plötzlich aufkommen.

    Und ich weiß nicht, von was für Schulen hier immer geredet wird.
    Ich wurde zur Genüge über alle Geschlechtskrankheiten aufgeklärt; Mit ekligen Bildern und allem.
    Und auch in meinem Bekanntenkreis gab es keine Unwissenheit in der Hinsicht. Nicht mal Unsicherheiten.

    Immer dieses Rumgehacke auf dem Schulsystem...

    P.S.: Dein Hass auf kleine Kinder, die nicht richtig aufpassen können, ist auch völlig grundlos.
    'Die wissen nicht, wie AIDS funktioniert!!1! Da haben die Eltern versagt und die Lehrer sind nutzlos!! Diese Kinder sind so dumm und diskriminierend!!11!!!'
    Ja, meine Güte. Sie fragen, also antwortet man. Kein Grund solchen Hass zu schieben.

    Wer redet denn von Kindern?
    Die Leute die diese Fragen stellen sind oftmals um die 20 oder älter.
    Und selbst Fachleute haben keine Ahnung.

    Ist ja auch schön, dass deine Schule die Aufklärung genutzt hat.

    Ich kann von mir aus sprechen und sagen unsere Schule hat in dem Punkt versagt.
    Und ich weiß, dass selbst die Aidshilfe die oft versuchen in Schulen Aufklärung zu leisten, von einigen Schulen abgelehnt wird.

    Und ich finde auch nicht unbedingt, dass die Eltern versagt haben, denn selbst die Eltern kennen sich damit nicht aus und genau das ist das problem.


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  13. #12
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    AW: Diskriminierung von HIV positiven Menschen

    Zitat Zitat von Mariposa. Beitrag anzeigen
    Wann also ändert sich das endlich mal mit den Anfeindungen, wenn es doch genügend Möglichkeiten gibt, sich vor einer Ansteckung zu schützen?

    Ich glaube da kommt einiges zusammen. Erst mal macht es einen psychologischen Unterschied, wenn ich meine Gesundheit durch Sex mit undiagnostizierten Menschen riskiere oder Sex mit einem diagnostizierten Menschen habe. Selbst, wenn das Infektionsrisiko gleich wäre.

    HIV ist zwar heute eine sehr gut behandelbare Krankheit, doch sie ist nun mal auch nicht heilbar. Da fahren halt alle evolutionären Alarmglocken los.

    Brauchst es ja nur mit Herpes-Erkrankungen zu vergleichen. Im Grunde haben das extrem viele Menschen, die Symptomatik ist kaum schlimmer als eine Erkältung und ein Infektionsrisiko gibt es eigentlich nur während einem Ausbruch... Und während einem Ausbruch wird man nicht gerade gerne Schleimhäute aufeinanderreiben wollen.
    Es ist aber auch unheilbar.

    Sexualkrankheiten haben halt ein Stigma. Man verbindet es mit Promiskuität und einem Mangel an Verantwortung.
    Das zeigt sich u.A. dadurch, dass viele meinen Pornodarsteller müssten sicherlich infiziert sein. Dabei sind sie vertraglich gebunden richtige Hyperchonodrier zu sein.

    Alle Menschen haben Vorurteile. So sind wird einfach verdrahtet.
    Wir sind bei allen Schlangen vorsichtig, obwohl nur die wenigsten tatsächlich giftig sind. So auch bei allem anderen.

    Alles was man dagegen tun kann ist informieren (über die tatsächlichen Statistiken und nicht nur die empfundene Wahrscheinlichkeit), damit die Vorurteile wenigstens nur affektiv bleiben und die kognitiven weitgehend wegfallen.
    Zitat Zitat von nicht Aristoteles
    Wir sind was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.

  14. #13
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    AW: Diskriminierung von HIV positiven Menschen

    @Homunculus: naja Stigma ist die eine Sache, Diskriminierung die andere.


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  15. #14
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    AW: Diskriminierung von HIV positiven Menschen

    Zitat Zitat von Mariposa. Beitrag anzeigen
    @Homunculus: naja Stigma ist die eine Sache, Diskriminierung die andere.
    Sofern ein Vorurteil gegeben ist, wird sich das Verhalten verändern. Zumindest das affektive.
    Wenn man da kognitiv intervenieren kann, ist das super.

    In Situationen wie Einstellungsgesprächen oder "wen finde ich attraktiv" wird das aber schwerer.
    Was willst du denn machen? Jemandem sagen, dass ihre sexuellen Präferenzen diskriminierend sind und sie deswegen gefälligst mit Person XY schlafen sollen?

    Eine Beziehung ist da freilich was anderes. Da kann man kognitiv intervenieren und seine Prioritäten setzen.
    Ob es jedoch moralisch verwerflich sein muss, wenn bei jemandem der Impuls zur Selbsterhaltung größer ist als das rationale Denken, bezweifele ich.
    Zitat Zitat von nicht Aristoteles
    Wir sind was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.

  16. #15
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    AW: Diskriminierung von HIV positiven Menschen

    Zitat Zitat von Mariposa. Beitrag anzeigen
    Nein, da liegst du völlig falsch.
    Kein HIV positiver würde sich freiwillig outen um Aufzuklären. Hast du den Sinn dieses Threads verstanden?
    Es geht um Diskriminierung.
    Viele Betroffenen verlieren durch das Outing ihren Job, ihren Lebenspartner oder werden nicht mehr von jedem Arzt behandelt. Findest du das Fair?

    nein, warum sollte ein Betroffener für Aufklärung sorgen und zuständig sein, wenn er nur in der heutigen Zeit diskriminiert wird.

    Und letztendlich ist nicht der Betroffene für die Sicherheit der Menschheit verantwortlich, sondern jeder Mensch für sich selber.
    Und ich kann doch als negative Person nicht verlangen, dass mich die HIV positiven ansprechen um mich aufzuklären.
    Nein, dafür ist man schon selbst verantwortlich.
    Fair ist das nicht, aber wo ist das Leben fair? Der Sinn dieses Threads ist Aufklärung über HIV dachte ich. Bitte verstehe mich nicht falsch, ich finde weder Diskriminierung gerechtfertigt, noch finde ich HIV positive selbst schuld. Aber was Outings und Öffentlichkeitsarbeit betrifft gibt es zum Glück verschiedene Meinungen. Wenn sich jemand nicht outen kann, gibt es zum Glück ein paar Mutige, die das tun und sich stellvertretend für die Gruppe ins Gemetzel werfen.
    Und bezüglich nicht outen können... ist bei nicht-heterosexuellen heute auch oft noch so mit Nachteilen im Job und beim Arzt. Dennoch fühlen sich manche erstaunlich befreit, wenn sie mal Klartext geredet haben, und können dann aktiv gegen Vorurteile antreten.

    Natürlich kann ich von einer postiven Person verlangen, zur Aufklärung beizutragen. Das sollte sogar selbstverständlich sein, denn bei jeder Person erst mal anzunehmen, dass sie HIV positiv ist, wäre auch irgendwie weit hergeholt. Wenn ich einer Person mit Aids näherkomme, würde ich schon gerne darüber informiert werden. Damit ich nachher selbst verantwortlich sein kann. Wenn du sagst jemand verliert seinen Lebenspartner, nimmst du dann an, dass ein positiver Mensch eine Partnerschaft eingeht, ohne den Partner vorher über seine Erkrankung aufgeklärt zu haben? Und das soll verantwortlich sein??
    Menschen haben selten aus Böswilligkeit Bedenken wegen ihrer eigenen Gesundheit...
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