1. #1
    Grünschnabel
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    Frage Internetpiraterie

    Ich hätte gerne ein paar Informationen über das Thema Internetpiraterie in Deutschland. Wie verbreitet ist diese, was wird dagegen getan, welche Gesetze und Organisationen gibt es dagegen und so. Ich weiß dass wenn es um Internet geht, das vermutlich schlecht nur auf ein Land zubeziehen ist, wäre trotzdem klasse wenn jemand für mich ein paar deutschland-spezifische Informationen hätte.

  2. #2
    Super-Moderator
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    AW: Internetpiraterie

    weite Teile in Deutschland gängiger Praxis gegen Internetpiraterie (sprich; unerlaubte Vervielfältifung urheberrechtlich geschützten Material wie Filme und Musik) werden über das deutsche Urheberrechtsgesetzt (UrhG) geregelt.

    die Gesetzestexte auf der Internetpräsenz des Bundesministeriums für Justiz:
    UrhG - nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

    das ist nun recht umfangreich und behandelt allerlei Thematiken (so zum Beispiel auch das Recht an der Verwendung des eigenen Bildes etc, etc....)

    ein paar relevante Paragraphen daraus:
    Zitat Zitat von § 1 Allgemeines
    Die Urheber von Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst genießen für ihre Werke Schutz nach Maßgabe dieses Gesetzes.
    Zitat Zitat von § 2 Geschützte Werke
    (1) Zu den geschützten Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst gehören insbesondere: 1.
    Sprachwerke, wie Schriftwerke, Reden und Computerprogramme;

    2.
    Werke der Musik;

    3.pantomimische Werke einschließlich der Werke der Tanzkunst;
    4.Werke der bildenden Künste einschließlich der Werke der Baukunst und der angewandten Kunst und Entwürfe solcher Werke;
    5.Lichtbildwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Lichtbildwerke geschaffen werden;
    6.Filmwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Filmwerke geschaffen werden;
    7.Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art, wie Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen und plastische Darstellungen.

    (2) Werke im Sinne dieses Gesetzes sind nur persönliche geistige Schöpfungen.
    Zitat Zitat von § 11 Allgemeines
    Das Urheberrecht schützt den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes. Es dient zugleich der Sicherung einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes.
    Zitat Zitat von § 16 Verfielfältigungsrecht
    (1) Das Vervielfältigungsrecht ist das Recht, Vervielfältigungsstücke des Werkes herzustellen, gleichviel ob vorübergehend oder dauerhaft, in welchem Verfahren und in welcher Zahl.
    (2) Eine Vervielfältigung ist auch die Übertragung des Werkes auf Vorrichtungen zur wiederholbaren Wiedergabe von Bild- oder Tonfolgen (Bild- oder Tonträger), gleichviel, ob es sich um die Aufnahme einer Wiedergabe des Werkes auf einen Bild- oder Tonträger oder um die Übertragung des Werkes von einem Bild- oder Tonträger auf einen anderen handelt.
    Zitat Zitat von § 69f Rechtsverletzungen
    (1) Der Rechtsinhaber kann von dem Eigentümer oder Besitzer verlangen, daß alle rechtswidrig hergestellten, verbreiteten oder zur rechtswidrigen Verbreitung bestimmten Vervielfältigungsstücke vernichtet werden. § 98 Abs. 3 und 4 ist entsprechend anzuwenden.
    (2) Absatz 1 ist entsprechend auf Mittel anzuwenden, die allein dazu bestimmt sind, die unerlaubte Beseitigung oder Umgehung technischer Programmschutzmechanismen zu erleichtern.
    Zitat Zitat von 97 Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz
    (1) Wer das Urheberrecht oder ein anderes nach diesem Gesetz geschütztes Recht widerrechtlich verletzt, kann von dem Verletzten auf Beseitigung der Beeinträchtigung, bei Wiederholungsgefahr auf Unterlassung in Anspruch genommen werden. Der Anspruch auf Unterlassung besteht auch dann, wenn eine Zuwiderhandlung erstmalig droht.
    (2) Wer die Handlung vorsätzlich oder fahrlässig vornimmt, ist dem Verletzten zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet. Bei der Bemessung des Schadensersatzes kann auch der Gewinn, den der Verletzer durch die Verletzung des Rechts erzielt hat, berücksichtigt werden. Der Schadensersatzanspruch kann auch auf der Grundlage des Betrages berechnet werden, den der Verletzer als angemessene Vergütung hätte entrichten müssen, wenn er die Erlaubnis zur Nutzung des verletzten Rechts eingeholt hätte. Urheber, Verfasser wissenschaftlicher Ausgaben (§ 70), Lichtbildner (§ 72) und ausübende Künstler (§ 73) können auch wegen des Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, eine Entschädigung in Geld verlangen, wenn und soweit dies der Billigkeit entspricht.
    Zitat Zitat von § 97a Abmahnung
    (1) Der Verletzte soll den Verletzer vor Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens auf Unterlassung abmahnen und ihm Gelegenheit geben, den Streit durch Abgabe einer mit einer angemessenen Vertragsstrafe bewehrten Unterlassungsverpflichtung beizulegen.
    (2) Die Abmahnung hat in klarer und verständlicher Weise 1.Name oder Firma des Verletzten anzugeben, wenn der Verletzte nicht selbst, sondern ein Vertreter abmahnt,
    2.die Rechtsverletzung genau zu bezeichnen,
    3.geltend gemachte Zahlungsansprüche als Schadensersatz- und Aufwendungsersatzansprüche aufzuschlüsseln und
    4.wenn darin eine Aufforderung zur Abgabe einer Unterlassungsverpflichtung enthalten ist, anzugeben, inwieweit die vorgeschlagene Unterlassungsverpflichtung über die abgemahnte Rechtsverletzung hinausgeht.
    Eine Abmahnung, die nicht Satz 1 entspricht, ist unwirksam.
    (3) Soweit die Abmahnung berechtigt ist und Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 bis 4 entspricht, kann der Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangt werden. Für die Inanspruchnahme anwaltlicher Dienstleistungen beschränkt sich der Ersatz der erforderlichen Aufwendungen hinsichtlich der gesetzlichen Gebühren auf Gebühren nach einem Gegenstandswert für den Unterlassungs- und Beseitigungsanspruch von 1 000 Euro, wenn der Abgemahnte 1.eine natürliche Person ist, die nach diesem Gesetz geschützte Werke oder andere nach diesem Gesetz geschützte Schutzgegenstände nicht für ihre gewerbliche oder selbständige berufliche Tätigkeit verwendet, und
    2.nicht bereits wegen eines Anspruchs des Abmahnenden durch Vertrag, auf Grund einer rechtskräftigen gerichtlichen Entscheidung oder einer einstweiligen Verfügung zur Unterlassung verpflichtet ist.
    Der in Satz 2 genannte Wert ist auch maßgeblich, wenn ein Unterlassungs- und ein Beseitigungsanspruch nebeneinander geltend gemacht werden. Satz 2 gilt nicht, wenn der genannte Wert nach den besonderen Umständen des Einzelfalles unbillig ist.
    (4) Soweit die Abmahnung unberechtigt oder unwirksam ist, kann der Abgemahnte Ersatz der für die Rechtsverteidigung erforderlichen Aufwendungen verlangen, es sei denn, es war für den Abmahnenden zum Zeitpunkt der Abmahnung nicht erkennbar, dass die Abmahnung unberechtigt war. Weiter gehende Ersatzansprüche bleiben unberührt.
    Zitat Zitat von Anspruch auf Vernichtung, Rückruf und Überlassung
    (1) Wer das Urheberrecht oder ein anderes nach diesem Gesetz geschütztes Recht widerrechtlich verletzt, kann von dem Verletzten auf Vernichtung der im Besitz oder Eigentum des Verletzers befindlichen rechtswidrig hergestellten, verbreiteten oder zur rechtswidrigen Verbreitung bestimmten Vervielfältigungsstücke in Anspruch genommen werden. Satz 1 ist entsprechend auf die im Eigentum des Verletzers stehenden Vorrichtungen anzuwenden, die vorwiegend zur Herstellung dieser Vervielfältigungsstücke gedient haben.
    (2) Wer das Urheberrecht oder ein anderes nach diesem Gesetz geschütztes Recht widerrechtlich verletzt, kann von dem Verletzten auf Rückruf von rechtswidrig hergestellten, verbreiteten oder zur rechtswidrigen Verbreitung bestimmten Vervielfältigungsstücken oder auf deren endgültiges Entfernen aus den Vertriebswegen in Anspruch genommen werden.
    (3) Statt der in Absatz 1 vorgesehenen Maßnahmen kann der Verletzte verlangen, dass ihm die Vervielfältigungsstücke, die im Eigentum des Verletzers stehen, gegen eine angemessene Vergütung, welche die Herstellungskosten nicht übersteigen darf, überlassen werden.
    (4) Die Ansprüche nach den Absätzen 1 bis 3 sind ausgeschlossen, wenn die Maßnahme im Einzelfall unverhältnismäßig ist. Bei der Prüfung der Verhältnismäßigkeit sind auch die berechtigten Interessen Dritter zu berücksichtigen.
    (5) Bauwerke sowie ausscheidbare Teile von Vervielfältigungsstücken und Vorrichtungen, deren Herstellung und Verbreitung nicht rechtswidrig ist, unterliegen nicht den in den Absätzen 1 bis 3 vorgesehenen Maßnahmen.
    Zitat Zitat von 106 Unerlaubte Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke
    (1) Wer in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen ohne Einwilligung des Berechtigten ein Werk oder eine Bearbeitung oder Umgestaltung eines Werkes vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
    (2) Der Versuch ist strafbar.





    Organisationen dagegen:
    spontan fiel mir nur der Bundesverband Musikindustrie ein
    http://www.musikindustrie.de

    sowie die GVU
    http://www.gvu.de



    wenn eine Urheberrechtsverletzung auch eher zivilrechtliche Interessen verletzt, ist die Polizei jedoch (da angehalten, jedem Hinweis nachzugehen, für Beweismittelsicherung verantwortlich; und da Raubkopiererei kein wirkliches 'Kavaliersdelikt' mehr ist....) auch stets ein adäquater Ansprechpartner dafür
    Geändert von Musashi (21.10.2013 um 20:48 Uhr)
    Few of us can easily surrender our disbelief that society must somehow make sense.
    The thought that the state has lost its mind is intolerable.

    And so the evidence has to be denied.

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    Emma M (21.10.2013)

  4. #3
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    AW: Internetpiraterie

    Wie weit die Internetpiraterie verbreitet ist, ist nicht bzw. nur sehr schwer zu erfassen. Die wenigsten geben öffentlich zu, dass sie illegal runterladen. Auch die Anzahl der Abmahnungen gibt darüber keine Auskunft, weil teilweise die Informationen für die Abmahnung falsch sind (z.B. durch Fehler in der Datenbank des Providers). Außerdem ist die Abmahung immer an den Anschlussinhaber gerichtet, z.B. können auch 5 Leute über eine Leitung illegal runterladen, aber nur einer wird abgemahnt. Viele werden gar nicht erwischt.

 

 

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