Bevor du dich um.......,ein poetischer Versuch von Viviane Bruno(ein paar der Besten)

  1. #1
    anonymesMädchen
    Gast

    Bevor du dich um.......,ein poetischer Versuch von Viviane Bruno(ein paar der Besten)

    Schmerzen des Gehirns
    Ängste und Depressionen. Liebeskummer und Verzweiflung. Aussichtslosigkeit. Das sind Schmerzen des Gehirns. Diese Schmerzen sind körperlich spürbar. Sie können so stark sein, dass sie nicht mehr auszuhalten sind. Wie eine Brandwunde am Arm. Bei dieser Wunde bleibst du ganz vernünftig. Bevor du schreist vor Schmerzen, nimmst du ein Schmerzmittel. Du schonst den Arm. Du wechselst den Verband. Der verletzte Arm behindert dich. Du kannst nicht arbeiten. Trotz der Medikamente rauben die Schmerzen dir den Schlaf. Würdest du dich umbringen, um diesen Zustand zu beenden? Niemals! Denn tief in dir sitzt das Vertrauen in die Zukunft: Mein Arm wird gesund. Übertragen wir dieses Beispiel auf die Schmerzen des Gehirns. Auch hier gibt es Medikamente zur Linderung. Und eine Zukunft. Das Problem: Dein Vertrauen in die Zukunft zersetzt sich im Säurebad der schmerzhaften Gefühle. Aussichtslosigkeit ist die Folge. Als einzig plausible 'Lösung' erscheint der Tod. Obwohl es auch hier nur darum geht, die Schmerzen zu ertragen, bis sie sich auflösen und die Zukunft beginnt. Kannst du dir einen säurefesten Goldbarren vorstellen, auf dem steht 'Meine Zukunft'? Kannst du den Barren leuchten lassen in der Finsternis deiner Gehirnschmerzen? Kannst du die Schmerzen ertragen in der Gewissheit, dass sie sich eines Tages auflösen? Du brauchst ja nicht zu wissen, wie das gehen soll. Denn auch deine Wunde am Arm schliesst sich auf wundersame Weise von selbst.

    Das blutende Herz
    Es gibt Menschen, die tragen in ihren Händen ein seidenes Kissen, auf dem ihr Herz liegt. Die grosse Mehrzahl aber hat ihr Herz weggeschlossen in einen Safe, wo ihm nichts passieren kann. Die spitzen Zungen und Fingernägel der Safeleute verletzen das Herz auf dem Seidenkissen und lassen es bluten. Manche zücken sogar einen Dolch und stechen ihn tief hinein in das rote Fleisch. Dann tut das Herz so entsetzlich weh, dass nur noch der Tod Erlösung verspricht. Die Safeleute haben ihre Gefühle hinter Stahlwänden begraben. Sie sind lebende Tote. Diese Art des Todes hat seinen Charme. Du tötest nicht gleich deinen Körper sondern nur deine Gefühle. Ein Selbstmord light sozusagen. Bloss stellt sich die Frage, ob eine Existenz als Zombie das ist, was du dir vom Leben erhofft hast? Wie wäre es stattdessen mit einem Gefühlsmuskeltraining? Wenn du schwere Gewichte hebst, beginnen deine Muskeln zu schmerzen. Fügst du dir diese Schmerzen in vernünftigem Masse immer wieder zu, wird dein Körper stark und schön. Meidest du jeden Muskelschmerz, wirst du schwächer und schwächer. Beim Krafttraining machst du immer die gleichen Übungen. Das ist beim Gefühlsmuskeltraining anders. Du gehst mit deinem dargebotenen Herzen auf eine Person (= Trainingsgerät) zu. Die Person entpuppt sich als Zombie und schlägt ihre Klauen in dein Herz. Du weinst und windest dich vor Schmerzen (= Trainingsphase). Du gönnst dir etwas Ruhe (= Erholungsphase). Wenn du kannst, weichst du dieser Person in Zukunft aus. Ist das nicht möglich, trainierst du so lange, bis dein Gefühlsmuskel kräftig genug ist, um das Zuschlagen der Klauen auszuhalten. Nun kann dir nichts mehr passieren. Und du kannst dein kräftiges Herz allen anbieten, denen du begegnest, um zu sehen, wer das Geschenk verdient.IST NICHT dies die einzige Möglichkeit, die Lebenden von den Zombies zu unterscheiden? Und ist diese Kraft des Herzens nicht ein guter Grund zum Leben?

    Die Logik der Einsamkeit
    Je mehr eine Persönlichkeit sich von den anderen unterscheidet, desto mehr Einsamkeit hat sie zu ertragen. Dieses Gefühl von EinsamkeitIST NICHT krankhaft, sondern logisch. Die Schmerzen der Einsamkeit sind der Preis für deine Eigenständigkeit. Was tust du gegen diesen Schmerz? Gibst du dich auf und tust so, als seiest du wie alle andern? Gibst du dich auf und springst von der Brücke? Zwei Arten, tot zu sein. Dabei gibt es ein schlichtes Rezept gegen Einsamkeit: Finde Gleichgesinnte. Einsamkeit lässt zwar die Seele leiden. Die Ursache dafür ist aber eine geistige: Mangel an Verständnis. Niemand kann dich verstehen? Du bist einmalig? Mag sein, aber bist du das auch zu 100 Prozent? Niemand ist so einmalig, dass es nicht irgendwo mit irgendwem Überschneidungen gibt. Gemeinsamkeiten also. Und damit die Grundlage für Verständnis. Wenn es aber unter tausend Leuten nur eine gleichgesinnte Person hat. Wie sind diese Nadeln im Heuhaufen zu finden? Wie wär's mit einem Magneten? Solche Magneten gibt es tatsächlich: Vereine, Zeitschriften, Treffpunkte, Arbeitsgruppen, Internet-Foren und -News-Groups. Könnte es nicht sein, dass Gleichgesinnte nur ein paar Tastendrücke entfernt sind? Wozu dann der Brückensprung

    Das Ich-Zwerglein
    Das Ich-Gefühl neigt dazu, sich zu verflüchtigen. Ein Lob, ein Lächeln, ein gutes Gespräch sind Ich-Festiger. Bekommt das Ich zu wenig Festiger, schrumpft es zu einem Zwerglein. Alltägliche Beleidigungen und Ängste erscheinen nun riesengross. Wie soll das Zwerglein ankämpfen gegen solche Monster? Es flüchtet. Und wird dadurch noch kleiner. Bis es umstellt ist von den Monstern. Ein lauter Schrei des Schmerzes und der Verzweiflung. Als einziger Ausweg bleibt dieses schwarze Loch. Der Abgrund des Todes. Wie wär's stattdessen mit einer Dosis Ich-Festiger? Dieses Zauberwässerchen ist kein Geschenk des Schicksals oder des Zufalls. Es lässt sich herstellen. Das Produktionsverfahren heisst: Suche dir einen Platz in der Gesellschaft. Danke schön. Und wie soll das gehen bitte? Gibt's dafür vielleicht auch ein 'Verfahren'? Aber klar doch: Mach dich irgendwie nützlich. Ich will aber keine KloschüsselnREINIGEN! Gibt es denn nichts, was dich erfreut? Gewiss gibt's das. Du hast bloss nie daran gedacht, dich auf diesem Gebiet nützlich zu machen. Dabei werden überall Hände und Köpfe gebraucht. Kannst du diesem Ich-Zwerglein einen Tritt geben, damit es die entsprechenden Leute mal anruft oder anspricht? He Leute, kann ich bei euch mitanfassen? Könnte es nicht sein, dass du dich plötzlich so nützlich fühlst, dass du keine Zeit mehr hast für den Tod?

    Der Pfad des Leidens
    Aufstehen. Den Pfad des Leidens abschreiten. Schlafen. Aufstehen. Den Pfad des Leidens abschreiten. Schlafen. Halt! Deine Tagesabläufe wurden gefilmt. Nun sitzt du im Kino und musst dir diesen Film ansehen. Ein Tagesablauf nach dem andern. Du willst gehen. Aber du bist an den Stuhl gefesselt. Erst wenn du begriffen hast, werden sich die Fesseln lösen. Je mehr du zuschaust, desto mehr beginnt die Hauptfigur des Films ein Eigenleben zu führen. Mit wachsendem Befremden stellst du fest, dass diese Person jeden Tag dasselbe macht, obwohl sie darunter leidet. Unerträglich, wie sie sich plagt. Warum tut sie nicht mal was anderes? Als würden massive Leitplanken sie daran hindern, von ihrem Pfad abzuweichen. Aber da sind keine Leitplanken! Sie könnte jederzeit nach links gehen oder nach rechts. Mit dieser Person sprechen oder mit jener nicht. Warum bloss weicht sie dem Leiden nicht aus? Die Leitplanken sind im Kopf. Die eine heisst Geborgenheit der Gewohnheit. Die andere Angst vor dem Neuen. Mit jedem wiederholten Tagesablauf verstärken sich diese Gefühle. Du siehst es kommen. Die Hauptfigur versinkt immer tiefer in Aussichtslosigkeit. Bis es ihr eines Tages als Akt der reinen Vernunft erscheint, dieses Leiden durch den Tod zu enden. Nun da du begriffen hast, bekommst du Papier und Bleistift. Auf dem Papier steht 'Neues Drehbuch' als Titel. Der Rest des Blattes ist leer. Möchtest du für deine Hauptfigur nicht eine neue Szene schreiben? Eine kleine Abweichung nur vom Pfad des Leidens. Eine, die sie bewältigen kann. Nichts Grossartiges. Aber der Anfang zu einem neuen Leben?

    Das unglückliche Molekül
    Es war einmal ein unglückliches Molekül. Das war auf der Suche nach Licht, denn es sehnte sich sehr danach. Die Tentakel des Moleküls bestanden jedoch alle aus schwarzen Atomen. Ganz von selbst klammerten sich diese schwarzen Tentakel an dunkle Stellen. So oft das Molekül sich auch losriss, es landete immer und immer wieder an einem dunklen Ort. Bis es schliesslich aufhörte, an das Licht zu glauben. Und in der Finsternis versank. Woher kommen diese 'schwarzen Tentakel', die dich immer wieder in dieselbe belastende Lebenssituation hineinziehen? Sie bestehen aus Erlebnissen, die sich in deinem Gedächtnis eingegraben haben. Wenn du von einem kühlen Elternteil nicht geliebt worden bist. Dann suchst du dir ein Leben lang kühle Leute aus, um doch noch ihre Liebe zu erringen. Was natürlich schief geht. Da du dir genau die Leute aussuchst, bei denen es schief gehen muss. Wenn du misshandelt worden bist, suchst du dir jemanden, der dich misshandelt. Wenn du runtergemacht worden bist, suchst du dir einen Arbeitsplatz, an dem du runtergemacht wirst. Immer und immer wieder. Und hältst es für dein Schicksal. Bevor du aus diesem Teufelskreis in den Tod flüchtest. War da nicht wenigstens eine Person, die dich gern haben wollte? Und der du einen Korb gegeben hast? Was wäre geschehen, wenn du dich auf diese Person eingelassen hättest? Wenn dich deine schwarzen Tentakel in den Abgrund ziehen. Warum hackst du sie nicht einfach ab? Und tust dann etwas, was du vorher noch nie getan hast?

    Das Flackern im Nichts
    Eine Seele mit kaum Kraft. Flackert verletzlich. Wie eine Kerze im Dunkeln. Jeder Hauch kann sie löschen. Und eines Tages erlischt sie wirklich. Das Leben ist vorbei. Ein Aufflackern im Nichts. Wozu? Was soll der faule Zauber? Warum das Zittern ertragen? Das Leid? Warum nicht die Abkürzung wählen? Das sinnlose Flackern beenden mit forscher Hand? Es werde Nichts. Damit nichts sei, was schmerzt. Shakespeares Prinz Hamlet meint, dass es die Furcht vor dem Jenseits sei, die uns zögern lässt, diesen letzten Schritt zu tun. Ziemlich deprimierend, wenn nur die Angst vor dem Tod uns am Leben hält. Was sonst könnte ein Grund sein, dieses sinnlose Flackern im Nichts zu ertragen? Vielleicht sollten wir nicht zu weit suchen. Der Sinn des Lebens lässt sich nämlich in einem Wort ausdrücken: Freude. Auf deiner Seelenbank gibt es ein Freudenkonto. Jede auch noch so kleine Freude, die du empfindest, gilt als Einzahlung. Das Freudenguthaben steigt also mit jeder kleinen Freude. Keine Macht des Universums kann dein Freudenguthaben gefährden. Weil jede Freude, die du erlebt hast, eine physikalische Tatsache ist, die nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Aber führt nicht das Leiden zu einem Schrumpfen des Freudenguthabens? Nein, denn die Schmerzen gehen auf das Leidenskonto und werden nicht vom Freudenguthaben abgezogen. Vergiss das Leidenskonto. Konzentriere dich auf die Freude. Auf die Herstellung von Freude. Du staunst? Hast du nicht gewusst, dass Freude herstellen ein Handwerk ist? Möchtest du nicht noch heute mit diesem Handwerk beginnen? Natürlich musst du üben. Mit kleinen Freuden fängst du an. Indem du dir ein Eis gönnst? Um dich dann zu steigern. Bis dir ein Meisterwerk des Freudenhandwerks gelingt: das Lächeln der Freundschaft. Wenn Freude der Sinn ist. Könntest du ob so viel Sinnhaftigkeit nicht Geschmack am Leben finden?

    Das nutzlose Leben
    Als du noch in vollem Galopp, die Lanze im Anschlag, für jemanden gekämpft hast. War dein Herz erfüllt von Eifer. Doch als dieser Jemand starb. Standest du plötzlich da. Als sei der Saft aus dir geronnen. Deine Lanze dreht sich im Kreis. Um und um. Sie findet kein Ziel. Dein Herz ist leer. Es kann die Lanze nicht mehr lenken. Du gibst auf. Lässt deinem Pferd die Zügel. Langsam schreitet es auf dürrem Gras. Die Lanze nachschleifend, hängst du wie ein schlapper Weinschlauch im Sattel. Die Trockenheit des Bodens breitet sich aus in deiner Brust. Bald spürst du nichts mehr. Kommst dir vor wie ein dürres Blatt. Welches nutzlos im Wind treibt. Dein Leben ist nutzlos. Und je schneller dein Leib, gleich dem Blatt, zu Erde wird, desto besser. Dein Pferd bleibt stehen. Müde hebst du den Kopf. Auf einer Steintafel am Wegesrand sind Worte eingemeisselt: "Mehr Freude. Weniger Schmerz." Wie dein Pferd dich weiterträgt, klingen die Worte in dir nach. Schwerelos durchmessen sie deine innere Leere. Prallen von den Wänden ab. Sperrig. Fremd. Auf der nächsten Steintafel steht: VERMEHRE nicht deine Freude auf Kosten anderer. Vermehre die Freude im Universum. Und bekämpfe den Schmerz." Die Vorstellung eines heldischen Kampfes für Freude und gegen Schmerz erinnert dich an geschlagene Schlachten. Die Engelswesen der Freude beschützen. Die Monster des Schmerzes durchbohren. Ein Damm bricht. Blut flutet deine trockene Brust. Suchend schweift dein wilder Blick. Wo versteckst du dich auf dieser Welt, schwarzer Feind Schmerz?! In vollem Galopp, die Lanze im Anschlag, reitest du ihm entgegen. Dein Herz. Es lacht. Alle Nutzlosigkeit hat ein Ende. Denn nun kämpfst du für das fürstliche Banner der Freude.






  2. #2
    Ultra Spammer
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    AW: Bevor du dich um.......,ein poetischer Versuch von Viviane Bruno(ein paar der Bes

    fast wie nicole d. nur weniger die psycho gothic nummer. aber viel text.
    rmv.de

    -- Verbindung liegt in der Vergangenheit --

  3. #3
    Trippel-As
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    AW: Bevor du dich um.......,ein poetischer Versuch von Viviane Bruno(ein paar der Bes

    Wer ist Viviane Bruno?? Bzw warum postest du hier irgendwelche Texte von irgendjemand anders?

    Zu den Texten: Ich mag so lange Prosa nicht. Die ist meistens langweilig und nicht besonders schwierig zu schreiben. So pseudo-intelligent also.
    I hate to hate / and love to love
    But hate is made / when love is off.

    - Ich, spontan

 

 

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