1. #1
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    Von Wüstenlawinen und Tontauben

    Wenn Geigerinnen Salzkaraffen still zu Grunde tragen
    in rot schweigender Dürre regt sich nicht einmal ein Korn
    und graue Riesen unterbreiten träges Unbehagen
    sie stürzen auf die Geigerinnen, es beginnt von vorn'.

    Im Sande rieseln heißes Salz und die Karaffenscherben
    und weit und breit sind Augen dem trüben Geschehen fern
    nebst solchen Gräueltaten, Genozid und Artensterben
    reduzieren Stolz und Freudenschrei auf einen Kern.

    So sitzen nun zwei Salamander auf den grauen Riesen
    verharren blind und taub in ihrem eigen Salz und Korn
    abseits von Morgentau und sauber abgegrasten Wiesen
    liegen die weißen Häute da, es beginnt von vorn'.


  2. Diese Benutzer bedanken sich bei BlackLight für diesen Beitrag:

    Goldwynn (10.08.2014)

  3. #2
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    AW: Von Wüstenlawinen und Tontauben

    Erstmal zum Metrum: Das erinnert mich an dieses Lesbia-Gedicht mit dem Anfang "Miser Catulle desinas ineptire". Catull, carmen 8: Entschlossen zum Abschied von Lesbia Gewollt? Ungewollt? Wobei das Metrum auch mehrmals etwas gebrochen wird. Schade, aber vielleicht besser, als wenn sonst der Rest darunter leidet.

    Zu dem Inhalt des Gedichtes: Es ist sehr schwer, die Bildlichkeiten zu übertragen, ich bin mir unsicher, ob meine Vorstellungen von dem Gedicht der Intention überhaupt nahe kommen. Dennoch weiß ich nicht, ob ich deine Intention überhaupt hören wollte, denn mich berührt das Gedicht auch so schon und ich denke, ich werde darüber noch etwas nachdenken wollen.
    Und mir fiel gerade auf, dass die erste betonte Silbe überall die 2. ist, außer bei dem letzten Vers von Strophe 2 und 3. Schade, dass dann nicht noch Strophe 1 da mitgenommen wurde.

    "sie stürzen auf die Geigerinnen, es beginnt von vorn'."
    Hier hätte ich einen abgeschlossenen und einen neuen Satz schöner gefunden, da er das Ende etwas unterstrichen hätte. Hm wobei du ja jede Strophe als nur einen Satz genommen hast... hmmm

    Ich hoffe, du kannst mit meinem Geschreibsel hier irgendetwas anfangen. Da bin ich mir nicht ganz sicher.^^
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  4. #3
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    AW: Von Wüstenlawinen und Tontauben

    Zitat Zitat von Limetree Beitrag anzeigen
    Erstmal zum Metrum: Das erinnert mich an dieses Lesbia-Gedicht mit dem Anfang "Miser Catulle desinas ineptire". Catull, carmen 8: Entschlossen zum Abschied von Lesbia Gewollt? Ungewollt? Wobei das Metrum auch mehrmals etwas gebrochen wird. Schade, aber vielleicht besser, als wenn sonst der Rest darunter leidet.
    Ich bin weder des Lateins mächtig, noch habe ich je von diesem Gedicht gehört, von daher: Ungewollt. Das Metrum wird gebrochen... in meinen Augen wechselt die Betonung regelmäßig ab, formt aber ein Schema. Darum geht es mir, der Rest ist in meinen Augen irrelevant.
    Zudem hat mich dein Link, mit Verlaub, zum Lachen gebracht. Wenn man ein wenig runterscrollt lacht einen ein Schema voller Pfeile an, das dieses Gedicht zerreißt, wie es keine schlechte Interpretation je könnte. Der Poet kann noch so planend vorgehen, es ist ihm doch kein Bedürfnis, dass das alles so technisiert wird.
    Für mich als Texteproduzent ("Dichter") wäre es die größte erdenkliche Schande, in der Schule behandelt zu werden.

    Zu dem Inhalt des Gedichtes: Es ist sehr schwer, die Bildlichkeiten zu übertragen, ich bin mir unsicher, ob meine Vorstellungen von dem Gedicht der Intention überhaupt nahe kommen. Dennoch weiß ich nicht, ob ich deine Intention überhaupt hören wollte, denn mich berührt das Gedicht auch so schon und ich denke, ich werde darüber noch etwas nachdenken wollen.
    Das Gedicht ist nicht direkt bildlich ausgelegt. Es behandelt schon eine Folge von Szenen, allerdings findet es seine Daseinsberechtigung eher im Setzen von Relationen. Es geht, platt ausgedrückt, primär darum, ferne Dinge zu verbinden; in vielerlei Hinsicht.

    Und mir fiel gerade auf, dass die erste betonte Silbe überall die 2. ist, außer bei dem letzten Vers von Strophe 2 und 3. Schade, dass dann nicht noch Strophe 1 da mitgenommen wurde.
    Das hat eigentlich schon seinen Grund und auch wieder nicht. Wie ich schon versuchte klarzumachen sind mir in meinen Gedichten die Worte und deren Position weit wichtiger als Betonung und Interpunktion. Ich überlasse gerne anderen die Wahl des Rhythmus möchte sie aber unerbittlich dazu zwingen, jedwede Wendung in ihrer Gesamtheit in ihrer eigenen Interpretation unterbringen zu müssen.


    Ich hoffe, du kannst mit meinem Geschreibsel hier irgendetwas anfangen. Da bin ich mir nicht ganz sicher.^^
    Auch wenn ich überall zu widersprechen scheine bringt es mir sehr wohl etwas. Ich möchte wieder schreiben. Dieses gedicht ist schon etwas älter, passt aber thematisch sehr gut zu meiner Situation. Entsprechend möchte ich mich wieder aufraffen und von vorn beginnen.

    Danke für die Kritik.


  5. #4
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    AW: Von Wüstenlawinen und Tontauben

    Ich bin weder des Lateins mächtig, noch habe ich je von diesem Gedicht gehört, von daher: Ungewollt. Das Metrum wird gebrochen... in meinen Augen wechselt die Betonung regelmäßig ab, formt aber ein Schema. Darum geht es mir, der Rest ist in meinen Augen irrelevant.
    Gut. Ich störe mich immer etwas an einem unsauberen Metrum, da ich mir die Gedichte in Gedanken vorlese. Aber ich verstehe dich und weiß, theoretisch ist es unwichtig.

    Für mich als Texteproduzent ("Dichter") wäre es die größte erdenkliche Schande, in der Schule behandelt zu werden.
    Das stimmt. Vor allem, da man den Schülern auch nicht die schwersten Gedichte auftischen kann.

    Das Gedicht ist nicht direkt bildlich ausgelegt. Es behandelt schon eine Folge von Szenen, allerdings findet es seine Daseinsberechtigung eher im Setzen von Relationen. Es geht, platt ausgedrückt, primär darum, ferne Dinge zu verbinden; in vielerlei Hinsicht.
    Wie soll man sich Gedichte anders vorstellen als bildlich?
    Ich fand deine Erklärung jetzt etwas enttäuschend. Magst du, wenn du das nun schon geschrieben hast, das wenigstens etwas näher erläutern?

    Bitte und danke, dass du Neues dichten willst.^^

    Übrigens: Fesches Hütschön! :>
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  6. #5
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    AW: Von Wüstenlawinen und Tontauben

    Zitat Zitat von Limetree Beitrag anzeigen
    Das stimmt. Vor allem, da man den Schülern auch nicht die schwersten Gedichte auftischen kann.
    Ich meinte damit eher, dass Gedichtanalyse, wie sie gemeinhin in der Schule gelehrt wird den meisten Gedichten nicht gerecht wird. Wieso haben Gedichte bei der Jugend so einen schlechten Ruf? Weil die Jugend nicht gelehrt wird, sich auf ein Gedicht einzulassen und selbst eigene Schlüsse zu ziehen, sondern das Gedicht in einem Prozess, der schon fast mit Arbeit zu beschreiben ist, Stück für Stück nach genormten Kriterien auseinanderzunehmen. Das finde ich unfair dem Text und Dichter gegenüber. Und nicht zuletzt leidet dadurch das "Gedicht" an sich in den Augen der Jüngeren.

    Wie soll man sich Gedichte anders vorstellen als bildlich?
    Ich fand deine Erklärung jetzt etwas enttäuschend. Magst du, wenn du das nun schon geschrieben hast, das wenigstens etwas näher erläutern?
    Hmm, vielleicht habe ich das Ganze im Nachhinein dann doch zu plump ausgedrückt. War ja auch reichlich spät gestern.^^
    Ich versuche es leicht anders: Das Gedicht beschreibt eine Szene (also ein evoluierendes Bühnenbild), das in drei Strophen verschieden beleuchtet wird, ohne dass die Aktion stehenbleibt. Das meinte ich mit Relationen. Natürlich sind es Bilder, aber die Szene an sich ist mir persönlich als Dichter hier nicht so wichtig gewesen, wie der Zusammenhang zwischen Perspektive und Aktion.
    Ich werde weiterhin nicht auf den Text an sich eingehen, das würde die Intention ja, meiner vorangegangenen Logik folgend, wiederum vollstens zerstören. Ich will nur betonen, dass in meinem Gedicht das fließende Bild wichtiger ist, als das statische. Man könnte sagen, ich habe einen Kinofilm gedreht und setze mich als Betrachter während des laufenden Filmes auf verschiedene Positionen im Saal.

    Übrigens: Fesches Hütschön! :>
    Zuviel der Ehre. Das kommt davon, wenn man Crayon einmal alleine shoppen gehen lässt.


  7. #6
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    AW: Von Wüstenlawinen und Tontauben

    Ich meinte damit eher, dass Gedichtanalyse, wie sie gemeinhin in der Schule gelehrt wird den meisten Gedichten nicht gerecht wird. Wieso haben Gedichte bei der Jugend so einen schlechten Ruf? Weil die Jugend nicht gelehrt wird, sich auf ein Gedicht einzulassen und selbst eigene Schlüsse zu ziehen, sondern das Gedicht in einem Prozess, der schon fast mit Arbeit zu beschreiben ist, Stück für Stück nach genormten Kriterien auseinanderzunehmen. Das finde ich unfair dem Text und Dichter gegenüber. Und nicht zuletzt leidet dadurch das "Gedicht" an sich in den Augen der Jüngeren.
    Ich weiß nicht recht, ich hatte im Unterricht auch schon oft eine eigene, andere Meinung zu Gedichten. Aber ich finde die Auswahl der Gedichte auch nicht schön.
    Aber das hab ich schon verstanden mit dem Zu-viel-Interpretieren. Ich wollte das nur noch ergänzt wissen.

    Gut, dann will ich auf den Inhalt auch nicht weiter eingehen.

    Besser so, wo ihm schon die Krone gestohlen wurde.
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