1. #1
    Anfänger
    Registriert seit
    29.10.2013
    Beiträge
    19
    Danke verteilt
    15
    Danke erhalten
    0 (in 0 Beiträgen)

    Beitrag ungeheuer Ungeheuer

    Ein Wesen groß und ungeheuer
    mit warmen Herz und kühler Stirn,
    lebt dort in einem alt Gemäuer
    aus Blicken die darüber schwirrn.

    Der einzig Zugang ist schon immer
    ein großes, dunkel glänzend Tor
    mit grünem hoffnungsvollem Schimmer,
    den sich das Ungeheuer schwor.

    Der Schlüssel unsichtbar am Tor,
    vergessen rostend er vergeht
    und aus dem Schlüsselloch hervor
    sich blauen Tintenmeere bläht.

    Wer dem Hause kühn sich nähert
    und mit dem Wesen ringt,
    wer mit Gewalt das Tor durchquert,
    den letztlich es verschlingt.

    Einzig achtet es den Einen,
    der Tinte fühlt und hört den Schimmer.
    Da fängt das Wesen an zu scheinen
    und Ungeheuer ist es nimmer.

  2. #2
    Profi Poster
    Registriert seit
    20.09.2013
    Beiträge
    1.068
    Danke verteilt
    19
    Danke erhalten
    125 (in 110 Beiträgen)

    AW: ungeheuer Ungeheuer

    Das ist gut, sehr gut! Schreiben kannst du!

    (Aber irgendwie trifft der Titel das Thema nicht ganz, das ist so viel lyrischer als ein Wortspiel)
    Think a little less, live a little more.


  3. #3
    -- Themenstarter --
    Anfänger
    Registriert seit
    29.10.2013
    Beiträge
    19
    Danke verteilt
    15
    Danke erhalten
    0 (in 0 Beiträgen)

    AW: ungeheuer Ungeheuer

    Danke für das Feedback :-)
    Das Wortspiel war der Gedankenanstoß,
    achte darauf welches der beiden Worte am Ende negiert wird und welches im Raum stehen bleibt...

  4. #4
    König
    Registriert seit
    13.09.2009
    Alter
    23
    Beiträge
    866
    Danke verteilt
    25
    Danke erhalten
    36 (in 30 Beiträgen)

    AW: ungeheuer Ungeheuer

    Auf Anfrage...^^

    ein... etwas durchwachsenes Gedicht, was einige Grammatikbiegungen und Worte angeht, wie ich finde.

    Zitat Zitat von Lifrathil Beitrag anzeigen
    [...]
    lebt dort in einem alt Gemäuer
    [...]
    Der einzig Zugang ist schon immer
    [...]
    ein großes, dunkel glänzend Tor
    [...]
    den sich das Ungeheuer schwor.
    [...]
    vergessen rostend er vergeht
    [...]
    der Tinte fühlt und hört den Schimmer.
    [...]
    und Ungeheuer ist es nimmer.
    Blau: Undeklinierte Adjektive sind nicht mein Geschmack. Zudem trifft man sie hier für die Länge des Gedichtes zu oft an. In der Masse klingt das weniger episch, als viel mehr... zweckentfremdet und eitel.

    Orange: Aus dem Kontext schließe ich einfach einmal dreisterweise, dass du "sich schwören" benutzt, um so etwas auszusagen, wie "es ist da und das Ungeheuer mit ihm", nur epischer. Ich finde, das funktioniert im Kontext nicht ganz, weil du ja die eigentliche Bedeutung etwas stark zurechtbiegst. Das wäre eigentlich noch in Ordnung, nur hier wurde es benutzt, um den Reim hinzukriegen; das finde ich etwas unschön.
    "Nimmer" bedeutet auf Hochdeutsch nicht "nicht mehr". Duden sagt mir zwar, dass nimmer in Süddeutschland und Österreich dafür benutzt wird, aber diese "Epik" soll ja auch ohne Dialekt funktionieren, denke ich. Um das auszudrücken, was du wolltest, müsste man mit "nimmer wieder" ergänzen, was natürlich den Vers etwas zerplatzen lässt. Einigen wir uns also auf ein mittelhochdeutsches Gedicht.

    Grün: Auch hier, Satzdrehungen sind im Grunde in Ordnung, wenn man sie allerdings benutzt, nur um den Reim hinzukriegen wird es wieder kritisch. "Er vergeht" funktioniert da noch weit besser, als zweiteres, aber weil zweiteres existiert stellt sich auch ersteres in Frage. Bei dieser gängigen Verslänge könnte man das vielleicht im nächsten Gedicht verhindern, ich wollte nur darauf aufmerksam machen.

    Den Vers
    sich blauen Tintenmeere bläht.
    kann ich grammatisch nicht einordnen. Ich verstehe, was du sagen möchtest und das Bild funktioniert, aber an sich ist der Vers irgendwie... verdreht.

    Ansonsten stimmt die Athmosphäre, bis auf diese winzigen Ungereimtheiten (in meinen Augen) einwandfreies Spiel der Sprache. Die Überschrift finde ich interessant, wobei du dann auch etwas auf das Ungeheuer hättest eingehen können, aber für diese Gedichtlänge fand ich das ok. Ich habe nur immer das Gefühl, dass du eher langatmig dichtest und dich dann in diese wenigen Verse zwingst. Wieso, wenn ich fragen dürfte? (Es ist nicht unüblich, nur interessiert mich, ob dir das selbst so bewusst ist).


  5. Diese Benutzer bedanken sich bei BlackLight für diesen Beitrag:

    angostura (04.11.2013)

 

 

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Back to Top

Search Engine Optimization by vBSEO 3.6.1

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60