1. #1
    ishas
    Gast

    Explosion

    Explosion

    Die Gedanken brennen lichterloh
    vor meinen geschlossenen Augen.
    Ich verstehe nichts mehr,
    höre nur die Pfeile,
    die unablässig
    in's Kissen der Erkenntnis fallen.

    Meine Hoffnung lacht erleichtert,
    lächelt belustigt und rennt;
    ist froh, den Wellen der Einsamkeit
    zu entkommen,
    die brechen,
    weit über meinem Verstand.

    Umgekehrt und erleichtert
    kommt er auf mich zu.
    Er schreit mich lächelnd an,
    seine Augen blitzen,
    merkt nicht, dass sein Gift
    tödlich, tödlich trifft.

    Verwundete Hände,
    leidendes Herz,
    das qualvoll verendet,
    während er sich
    für gütig
    und liebenswürdig hält.

    (10.07.12)
    Geändert von ishas (29.10.2012 um 18:58 Uhr)

  2. #2
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    AW: Explosion

    Auf Wunsch und eigenes Verlangen ein Interpretationsversuch.

    Zitat Zitat von ishas Beitrag anzeigen
    Die Gedanken brennen lichterloh
    vor meinen geschlossenen Augen.
    Ich verstehe nichts mehr,
    höre nur die Pfeile,
    die unablässig
    in's Kissen der Erkenntnis fallen.
    Der Gedanke wird dargestellt als unvermeidliches, unübersehbares Leid. Wenn der Poet isoliert nachdenkt wird zunächst alles verzerrt und verzogen, bevor nach und nach klare Gedanken in Form von andere verletzenden "Pfeilen" gefasst werden. Das Kissen sehe ich hier als Abfederung der Schärfe durch das Argument der Wahrheit und die Andeutung, dass der Poet sich im Traum befindet.

    Meine Hoffnung lacht erleichtert,
    lächelt belustigt und rennt;
    ist froh, den Wellen der Einsamkeit
    zu entkommen,
    die brechen,
    weit über meinem Verstand.
    Hoffnung lässt den Poeten stimmungstechnisch aufleuchten, als die Möglichkeit, der Isolation zu entkommen, gegeben ist. Insgeheim wird die Isolation ewig anhalten, auf immer ist der Mensch mit seiner Selbst zusammen und niemandem so nah, wie sich selbst.

    Umgekehrt und erleichtert
    kommt er auf mich zu.
    Er schreit mich lächelnd an,
    seine Augen blitzen,
    merkt nicht, dass sein Gift
    tödlich, tödlich trifft.
    Eintritt einer zweiten Person, die scheinbar sowohl bekannt, als auch unbekannt scheint. Diese zweite Person scheint guten Willen zu zeigen, den Poeten aber progressiv mit diesem guten Willen hinunterzuziehen. Offenbar versteht der Poet unter der Begegnung und den ausgewechselten Worten etwas ganz anderes, als der zweite, aktive, Sprecher.

    Verwundete Hände,
    leidendes Herz,
    das qualvoll verendet,
    während er sich
    für gütig
    und liebenswürdig hält.
    Der Poet geht zugrunde an abgearbeitetem Gemüt und emotionalem Schmerz, durch die zweite Person zugefügt, unwissend. Dem Poeten wurde offenbar eine Hilfe zur Verfügung gestellt, die das Dilemma der isolation ein für allemal tilgen sollte. Durch eigenes, hauptsächlich aber das Einwirken des anderen sind Enttäuschung und Vertrauens-/Erwartungsbruch zu viel für den zittrigen Leib des Poeten, der unter der Last der neuen Einflüsse ausserhalb der zwar brechenden, aber beschützenden Wellen, erstickt.

    (10.07.12)
    Hmm. Seltsam.


 

 

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