1. #1
    ariadne
    Gast

    ein Experiment :D

    Mich haben die tollen Gedichte und Texte auf MT gerade auf die Idee gebracht, dass auch mal zu versuchen.
    Keine Ahnung, ob man das ein Gedicht nennen kann (nicht alle Gedichte müssen sich meines Wissens reimen oder ein Versmaß haben) und ob es nicht grottenschlecht ist...
    Aber Spass macht es auf jeden Fall, einfach die Gedanken laufen zu lassen...
    __________________________________________________ _________


    Die rote Blume


    Der Gesang der Vögel erhob sich
    und schmetterte das grüne Licht in einem roten Intermezzo zu Boden,
    man wand und wälzte sich im Kampfe
    und wer gewann?

    Die Farbe rot.
    Sie tilgte den Frieden, verschmähte die Freuden und begann
    einen Samen zu sähen, der alsbald zu wachsen beginnen sollte.
    Zu wachsen in lichtere Höhen, dem Himmel entgegen
    und einen Schirm entfaltend, in der vernichtenden Farbe Rot.

    Man wand und wälzte sich im Kampfe
    und merkte nicht,
    dass es aussichtslos war.
    Das Frieden und Freuden von einem Schatten verdunkelt,
    von der Schönheit einer Blume vertilgt.

    Den Köpfen einer Hydra gleich,
    wuchsen für jede überwundene Knospe
    gleich hundert neue nach und bald...
    und bald verlor sich das einst so grüne Land in diesem roten Ungeheuer
    das Kraft und Nahrung aus der Feindschaft zog.

    Immer wartend auf ein Ende
    mit angsterfüllte Freude und in grenzenlosem Hass
    stand die rote Blume da.
    Und auf einmal – jeder wusste wie und wann es geschah
    begann es, Morgentau zu regnen,
    von unten nach oben – alles ganz verquer
    und die Gemüter abzukühlen

    Es zischte und dampfte und qualmte
    die Bewegung erlahmte
    die Blume schwankte
    ihre Blätter welkten
    die Knospen fielen
    die Blüte dorrte
    das Rot verschwand.

    Und wie aus eines Wunders Hand
    ward der Frieden wiederhergestellt.

    Der Regen sammelte und mischte sich
    zu einem See – groß und herrlich in den Wolken schwebend
    Das Denkmal eines Wunders und zu gleich
    bereit, den nächsten Aufruhr fort zu schwämmen
    erbarmungslos und kalt.

    __________________________________________________ _________

    Ich bin ehrlichgesagt gerade ziemlich am überlegen, welche Laune mich wohl dazu veranlasst hat, so etwas zu schreiben

  2. #2
    ariadne
    Gast

    AW: ein Experiment :D

    was ne überwindung auf "beitrag erstellen" zu klicken

  3. #3
    König
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    AW: ein Experiment :D

    Du hast recht, im grunde sind gedichte in ihrer Form eigtnlich frei. Allerdings klingt dein Schriftwerk eher nach der Interpretation eines Gedichts. Die Metapher ist deutlich erkennbar, die Geschichte dahinter ebenfalls. Versuche vielleicht einmal, nun deine eigene Version dieses textes zu schreiben. Was empfindest du, wenn du8 deinen text liest. Du musstest dich überwinden, den beitrag reinzustellen. Wieso? hast du Angst vor Kritik? ist es dir zu persönlich? Bring DAS alles in ein Gedicht und nimm dir trotzdem vielleicht den Tipp zu Herzen: Gedichte sind viel leichter zu schreiben, wenn man sich eine form vorgibt, inwiefern diese konventionell ist, oder völlig neu bleibt natürlich dir überlassen.

    An der Schreibweise habe ich nichts auszusetzen, ich sehe wirklich Potenzial, ich würde mich freuen, wenn du weiterschreiben würdest.


  4. #4
    ariadne
    Gast

    AW: ein Experiment :D

    zugegeben fürchte ich mich schon ein bisschen vor kritik =)
    zumindest vor einer, die mir erklärt, verrückt zu sein, so etwas zu versuchen

    lustig, dass du meinst, es klingt wie eine Interpretation eines Gedichts.
    Das ist absolut von mir, ich habe einfach die worte aufgeschrieben, die in meinem kopf waren und geschaut, was hinterher herauskam. Vondaher ist es gut, dass es eine erkennbare Geschichte gibt
    Auf jeden Fall interpretiere ich sehr gerne gedichte, bücher und bilder... war in der schule auch immer sehr gut darin. vielleicht kann man herauslesen, dass ich bisher mehr interpretiert als geschrieben habe.
    Oder bin ich zu "rational" für sowas?

  5. #5
    ariadne
    Gast

    AW: ein Experiment :D

    Zitat Zitat von BlackLight Beitrag anzeigen
    Versuche vielleicht einmal, nun deine eigene Version dieses textes zu schreiben. Was empfindest du, wenn du8 deinen text liest.
    Ich weiß nicht genau, wie ich das umsetzen soll.
    Was ich empfunden habe, irgendwo unterbewusst, ist jetzt bildlich geworden und in worte gefasst...
    aber ich denke, das ist bei jedem text/gedicht/bild so.
    Wenn ich gemalt hätte, hätte ich die blume gemalt, die ich beim schreiben im kopf hatte...

  6. #6
    König
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    AW: ein Experiment :D

    Nicht jeder kann interpretieren, aber jeder kann dichten. Es ist nur ein innerer Hund, der Bruder des Schweinehunds?, der manchen untersagt, etwas aus tiefster Seele aufzuschreiben. Solange man diesen hund nicht überwindet komt nichts Halbes und nichts Ganzes heraus. Es kann schön sein, ergreifend, vielleicht auch tief, aber doch hat es nie die Vollherzigkeit, die mindestens der Autor beim Lesen eines eigenen Gedichtes immer empfinden sollte.
    Du sagst, du hättest einfach aufgeschrieben, was dir in den Sinn kam. Schreib doch einfach mal auf, was dir nicht in den Sinn kommt, sondern sich da befindet, festkrallt, nicht weg will. Dichtungist eine wunderbare methode der Verarbeitung. Aber man muss nicht immer verarbeiten. Man kann auch erschaffen.

    Deni text hat mit der sehr offenen, eigentlich platten, geschichte ihre Persönlichkeit verloren. Es braucht noch deine eigene Unterschrift, Elemente, Denkweisen deiner Selbst, um zu dem zu werden, was es sollte.

    Du kannst dich gerne an einer blume inspirieren, wohl darauf achtend allerdings, dass dein text nicht allzu sehr einer Beschreibung gleicht, Genau dies ist, meiner Meinung nach, hier passiert. Der text hat einen narrativen Wert, hat aber aufgrund von Mangel an Gefühlen, an Tiefgründigkeit, seine Lyrik verloren.

    In der Poesie versteht man unter Freiheit etwas anderes als sonst. Versuche herauszufinden, welche Ketten du sprengen kannst, sodass du die wirkliche Poesie erreichst.


  7. #7
    ariadne
    Gast

    AW: ein Experiment :D

    Vielen vielen Dank =)
    Das hat mich jetzt definitiv weitergebracht...
    (übrigens: mir kam in den sinn, es könnte die interpretation des bildes, das ich im kopf hatte, gewesen sein )

 

 

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