1. #1
    Ivy
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    Ohne Worte.

    (Hihi :P)

    Bläulich Sommer in rötlich Winter, beständig Frühlingszittern.
    Feuer küsst menschlich Wasser, Traum liebkost starren Spiegel
    Blüte zur Erde, ähnlich Fleisch zu Boden: verwesen, verwittern.
    Sucht, Sehnen, Sehnsucht: die sich gierig auftuende Schlucht.

    Worte, deren Bedeutung höher als der vergilbte Lippenschwur.
    Tänzelnd, befreiend, die Angst packend, belachend, strahlend.
    Nah in blauer Ferne, fern in bläulich Nähe: Die raschelnd Blätteruhr.
    Sickernd, steinig geradezu, so zog es sich durch den roten Fluss:
    Der letzte Hauch, des Menschen Erguss.

    Im Nächtetaumel die schwärzlich Schleife schlingt sich zu
    Das Blut selbst, es hat sich verfahren in Dunkelheit, in Ruh
    Der Schatten bleibt unverändert, wenn die Sonne nicht wandert
    Gequollen und ergeben dem Einfluss, dem mächtigen Guss.

    Wahn betrachtet in Licht, süßlich bitter präsentiert es sich
    Worte im stummen Munde, Wort um Wort, was einander glich
    Geflutet in strömend Wasserfall, die Kälte, die Wärme: Das.
    Das was war. Das was wird. Das was ist. Jetzt im Jetzt. Was?

    Das was unwirklich erscheint, wirklich bleibt in gedanklich Gut
    Verstummt die Flüsterstimme zwischen hartem Felsgesteine
    Das Blau, dunkles, bitteres Weiß schwimmt: Sag wo es ruht!
    Was bleibt, verfasst mit dem crayon: das unerschöpflich Reine.

    Erst eisig, entzogen, nun herbstlich, hier: die unbändig Schneeglut.
    Getanzt im losen, leeren Raume, Parkett aus Worten, etwas Veilchenblut
    Sonnenpracht in Anbedacht der erdacht, rötlich, rundlich Lichterwiese
    Blumen aus Tinte, Tinte aus Melodien, verfasst, im Stillen, nicht leise

    Verloren im Schmerz der Welt, geflogen im blutig Verband
    Sag wo stehen wir? Am treuem, schmerzlich Menschenrand?
    Im blutig, zu gegenwärtig Vergangenheitsgewandt? Ja, ein?
    Ein Flehen zu verstehen, welch Wirren sich traf im Stillen.

    Kleeblatt, Seelenfraß neben fröhlich, lebendig Beisetzung.
    Stehend neben, liegend neben, sitzend neben: Verwirrung.
    Der weißlich Sonnenstand: Wahn, Verstand, Wahn, -verwandt.
    Vernichtend, belebend, gerührt dies unberührt, leise Wissen.

    Welche Macht die Fähigkeit besaß, sogar die Truhe der Pandora fraß
    Beständig fest im Wachsen, beständig seicht im Treiben
    Vermummt in wässrig Spiegelungen, in Klarheit, wer sie las
    Die Worte, der Sinn der Worte, der vielen Worte: ein Wort.

    Ein Danke. (…)

  2. #2
    König
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    AW: Ohne Worte.

    Es klingt vielleicht egoistisch, aber ich sehe mich erstaunlich oft in dem Gedicht wieder.
    Es gefällt mir, wie du alle Empfindungen einer Relation, einer Konversation einfrierst und auf das Papier zu bringen weißt.
    Sehr gelungen, es gefällt mir wirklich sehr!
    Danke.


  3. #3
    Moderator
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    AW: Ohne Worte.

    Es schwankt zwischen zu wenig und zu viel Grammatik, hab ich den Eindruck...
    Zitat Zitat von nicht Aristoteles
    Wir sind was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.

  4. #4
    Ivy
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    AW: Ohne Worte.

    Danke für deinen Eindruck.
    Die Gedanken, die die Sprache (noch) nicht fassen kann, lassen sich manchmal schlecht in Grammatik verpacken.
    Es hätte sich sachlich gefressen. Es soll eher individuell erbrechen.^^

  5. #5
    Moderator
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    AW: Ohne Worte.

    Es sollte zumindest genug Grammatik sein, dass die Verben zu den Substantiven eine Beziehung haben (das klingt als versuchtest du "altes Lyriker-Deutsch" zu sprechen und dabei gar kein Deutsch mehr hinbringst) und dann nicht so viel Grammatik, dass der bisschen Fluss durch endlose Satzzeichen gebrochen wird.
    So meinte ich das.
    Zitat Zitat von nicht Aristoteles
    Wir sind was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.

  6. #6
    Ivy
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    AW: Ohne Worte.

    So meinte ich das auch.
    Es ist nur ein Versuch der eigenen, inneren Sprache, die keine wirkliche, fassbare Form hat.
    Wenn ich beispielsweise durch einen Doppelpunkt einen Bruch in den Fluss des Gedichtes einbringe, dannfühlte ich an dieser Stelle einen Bruch.
    Ich kann das Gedicht nicht fließen lassen, auch nicht für den Leser, wenn es sich für mich nicht so ergibt.
    Eigentlich will ich mich von dem Jetzt trennen und einfach das aufschreiben, was ich fühle. Auch, wenn es für dich kein Deutsch mehr ist. Oder keine sprachlich - gedankliche Verbindung mehr zulässt, was ich an einigen Stellen zugeben muss. Aber ich lebe in diesem Fall gerne meine Freiheiten aus.

  7. #7
    König
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    AW: Ohne Worte.

    veilchenblut..schönes wort.
    ansonsten finde ich es alles in allem ganz nett, aber sehr anstrengend. muss mich auch homunculus anschließen.

  8. #8
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    AW: Ohne Worte.

    für mich sinds schlicht der worte viele um ... um es mal ohne worte zu fazitieren.
    .



 

 

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