1. #1
    Nachwuchsspammer
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    6-14% aller Menschen haben eine Persönlichkeitsstörung!

    wei Dinge, auf die ich gestoßen bin und die ich hier mal zur Diskussion stellen wollte.

    1. das was schon im Titel steht. Nach Dr. Rena Schaletzky (Oberärztin der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Tübingen; im Übrigen auch Sachverständige für Borderline Persönlichkeitsstörungen) haben 6 - 14 % aller Menschen eine Persönlichkeitsstörung. Das würde bedeuten, dass im Extremfall mehr als jeder Zehnte nach den offiziellen Kriterien eine Störung aufweist.

    Aber das ganze wird noch bunter, denn

    2. leiden "Studien zufolge etwa 50–60% der Raucher an einer Persönlichkeitsstörung.", was für mich noch viel erschreckender ist, da das mehr als die Hälfte der Raucher wäre.

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich davon halten soll, aber es scheint ja eine wissenschaftliche Grundlage dafür zu geben. Was meint ihr?

    Quellen:

    https://www.medizin.uni-tuebingen.de...Schaletzky.pdf

    Raucherentwöhnung: Narzissten qualmen länger - DocCheck News

    The association between probable personality disorders and smoking cessation and maintenance

    http://www.sozialforum-tuebingen.de/...202_2011_I.pdf
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  2. #2
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    AW: 6-14% aller Menschen haben eine Persönlichkeitsstörung!

    wenn man den ersten schnellen google-ergebnissen glaubt, und nur die erwachsenen betrachtet (persönlichkeitsstörungen sind immer schwer zu diagnostizieren, bei kindern erst recht, also macht das für mich sinn) beträgt der raucheranteil ~30%.
    variierend je nach geschlecht, alter, wohnort, quelle etc, aber halt so ganz grob.
    wenn ich mich da an die grundlegenste statistikrechnung etc. erinner, läuft es auf 30% * 50% (Anteil der Raucher * Anteil davon, der mindestens eine Störung haben muss) = 15% hinaus.
    Und das ist, bei der geringsten quote von raucherstörungen immernoch mehr, als die höchste quote von gesamtstörungen.


    Keine ahnung, wie es mit dem rest der Studie aussieht, aber wenn die zahlen innerhalb der studie schon nicht zusammenpassen, lässt das für mich entweder an der glaubwürdigkeit der studie (im sinne von "sie versucht zu manipulieren"), oder mindestens an der sorgfalt, mit der sie durchgeführt wurde zweifeln.
    Wird wahrscheinlich nur darauf hinauslaufen, das ich beim raucheranteil nur erwachsene genommen hab, und die studie auch störungen bei säuglingen einbezieht (bzw. die wegen nichtdiagnostizierbarkeit als störungsfrei aufschreibt), aber trotzdem. Statistiken müssen noch lange nicht lügen, um zum gleichen sachverhalt völlig unterschiedliche dinge auszusagen.
    Bei diesen Zahlen hieße das ja, das kein nichtraucher eine psychische störung hat, und das stimmt garantiert nicht, da fallen mir shcon spontan zu viel gegenbeispiele ein^^

    Davon abgesehen... ich hab den namen grade vergessen, aber es gibt da ein großes buch, mehr oder weniger die "Bibel der Psychologen", in der alle möglichen störungen mitsamt symptomen etc. aufgelistet sind. und: die liste wird mit jedem jahr erheblich größer. das heißt also, das schlicht mehr menschen dort eingeordnet werden können, obwohl sie sich nicht anders verhalten, fühlen etc. als vorher. und dann wunderts mich auch garnicht, das der anteil an "störungen" so hoch ist, wenn jeder kleinscheiß gleich als solche gesehen wird.


    Von daher, wissenschaft ist toll, aber grade bei statistiken und allem, was irgendwie mehr oder weniger willkürlich definiert wurde sollte man vorsichtig sein, was die interpretation und darauf aufbauende handlungen angeht.

    (Wobei ichs absolut logisch finde, das raucher weit mehr betroffen sind als nichtraucher, wenn man sich mögliche gründe für und gegen rauchen anschaut. als gründe dafür bleiben fast ausschließlich dinge, die auf eine potentiell eher labilere psyche denn auf eine starke persönlichkeit schließen lassen, sei es nun suchtanfälligkeit, gruppenzwang und ähnliches oder was auch immer. für mich als laien klingt die verknüpfung logisch, aber wirklich beurteilen kann ichs nicht.)
    Ich werde keine Träne weinen, vielleicht nur ab und an, und dann auch nur vor Glück,
    ich hör die Leute wieder reden, der war ja schon immer komisch, aber jetzt ist er verrückt

  3. Diese 2 Benutzer bedanken sich bei Garniemand für diesen Beitrag:

    AgentSnowman (07.06.2014), Musashi (12.03.2014)

  4. #3
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    AW: 6-14% aller Menschen haben eine Persönlichkeitsstörung!

    Zitat Zitat von Garniemand Beitrag anzeigen
    dann wunderts mich auch garnicht, das der anteil an "störungen" so hoch ist, wenn jeder kleinscheiß gleich als solche gesehen wird.
    Dies. Allein dies.
    -- IMO intended --

  5. #4
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    AW: 6-14% aller Menschen haben eine Persönlichkeitsstörung!

    4% der (westlichen) Menschheit sind angeblich von Soziopathie betroffen, da wundern mich 6-14% nicht allzu.
    Das jeder Kleinscheiß gezählt wird wurde ja bereits erwähnt.
    “One of the greatest delusions in the world is the hope that the evils in this world are to be cured by legislation.” -Thomas B. Reed

  6. #5
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    AW: 6-14% aller Menschen haben eine Persönlichkeitsstörung!

    Okay, da ich (glaube ich) der einzige Psychologiestudent im Forum bin, sollte ich vielleicht ein bisschen Aufklärung leisten...

    Erst ein mal gehören Persönlichkeitsstörungen im ICD-10 (benutze mal das und nicht das DSM, weil hier scheinbar über Psychiater die rede ist) zu F60-F69. Das umfasst EINIGES. Das ist so in etwa der zentralste Block an Pathologien mit denen man sich in der Psychotherapie/Psychiatrie auseinandersetzen muss. Von den Schizoiden bis hin zu den nicht ganz klaren Verhaltensstörungen, die jedoch eindeutig als pathologisch kategorisierbar sind.

    Jetzt zu der Prävalenz. Wie man sich vorstellen kann, ist es sehr schwer das statistisch festzuhalten. Selbst bei knallharten und extrem spezifischen Krankheiten in der Medizin ist das sehr tricky. Nur weil eine Psychiaterin aus Tübingen irgendwelche lustigen Zahlen ohne Quellenangabe in ihre Folien für die Erstsemestler geworfen hat, muss da nichts dran wahr sein. (Wenngleich die Schätzung wohl so in etwa stimmen sollte... Ist aber wie gesagt nicht weiter schlimm. In dem Spektrum sind sozusagen auch das psychopathologische Äquivalent zum Knochenbruch dabei.)

    Nun zu den Rauchern. Das ist ein korrelatives Verhältnis. Eines, dass nicht sonderlich überraschend ist. Und es sagt eigentlich auch nichts neues aus...

    So oder so, deine Quellen sind furchtbar unwissenschaftlich. Alleine wie der Artikel da anfängt...
    Persönlichkeitsstörungen sind psychische Störungen, die besonders früh in der Kindheit entstanden sind: Schon im frühen Mutter- und Vater-Kind-Kontakt gab es Probleme. Persönlichkeits-gestörte Menschen haben oft große Schwierigkeiten, befriedigende Beziehungen einzugehen. Es fällt ihnen mitunter schwer, ihre Gefühle wahrzunehmen, darüber nachzudenken und mit ihnen umzugehen. Häufig sind große Spannungszustände die Folge. Viele Betroffene kämpfen mit Wutanfällen, Einsamkeit oder dem Gefühl, ein Sonderling zu sein.
    Das ist so dermaßen Bockmist... Die Autorin hat sich offensichtlich nicht mal die Zeit genommen zu recherchieren was PS eigentlich sind und hat stattdessen einfach die Kollegen gefragt. Das ist alles so hart freudsche Psychoanalyse...

    *Autorin schnell recherchiert*
    Jap. Psychoanalytikerin. Aus dem Dorf. Und nicht mal eine fertige, so wie es aussieht.

    Also ja. Bitte erst selbst recherchieren und die Quellen dann prüfen. Vor allem, wenn die Artikel dazu so doof sind.
    Zitat Zitat von nicht Aristoteles
    Wir sind was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.

  7. Diese Benutzer bedanken sich bei Homunculus für diesen Beitrag:

    Jessyyy (15.03.2014)

  8. #6
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    AW: 6-14% aller Menschen haben eine Persönlichkeitsstörung!

    Wuhuu, sehr gut^^
    die alte regel stimmt also immernoch, wenn selbst für nen laien unstimmigkeiten in sowas zu erkennen sind, ist meist das ganze dings völliger murks.
    Ich werde keine Träne weinen, vielleicht nur ab und an, und dann auch nur vor Glück,
    ich hör die Leute wieder reden, der war ja schon immer komisch, aber jetzt ist er verrückt

  9. #7
    Ultra Spammer
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    AW: 6-14% aller Menschen haben eine Persönlichkeitsstörung!

    Wenn das ne Tendenz ist und in ein paar Jahrzehnten vielleicht jeder 3. oder 5. eine Störung hat, sind die nicht Gestörten bald die Gestörten. Dann ist Gestörtsein wieder normal.
    rmv.de

    -- Verbindung liegt in der Vergangenheit --

  10. #8
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    AW: 6-14% aller Menschen haben eine Persönlichkeitsstörung!

    Zitat Zitat von lliam Beitrag anzeigen
    Wenn das ne Tendenz ist
    ...Was?
    Von einer Tendenz kann man doch nicht sprechen. Es gibt ja nicht mal Metaanalysen dazu.
    Und wir sind erst jetzt dabei Psychopathologie klar du differenzieren/kategorisieren.

    Psychopathologie scheint aber weniger ein steigendes Ding sein. Sicherlich gibt es kulturelle Einflüsse (Kriegssituationen sind mehr oder weniger die Geburtsstätte der Psychotherapie). Schlussendlich sollte man sich da keine Sorgen machen.

    und in ein paar Jahrzehnten vielleicht jeder 3. oder 5. eine Störung hat, sind die nicht Gestörten bald die Gestörten. Dann ist Gestörtsein wieder normal.
    ...Nein. Psychopathologie ist nicht alleine durch Normabweichung definiert. Zumindest nicht mehr.
    Es muss z.B. ein schädliches Verhalten sich selbst oder anderen gegenüber bestehen. Durch dieses Argument wurde auch Homosexualität als Psychopathologie gestrichen. Und ich selbst waere "Gestörter", nur weil ich in einigen Tests einige SA von der Norm abweiche. (Es lebe die Bell-Curve!)

    Interessanter waere die Frage, welchen Sinn Psychopathologien evolutionär haben und in welchen Umständen sie "sinnvoll" sind.
    Zitat eines russischen Offiziers dazu: "In Kriegszeiten muss man die rauslassen, die man in Friedenszeiten einzusperren hat."

    Es ist ganz oft so, dass Neurosen (verselbstständigte) Übertreibungen von üblichen regulativen Mechanismen sind.

    Das ist übrigens einer der wenigen interessanten Ideen die ich aus der Psychoanalyse kenne... Die Leute behaupten alles und nichts. Erklären tun sie zwar nichts dabei aber immerhin schaffen sie einen weiten Wortschatz, den echte Wissenschaftler benutzen können.
    Zitat Zitat von nicht Aristoteles
    Wir sind was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.

 

 

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